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Allgemeine Tipps und Fazit

Die wichtigste Neuerung ist, dass man nun jederzeit mit der F5-Taste zwischen dem 90er-Jahre-Pixel-Look und der modernen, schärfer wirkenden Comic-Optik im 16:9-Format wechseln kann. Der neue Look kann sich dabei durchaus sehen lassen und offenbart viele schicke Details.

Gesichter von Grunzern, Ogern, Paladinen, Magiern und allen anderen Einheiten lassen sich nun beispielsweise viel besser erkennen. Hinzu kommt, dass nun auch 4K- und Widescreen-Monitore unterstützt werden und die Benutzeroberfläche entsprechend skaliert werden kann. Dadurch ist ein deutlich größerer Bildausschnitt zu sehen als damals.

Stichwort Interface: Im Remaster können Fantasy-Feldherren jetzt maximal zwölf statt bisher neun Einheiten gleichzeitig kommandieren. Das Anlegen von Gruppen mittels Hotkeys ist ebenfalls möglich. Zudem werden Lebensenergieleisten direkt über den Einheiten angezeigt.

Der Soundtrack wurde ebenfalls überarbeitet und klingt nun noch epischer und satter. Wer mag, kann aber auch zur alten MIDI-Musik zurückwechseln, die ebenfalls gut ins Ohr geht.

Doch leider ist auch bei der Remastered-Fassung nicht alles Gold, was glänzt. Die schlampig hochskalierten Zwischensequenzen sind beispielsweise eine Frechheit und passen so gar nicht zur ansonsten schicken Remaster-Optik.

Zudem fehlt eine deutsche Synchronisation. Dieser Kritikpunkt wiegt besonders schwer, zumal die deutsche Tonspur im Original ja vorhanden war und wunderbar funktionierte.

Darüber hinaus kann ich nicht nachvollziehen, warum selbst in den Remastered-Versionen noch so viele heute übliche Komfortfeatures fehlen. So ist das Anlegen von Sammelpunkten für frisch ausgebildete Einheiten ebenso wenig möglich wie das In-Auftrag-geben mehrerer Einheiten in Kaserne, Schiffswerft und so weiter. Auch das fließende Rein- und Rauszoomen des Schlachtfelds sowie das Ändern der vorgegebenen Tastenbelegung werden nicht unterstützt.

Dazu gesellen sich kleinere Rechtschreibfehler in den deutschen Texten der Missions-Briefings sowie eine Feind-KI, die sich leider nicht cleverer verhält als damals, sondern oft tatenlos dasteht und von Schiffen am Ufer angegriffen wird.

Kurz gesagt: Bei den Remastered-Versionen bleibt viel Luft nach oben. Das hat EA mit der Command-&-Conquer-Neuauflage besser hinbekommen! Wer vor allem auf eine deutsche Synchronisation großen Wert legt, dem rate ich in jedem Fall zur ursprünglichen Battle.net-Fassung.

Die schöne Gog.com-Fassung war einmal

Noch ein paar Worte zu den aktuellen Bezugsquellen: Die DOS-Fassung von Teil zwei ohne Originalverpackung und Handbuch ist auf Ebay ab 7 Euro gebraucht zu haben. Wer noch ein paar Euro drauflegt, erhält die für Windows 95, 98 und NT optimierte Battle.net-Edition, die auch die im Mai 1996 veröffentlichte Erweiterung Beyond the Dark Portal enthält.

Schade: Auf Gog.com wurden beide Teile im Dezember 2024 auf Geheiß des Rechteinhabers Activision Blizzard wieder entfernt. Wer die Spiele dort zuvor erworben hat, erhält jedoch weiterhin Zugriff.

Hintergrund für das De-Listing sind die Remastered-Versionen, die mittlerweile auf Battle.net für je 10 Euro verkauft werden. Teil zwei beinhaltet in dieser Edition auch die besagte Erweiterung. Alternativ sind die Neuauflagen aller drei Warcraft-Teile auch über den Game Pass PC beziehungsweise den Game Pass Ultimate von Microsoft zu haben.

Wer einfach nur mal ganz unverbindlich und kostenlos reinspielen möchte, dem empfehle ich einen Abstecher auf die Warcraft-2-Subseite Dosgamesarchive(öffnet im neuen Fenster) . Dort ist die von Blizzard zu Demo-Zwecken veröffentlichte Shareware-Version direkt im Browser im Vollbildmodus spielbar. Alternativ kann diese Version auch heruntergeladen und nativ gespielt werden.

Fazit: Immer noch gut

Auch 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung ist Warcraft 2 noch ein äußerst unterhaltsames Echtzeit-Strategiespiel. Der damals eingeführte dynamische Nebel des Krieges ist bis heute Teil moderner RTS-Erlebnisse, und ohne das sorgsam ausgearbeitete Erzähluniversum dieses Spiels wäre Blizzards Online-Rollenspiel-Dauerbrenner World of Warcraft vermutlich nie zustande gekommen.

Allen, die sich noch intensiver mit Warcraft 2 auseinandersetzen möchten, empfehle ich zudem dringend einen Blick auf Warcraft – Chronicles of the Second War. Dieses Fan-Remake erweckt Warcraft 2 auf Basis der Engine von Warcraft 3 – Reforged mit zeitgemäßer Optik und verbesserten Spielmechaniken zu neuem Leben.

Um die mit viel Herzblut realisierte Mod ausprobieren zu können(öffnet im neuen Fenster) , ist lediglich die Vollversion von Warcraft 3 – Reforged erforderlich. In diesem Sinne: "Ready to serve, my lord."


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