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Klagen hätten Google und Facebook wohl ruiniert

Auf dieser Grundlage konnten viele US-Konzerne wie Alphabet und Meta erst zu den heute branchendefinierenden Megakonzernen aufsteigen. Eine Suchmaschine wie Google, anfangs noch Backrub genannt, zeigt eben Suchergebnisse verschiedenster politischer Ausrichtungen und Altersgruppen an. Dank Section 230 finden User hier etwa auch pornografische Inhalte, extremistische Ansichten oder wissenschaftlich widerlegte Thesen.

Meta konnte anfangs mit Facebook ein soziales Netzwerk aufbauen, das die Art, wie wir Inhalte konsumieren und miteinander interagieren, nachhaltig verändern sollte. Mark Zuckerbergs Milliardenkonzern wäre niemals so groß geworden, wenn er nicht Section 230 zur Verbreitung verschiedenster Bilder und Meinungen nutzen könnte, ohne dauernd verklagt zu werden.

Die Basis dieser fast schon religiös anmutenden Redefreiheit, unter deren Banner heutzutage Plattformen wie X teils Falschnachrichten und politische Propaganda verbreiten, bildet eben der erste Zusatzartikel, der in der Bill of Rights 1789 beschlossen und von 11 der 13 ersten US-Bundesstaaten durchgesetzt wurde. Ohne dieses Gesetz hätten Einzelpersonen oder Unternehmen die bekannten Großkonzerne wesentlich einfacher verklagen können.

Und auch, wenn das Konzept der Redefreiheit von gewissen Milliardären und Diktatoren schamloser denn je ausgenutzt wird, ist sie doch ein wichtiger Bestandteil der Internetgeschichte – und Basis dessen, dass die amerikanischen Tech-Unternehmen, die heute die Schlagzeilen dominieren, überhaupt so mächtig werden konnten.

Mit 250 Jahren sind die USA nicht nur eine der ältesten Demokratien der Welt. Das Land ist im IT-Sektor auch seit Langem und mit großem Abstand führend. Börsenkurse werden von US-Unternehmen bestimmt, Trends von amerikanischen Tech-Konzernen gesetzt. Keine Entscheidung der Welt bleibt auf amerikanischen Social-Media-Plattformen unkommentiert und US-Tech-Milliardäre sind so mächtig wie ganze Länder.

Viele Gesetze aus den ersten 250 Jahren haben zu dieser Vormachtstellung beigetragen. Zukünftige Generationen werden sehen, wie sich das in den kommenden 250 Jahren entwickelt.


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