25 Jahre The Curse of Monkey Island: Das Adventure nach dem neuen Monkey Island
Wir sind in dem Adventure nach Return to Monkey Island erneut LeChuck begegnet. Was taugt Teil 3 aus heutiger Sicht?
Spoiler-Warnung: Dieser Artikel thematisiert konkrete Handlungsdetails und Rätsel aus The Curse of Monkey Island.
Wer an Monkey Island denkt, dem kommen wohl vornehmlich die ersten beiden Adventures von 1990 und 1991 in den Sinn. Sämtliche Fortsetzungen werden von eingefleischten Fans in der Regel nur in einem Nebensatz oder gar abfällig kommentiert.
Der Grund: Nach Monkey Island 2 - LeChuck's Revenge stieg Serienschöpfer Ron Gilbert bei Lucas Arts aus. Interessanterweise erhielt der dritte Teil, den Jonathan Ackley und Larry Ahern als leitende Entwickler verantworteten, bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1997 aber wohlwollende Kritiken und wurde von der Community positiv aufgenommen.
Mancher sieht den dritten im übrigen inzwischen als vierten Serienteil an: Das im September 2022 veröffentlichte Return to Monkey Island (Test) schließt unmittelbar an die Handlung von Monkey Island 2 an. Allerdings erzählt der Neuling danach seine eigene Geschichte, die unabhängig von allen anderen Fortsetzungen verläuft und zeitlich nicht eindeutig zugeordnet werden kann.
Mir fällt die Beurteilung von The Curse of Monkey Island in der Rückschau schwer. Einerseits erinnere ich mich an ein tolles Abenteuer mit einer hübsch gezeichneten Comicgrafik. Andererseits sind mir kaum Details oder besondere Ereignisse im Gedächtnis geblieben.
Zudem habe ich nahezu jedes Lucas-Arts-Adventure mehrfach durchgespielt, mit Ausnahme von The Curse of Monkey Island und seinem heftig umstrittenen Nachfolger Escape from Monkey Island (2000).
Wegen Abiturvorbereitung und privater Turbulenzen hatte ich außerdem zum Veröffentlichungszeitpunkt des dritten Monkey-Island-Spiels einfach anderes im Sinn, als ein bereits gelöstes Adventure erneut zu absolvieren. Das hole ich für diesen Artikel endlich nach. Wollen wir doch mal sehen, wie sich das Adventure 25 Jahre später spielt!
Rätselspaß voraus
Schnell habe ich meine digitale Version von Gog.com installiert, die anders als meine Original-CDs von 1997 problemlos auf meinem aktuellen Windows-10-System läuft. Im Gegensatz zu vielen anderen Lucas-Arts-Klassikern habe ich das Adventure seinerzeit ins Deutsche übersetzt statt auf Englisch gespielt, weshalb ich mich der Nostalgie wegen für die deutsche Version entscheide.
In einem Punkt möchte ich bewusst von meiner damaligen Erfahrung abweichen: bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades.
The Curse of Monkey Island bietet nämlich genau wie sein Vorgänger einen einfachen und einen schwierigen Modus an. Bei Monkey Island 2 LeChuck's Revenge wählte ich damals den höheren Schwierigkeitsgrad und war aufgrund der knackigen Kopfnüsse hoffnungslos überfordert.
Ergo wollte ich diesen Fehler bei The Curse of Monkey Island nicht wiederholen und zockte es anno 1997 im einfachen Modus. Damals ging ich ja auch fest davon aus, dass ich es mehrfach durchspielen würde.
Dank diverser Retro-Artikel, die sich in den letzten Jahren im Netz angesammelt haben, bin ich zumindest vorgewarnt. Demnach sind die Rätsel von The Curse of Monkey Island im hohen Schwierigkeitsgrad mit das Absurdeste, was sich Lucas Arts je ausgedacht hat.
Doch angesichts der Tatsache, dass die Adventures dank ihrer Logik und Nachvollziehbarkeit stets so beliebt und vor allem der Konkurrenz weit voraus waren, wird es so schlimm nicht sein ... oder etwa doch?
Das Intro des Spiels mit seinen wunderbar animierten Zeichentricksequenzen macht jedenfalls Lust auf mehr, obwohl es mit Bildartefakten übersät ist. Den Entwicklern standen nur zwei CDs zur Verfügung, entsprechend mussten sie die Sequenzen zwecks Platzersparnis komprimieren.
Doch dieses kleine Minus wird durch die wirklich tolle deutsche Sprachausgabe ausgeglichen, die mich ernsthaft verblüfft. Ich habe schon viele Klassiker ausgegraben, die ich einst für ihre Synchronisation feierte und die mich im Nachhinein mit ihrer amateurhaften Performance enttäuschten. Doch die Vertonung von The Curse of Monkey Island funktionierte damals wie heute.
Was mir ebenfalls in Erinnerung geblieben ist: Der berühmt-berüchtigte Cliffhanger des zweiten Teils, wonach sich Protagonist Guybrush Threepwood in ein Kind verwandelt und in einem verzauberten Jahrmarkt strandet, wird praktisch ignoriert.