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30 Jahre Duke Nukem 3D: Actionheld zwischen Gruselsexismus und "Hail to the King"

Shooter-Ikone oder sexistischer Gewaltexzess? Duke Nukem 3D ist beides, wie wir bei einer Wiederspielrunde feststellten.
/ Olaf Bleich , Benedikt Plass-Fleßenkämper
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Screenshot aus dem Startmenü von Duke Nukem 3D (Bild: Bild: 3D Realms / Screenshot: Medienagentur Plassma)
Screenshot aus dem Startmenü von Duke Nukem 3D Bild: Bild: 3D Realms / Screenshot: Medienagentur Plassma
Inhalt
  1. 30 Jahre Duke Nukem 3D: Actionheld zwischen Gruselsexismus und "Hail to the King"
  2. Duke als testosterongeladenes Klischee

Meine persönliche Geschichte mit Duke Nukem 3D begann mit einem Problem: meinem Alter. Als 3D Realms den Shooter am 29. Januar 1996 (Shareware-Version, die Vollversion folgte im April) veröffentlichte, war ich 16 Jahre jung – ein ebenso begeisterter wie pubertierender Action-Fan. Nach den ersten Tests war schnell klar: Dieses Spiel musste ich haben. Also überredete ich einen Freund, den Kaufpreis mit mir zu teilen.

1996 gab es weder Steam noch andere Download-Plattformen. Wer ein Originalspiel wollte, musste es im Laden kaufen oder per Versandhandel bestellen. Als Dorfkind fiel die erste Option aus.

Also spannte ich meine Mutter ein: Sie rief für mich beim Versandhändler meines Vertrauens an, bestellte Duke Nukem 3D in holprigem Englisch und nahm einige Wochen später auch das Paket entgegen.

Die folgende Zeit verbrachte ich vor allem mit einem: Dauerzocken. Neben dem eigentlichen Shooter reizte mich bald auch der beiliegende Level-Editor, mit dem sich eigene Karten bauen ließen.

Freunde mussten regelmäßig als Versuchskaninchen herhalten, etwa für legendäre Konstruktionen wie den berüchtigten Teleporter ins Nichts, der zuverlässig in den sofortigen Tod führte.

Doch was machte Duke Nukem 3D damals so populär? Jörg Langer vergab in seinem Test in der PC Player 7/96(öffnet im neuen Fenster) vier von fünf möglichen Sternen und lobte neben der schieren Action vor allem das Level- und Gamedesign. Raffinierte Gadgets und einfache Puzzles sorgten im Vergleich zur damaligen Shooter-Konkurrenz für Abwechslung.

Deutlich kritischer fiel die Einschätzung von Kollegin Monika Stoschek aus: Sie störte sich – aus heutiger wie damaliger Sicht nachvollziehbar – an der überzeichneten Gewaltdarstellung, insbesondere gegenüber wehrlosen und halbnackten Frauen, und vergab nur einen Stern.

Ungeachtet dessen wird Duke Nukem 3D bis heute überwiegend positiv bewertet: Auf Metacritic(öffnet im neuen Fenster) kommt der Shooter weltweit auf 89 von 100 Punkten und zählt damit weiterhin zu den sehr gut bewerteten Genrevertretern seiner Zeit.

Mehr als nur Geballer

Wer den inzwischen fast 30 Jahre alten Duke im Jahr 2026 noch einmal ausprobieren will, kann das ohne großen Aufwand tun. Der Klassiker ist in der rund 20 Euro teuren Duke Nukem 3D – 20th Anniversary World Tour inklusive einer zusätzlichen fünften Episode spielbar.

Das Original selbst läuft unter Windows 11 dagegen nur mit Hilfe des Community-Tools EDuke32(öffnet im neuen Fenster) . Im Test funktionierte das jedoch überraschend reibungslos – nach wenigen Minuten kamen bereits Schrotflinte und Bazooka zum Einsatz.

Ein echter Aha-Effekt blieb erwartungsgemäß aus, dennoch hinterließ Duke Nukem 3D beim erneuten Spielen einen überraschend positiven Eindruck. Die Steuerung mit Maus und Tastatur wirkt auch heute noch sehr direkt und schnell, was dem Spielfluss spürbar zugutekommt.

Duke Nukem 3D 20th Anniversary Trailer
Duke Nukem 3D 20th Anniversary Trailer (01:41)

Zwar fungieren die Gegner letztlich vor allem als kleinere oder größere Kugelschwämme, doch das unmittelbare Trefferfeedback und die markanten Todesanimationen sorgen dafür, dass die Alienjagd weiterhin befriedigend bleibt.

Ein besonderes Lob verdient sich Duke Nukem 3D für seine breite Waffen- und Gadgetauswahl. Schweine-Cops auf Käfergröße schrumpfen und dann platttreten? Kein Problem! Anrückende Katzen-Soldaten einfrieren und anschließend in Crushed Ice verwandeln? Gerne doch!


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