Sind die Räder unter die Räder gekommen?

Ich benötige knapp eine halbe Stunde, bis ich überhaupt einen Anhaltspunkt finde, wo ich nach den Rädern suchen könnte. Auf die Lösung komme ich gar nur mit Hilfe von Freunden, die mir über Discord beim Streamen zuschauen. Hört sich frustrierend an? Nein, ganz im Gegenteil: Es ist herrlich erfrischend!

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Obwohl das Spiel alt und eckig aussieht, fixt mich das Spieldesign einfach an. Ich verschiebe Steine, öffne Türen, weiche Fallen aus und ärgere mich allenfalls, wenn ich im Pixelbrei ein Detail übersehe - beispielsweise einen wichtigen Hebel, der in der Wand untergeht. Aber das nehme ich gerne in Kauf, weil sich jeder Fortschritt umso befriedigender anfühlt.

Ebenfalls sehr erfreulich: Jedes weitere Kapitel entpuppt sich als größer und komplexer als das vorhergehende. Immer mehr vergesse ich die blockige Grafik und ignoriere die zickige Tanksteuerung.

Tomb Raider entpuppt sich als eine Wohltat und ist ein weiterer Beweis, dass mir Retrospiele, die mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben, heutzutage wieder ernsthaft Spaß machen.

Lara im Krampf-Kampf

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Lediglich die Kämpfe überzeugen mich gar nicht. Muss ich Wildtiere wie Fledermäuse, Panther oder Riesenechsen aus dem Weg räumen, spielen sie sich gerade noch erträglich.

Ärgerlicher sind die bewaffneten Schurken, die mich jedes Mal wie aus dem Nichts überraschen und meine Lebensenergie leerballern, bevor ich überhaupt reagieren kann.

Mit gemischten Gefühlen nehme ich die berühmte Konfrontation mit dem gefährlichen T-Rex wahr, der mir ebenfalls im Verlorenen Tal begegnet: Der Dinosaurier ist zwar nach wie vor schön groß, hat jedoch einiges an Schrecken eingebüßt und erinnert fatal an die Kreaturen aus Minecraft.

  • Die Version für den Sega Saturn (links) erschien knapp einen Monat vor der Playstation-Umsetzung. Den rechts zu sehenden Director's Cut gab es nur für den PC mit vier Bonuslevels, die bei den digitalen Veröffentlichungen auf Steam oder GOG leider fehlen. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Noch etwas eckig, aber klar erkennbar: Lara Croft zeigt sich bereits im Hauptmenü von ihrer besten Seite. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Vorgerenderte Zwischensequenzen waren im ersten Tomb Raider rar und unterm Strich auch wenig beeindruckend. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Grafik von Tomb Raider sieht nach heutigen Maßstäben recht grob aus, wirkt für ihr Alter aber erstaunlich komplex. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Lara Croft muss überall Schalter betätigen, damit sich ihr im wahrsten Sinne des Wortes die Türen öffnen. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • In Tomb Raider muss man jede noch so verwinkelte Ecke erkunden, um alle für die Lösung relevanten Objekte zu erwischen. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Dieser komplexe Zahnradmechanismus funktioniert nur dann, wenn der Spieler alle fehlenden Zahnräder gefunden und eingesetzt hat. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Hier lang! Ein nicht unwesentlicher Teil des Spielreizes von Tomb Raider liegt in der Erkundung und dem Herausfinden des korrekten Weges, über den Lara zum Ziel gelangt. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Augen auf im Pixelbrei: Links neben der rechten Steinfigur kann man ganz schwach einen weißen Strich erkennen, der sich als ein wichtiger Hebel entpuppt. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die alte Lara Croft muss reihenweise Steine schieben oder ziehen. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Achtung, Falle! Sobald sich Lara den Schwertern nähert, fallen sie von der Decke herab. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Seit 1996 sind wir neidisch auf Laras Oberarme, mit denen sie stundenlang an Plattformkanten herumhangeln kann. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Panther versus Pistole: Die stupiden Kämpfe sind der große Schwachpunkt von Tomb Raider. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Zisterne lebt von der tollen Farbgestaltung der Stufen und Wände, die ein wenig an grünblaue Smaragde erinnert. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Kein Dinosaurier hat Spielern anno 1996 so viel Angst gemacht wie der riesige T-Rex aus Tomb Raider. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)
Achtung, Falle! Sobald sich Lara den Schwertern nähert, fallen sie von der Decke herab. (Bild: Square Enix / Screenshot: Medienagentur Plassma)

Zudem nervt seine Unbarmherzigkeit - das Biest holt mich in Sekunden ein und beißt mich sofort tot. Ich habe nur eine Chance, indem ich blitzschnell reagiere und mit meiner Schrotflinte auf den Dino feuere. Die KI von Tomb Raider kennt eben nicht mehr als Augen zu und durch.

Shadow of the Tomb Raider Definitive Edition (PS4)

Fazit: Bitte mehr davon!

Nervige Kämpfe hin oder her: Meine Motivation wächst im Laufe der Zeit immer mehr an und ich spiele für den Nostalgietrip viel weiter, als ich eigentlich geplant hatte. Ich bekomme sogar große Lust, den direkten Nachfolgern nach all der Zeit eine Chance zu geben. Die hatte ich nämlich aufgrund fehlender Innovationen und überzogenem Schwierigkeitsgrad früh zur Seite gelegt.

Überhaupt wünsche ich mir jetzt mehr denn je einen Nachahmer aus der Indieszene, der das Flair des alten Tomb Raider so herrlich einfängt wie die Urfassung.

Das dürfte auch keine Spinnerei von mir sein: Schließlich gibt es bereits auf alt getrimmte Ego-Shooter wie Dusk (2018) oder ein Action-Adventure namens Murder House (2020), dessen Grafik bewusst an das erste Resident Evil erinnern soll.

Wieso also nicht eine frei begehbare Kletterwiese, die sich komplett auf das Erforschen der Umgebung und das Lösen seichter Schalterrätsel konzentriert? Ein solches Spiel wäre allein deshalb eine Wohltat, weil Tomb Raider seit dem Reboot von 2013 seine Identität verloren hat und sich für meine Begriffe zu sehr am Konkurrenten Uncharted orientiert.

Abschließend noch ein paar Worte zur Spielfigur Lara Croft: Ja, sie hat damals das Sexismus-Problem in Videospielen eher verschärft. Für mich war es jedenfalls auffällig, dass viele Frauen, die ich im Laufe der folgenden 25 Jahren kennengelernt habe, von Tomb Raider eher wenig angetan waren.

Trotzdem hat Lara einen wichtigen Grundbaustein gelegt und zumindest die Debatte entfacht: Was wünschen sich Frauen eigentlich von digitalen Spielen?

Das wiederum hat vermutlich dafür gesorgt, dass wir heute in der Tat weibliche Spielfiguren haben, die weit mehr als nackte Haut und hervorstechende Proportionen zu bieten haben - siehe etwa Ellie aus The Last of Us oder Aloy aus Horizon Zero Dawn. Zumindest möchte ich daran in meiner eingeschränkten Sicht als Mann glauben.

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 Lara und die 3dfx-Version auf PC
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Sybok 13. Nov 2021 / Themenstart

https://tombraider.fandom.com/wiki/Lost_Valley#Hidden_Shotgun Klingt mir schon als war...

Azzuro 11. Nov 2021 / Themenstart

Ich war auch gerade 15 damals. "Zu spannend" fand ich es nicht, sondern genau richtig...

Sybok 10. Nov 2021 / Themenstart

Das war mir aber auch beim ersten Durchspielen klar. Ich wollte aber gar kein Jump & Run...

Sybok 10. Nov 2021 / Themenstart

Nicht mit der murksigen Steuerung damals, so war das echt nur eine Strafe. Generell ist...

Sorji62 10. Nov 2021 / Themenstart

Der Saturn konnte nur durch aufwendige Programmiertricks zu echten Transparenzeffekten...

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