3. Staffel Lower Decks angeschaut: Lower Decks bleibt ein Fest für Trekkies
Achtung! Wir besprechen im Folgenden die dritte Staffel von Star Trek: Lower Decks und nehmen dabei auch Bezug auf die beiden vorhergehenden Staffeln. Wer nichts wissen möchte, bevor er die Serie selbst schaut, sollte nicht weiterlesen.
Am 28. Oktober 2022 hat Amazon die letzte Folge der dritten Staffel von Star Trek: Lower Decks veröffentlicht – und die Staffel mit einem grandiosen Finale enden lassen. Auch diesmal zeigt Serienmacher Mike McMahan, wie gut Star Trek als animierte Serie für Erwachsene funktionieren kann: Es gibt wieder zahlreiche Anspielungen auf frühere Serien und Filme und reichlich Star-Trek-Prominenz als Gastsprecher.
Insgesamt ist Lower Decks auch in der dritten Staffel eine sehr humoristische Serie, die Gags verhindern aber wie in den beiden Staffeln zuvor nicht, dass die Produzenten gute Stories entwerfen. In der zweiten Hälfte laufen die Folgen auf ein Finale hinaus, das sowohl unerwartet als auch unterhaltsam, spannend und lustig ist.
Einzelepisoden mit Knallerfinale
Die dritte Staffel knüpft nahtlos an das Erzählkonzept der ersten beiden Staffeln an: Lower Decks besteht weiterhin aus Einzelepisoden, die in sich abgeschlossen sind. Zum Ende der Staffel wird allerdings ein kleinerer Spannungsbogen aufgebaut, der im Finale gipfelt. Das Erzähltempo der Episoden bleibt hoch, die Gag-Schlagzahl scheint uns in der dritten Staffel aber etwas niedriger zu sein.
Ihren humoristischen Grundton behält die Serie allerdings bei, ebenso die Charaktereigenschaften der Hauptfiguren. Ensign Beckett Mariner (Tawny Newsome) bleibt die widerspenstige Tochter ihrer mitunter genervten Mutter, Captain Carol Freeman (Dawnn Lewis). Ensign Brad Boimler (Jack Quaid) ist wieder ein nach Anerkennung ringendes nervöses Wrack, während Ensign D'Vana Tendi (Noel Wells), eine aufgeregte, hochintelligente Streberin, den Klischees ihrer Herkunft entfliehen will.
Allerdings werden die Charaktere im Laufe der dritten Staffel weiterentwickelt. Auch der mysteriöse Ursprung von Ensign Sam Rutherfords (Eugene Cordero) Implantat wird weiterverfolgt und im besagten großartigen Finale aufgelöst.
Überraschende Wendung am Ende der Staffel
Die Geschichte wurde in der zweiten Staffel bereits angedeutet und wird in der dritten mit einem schönen Komplott erklärt. Dabei spielt Admiral Buenamigo (Carlos Alazraqui) die Hauptrolle, der hinter dem Rücken der Sternenflotte seine eigenen, sinistren Pläne zu realisieren versucht – denen Ensign Rutherford in der Vergangenheit ebenfalls zum Opfer gefallen ist. Wir finden die Auflösung gelungen, vor allem, weil sie überraschend ist.
Sinnvoll eingearbeitete Star-Trek-Anspielungen
Wie die bisherigen Staffeln spielt auch die dritte Staffel immer wieder auf frühere Star-Trek-Serien und -Filme an. Zu den Highlights zählen dabei Commander Ransom (Jerry O'Connell), der seinen Offizieren erklärt, wie man sich im Riker-Stil von hinten auf einen Stuhl setzt, und der Besuch der Crew im Erstkontakt-Vergnügungspark in Bozeman, Montana – inklusive einem von James Cromwell gesprochenen Zefram-Cochrane-Hologramm.
Auch tauchen die Karemma in einer Folge prominent auf, ebenso der Delta Flyer der USS Voyager sowie die Spezies der Ornara und Brekka, die in einer Folge der ersten Staffel von Next Generation eine Rolle spielen. Auch Jean-Luc Picards Liebe für die archäologische Schatzsuche wird aufgegriffen: Die Szene, in der Ensign Mariner mit einer güldenen Statue vor einer Gruppe Ferengi flüchtet, dürfte nicht nur zufällig auch an Indiana Jones erinnern.
Cromwell bleibt nicht der einzige namhafte Gaststar in der dritten Staffel von Lower Decks. Unter anderem nimmt J. G. Hertzler seine Rolle als Klingone Martok wieder auf, Susan Gibney tritt wie in Next Generation als Dr. Leah Brahms auf. In der auf Deep Space 9 spielenden Folge, einem der Highlights der dritten Staffel, haben Nana Visitor als Kira Nerys und Armin Shimerman als Quark einen Auftritt. Auch Jeffrey Combs, der in Star Trek zahlreiche Rollen gespielt hat, kommt als größenwahnsinniger Computer Agimus wieder vor.
George Takei statt William Shatner
Die für uns überraschendste Nebenrolle ist eine, die fehlt: In Folge 8, Crisis Point 2: Paradoxus, betritt Ensign Boimler im Traum eine Pferdefarm in Idaho – eine deutliche Anspielung auf Captain Kirk, der im Star-Trek-Universum aus Idaho kommt und dessen Schauspieler William Shatner ein Pferdeliebhaber und -züchter ist. Zur großen Überraschung taucht im Stall aber nicht Captain Kirk auf, sondern ein anderer Star der ersten Star-Trek-Serie, der die Farm von Kirk gekauft hat.
Serienmacher Mike McMahan zeigt auch in der dritten Staffel, dass er ein großer Star-Trek-Nerd ist und sein Wissen gerne und vor allem gut in die Handlung einbaut. Die Reminiszenzen an frühere Inhalte wirken nie aufgesetzt oder erzwungen, sondern fügen sich gut in die Story ein.
Die dritte Staffel von Lower Decks ist bislang die beste: Gags, Nostalgie und die Story bilden eine ideale Mischung. Die Staffel ist witzig, ohne zu albern zu sein, und bietet viele Erinnerungen an früheres Star-Trek-Material, ohne in übertriebenem Fanservice zu versinken. Dazu kommen wieder die sehr guten Sprecher, die auch in der dritten Staffel ihre Rollen überzeugend rüberbringen.
Lower Decks lohnt sich weiterhin sehr
Am Ende ist Lower Decks aber natürlich eine animierte Serie, die einen wesentlich komödiantischeren Ansatz fährt als andere aktuelle Star-Trek-Serien. Wer sich darauf einlässt und das Ganze nicht zu verbissen sieht, wird sich auch in der dritten Staffel hervorragend amüsieren. Lower Decks bleibt eine der besten, wenn nicht sogar die beste Star-Trek-Serie für Trekkies.
Die dritte Staffel von Star Trek: Lower Decks steht komplett bei Amazon Prime Video zum Anschauen bereit.
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