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30 Jahre Telekom: Telekom sieht sich bei Glasfaser so stark wie bei Kupfer

Die Telekom feiert sich als Marktführer beim Glasfaserausbau . Man habe den Marktanteil des Kupfernetzes auf FTTH übertragen.
/ Achim Sawall
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Netzausbau der Telekom (Bild: Deutsche Telekom)
Netzausbau der Telekom Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat auf ihrer Hauptversammlung am 9. April 2025 ihre Marktführerschaft beim Glasfaserausbau stark betont. "Wir schätzen, dass derzeit etwa zwei Drittel der neu ausgebauten deutschen Haushalte von uns gebaut werden" , sagte Konzernchef Tim Höttges(öffnet im neuen Fenster) . "Das heißt also, dass der Marktanteil, den wir derzeit im Kupfer haben, auch der Infrastrukturmarktanteil sein wird, den wir bei Glasfaser haben."

30 Jahre Telekom – und man baue derzeit deutlich mehr aus als die Wettbewerber, "wir haben diese deutlich überholt. Durch unsere starke Bilanz und unseren Free Cash Flow sind wir auch in schwierigen Zeiten dazu in der Lage" , erklärte Höttges mit Blick auf steigende Preise für Kabeltiefbau.

Die Wettbewerberverbände Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation), VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) und der Breitbandverband Anga widersprachen dieser Darstellung auf Anfrage von Golem.de. Sven Knapp, Leiter des Breko-Hauptstadtbüros betonte: "Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Update der Breko-Marktanalyse zeigt deutlich, dass die Wettbewerber der Telekom weiterhin den Löwenanteil der Glasfaserinfrastruktur bauen und dies nicht nur bis zum Bürgersteig, sondern in die Häuser und Wohnungen."

Denn im Laufe des zweiten Halbjahres 2024 sei deren Marktanteil in allen drei Ausbaustufen konstant geblieben: 61 Prozent bei Homes Passed, 70 Prozent bei Homes Connected und 77 Prozent bei Homes Activated. Diese Zahlen beruhten nicht auf Schätzungen, sondern auf den gemeldeten Zahlen aller relevanten Unternehmen, die in Deutschland Glasfaser ausbauten.

VATM: Telekom lässt Anwohner nicht an Glasfaser

VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer sagte dieser Redaktion: "Wir erleben, dass sich die Ausbauaktivitäten der Telekom auf ein Ausrollen von Glasfaser in die Straßen beschränken, ohne aber die Anwohner an der neuen Infrastruktur teilhaben zu lassen. Dieses Homes-Passed-Netz des Bonner Konzerns ist lediglich ein Schattennetz, von dem die Menschen in Deutschland nicht profitieren können."

Gleichzeitig aber verhindere die Telekom mit dieser Vorgehensweise, dass Wettbewerber Glasfaser bis ins Haus liefern könnten, betonte Ufer. "Nach wie vor schließen die Wettbewerber mehr als doppelt so viele Haushalte an das Glasfasernetz an als die Telekom." Die Take-up-Rate der Wettbewerber werde in diesem Jahr blaut den Angaben des VATM bei fast 34 Prozent liegen. Wenn die Telekom ihre bisherige Geschwindigkeit beibehalte, werde ihre Take-up-Rate lediglich bei knapp 16 Prozent liegen.

Philipp Müller, Geschäftsführer von Anga, sagte Golem.de: "Glasfaser- und Gigabitanschlüsse schon heute in viel größerem Umfang vorhanden, als sie genutzt werden – doch das historische Kupfer-Privileg der Telekom blockiert den fairen Umstieg." 24 Millionen Kunden seien weiter auf den langsamen DSL-Kupferleitungen der Telekom unterwegs.


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