Kaum Handlung, dafür purer Spielspaß
Nach einigen Änderungen bei der Standardsteuerung spielt sich Quake auch im Jahr 2026, also drei Jahrzehnte später, noch überraschend gut. Dank Minecraft und Co. schreckt auch die blockig-kantige Grafik nur noch begrenzt ab, sondern saust vielmehr mit großem Tempo an einem vorbei.
Ähnlich wie bei Doom bleibt auch bei Quake die Handlung eine Randerscheinung: Wieder einmal dreht sie sich um missglückte Experimente der Regierung und Monster, die die Menschheit auslöschen wollen. Zwischensequenzen oder gar geskriptete Events, wie sie in dem 1998 veröffentlichten Half-Life zu sehen sind, gibt es hier nicht.
Am Ende jedes Kapitels zeigt eine schnöde Texttafel die Entwicklungen der Geschichte an. Aber seien wir mal ehrlich: Schon 1996 spielte niemand Quake wegen der Handlung, sondern wegen des Gunplays und der Technik.
Perfekt spielbarer Industrial-Shooter?
Auch heute sticht Quake mit seinem finsteren und fast erdrückenden Artstyle hervor. Die Designer ließen sich seinerzeit von gotischer Architektur sowie von den Arbeiten des US-Schriftstellers H. P. Lovecraft inspirieren. Und das sieht man dem Spiel zu jeder Sekunde an.
Hohe Decken und Torbögen erdrücken die Spieler geradezu, während düstere Farben wie Braun, Grau oder Schwarz die Szenerie dominieren. Nur durch Explosionen oder Blut kommt hier ein wenig Abwechslung ins Spiel.
Die Levels erinnern mit ihren vielen Abzweigungen und Sackgassen an Labyrinthe. Wie schon in Doom muss ich eigentlich nur den Weg zum Ausgang finden. Doch dafür benötige ich Schlüsselkarten, bediene Schalter, verwende Aufzüge oder gehe sogar auf Tauchstation.
Im Vergleich zum Shooter-Urvater Doom spielt sich Quake wesentlich dreidimensionaler. Schließlich attackieren Soldaten, Blut-Yetis und Kettensägen-Freaks wirklich aus jedem Winkel.
Der Singleplayer leidet unter dem Fehlen einer echten Handlung. Gleichzeitig muss ich aber erneut die Steuerung, das Trefferfeedback und das Movement loben. Ganz egal, ob alleine oder im Multiplayer: Quake macht auch heute noch Spaß! Mit aktiviertem Dauer-Sprint renne ich von einer Ecke zur nächsten, springe über Plattformen und nehme meine Gegner ins Visier.
Die Waffen spielen sich sehr unterschiedlich und wollen auch entsprechend eingesetzt werden. Mit der einläufigen Schrotflinte treffe ich beispielsweise auf Distanz kaum etwas, während ich beim Granatwerfer den Winkel meiner Geschosse entsprechend einkalkulieren muss. Schnell, griffig, unkompliziert – das ist es, was Quake damals wie heute ausmacht.
Fazit: Das Beben ist noch heute zu spüren
Ich habe das Original-Quake seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt. Umso überraschter war ich, als der Shooter bei mir einen kleinen Aha-Moment auslöste. Während ich bei Spielen wie Doom oder Duke Nukem 3D heutzutage ein Auge zudrücken muss, spielt sich Quake auch 30 Jahre nach der Veröffentlichung wirklich gut.
Auch wenn die Präsentation nicht mehr zeitgemäß ist, ist der Techniksprung dennoch erkennbar. Viel wichtiger sind jedoch die inneren Werte: Quake spielte sich in meiner Erinnerung genauso wie nun im Replay – und das im positivsten Sinne.
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