25 Jahre Gameboy: Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste

Der Gameboy ist gut gealtert - heute wird mit der Konsole Musik gemacht, und selbst Spieleprogrammierer werden beim Anblick des grauen 8-Bit-Klotzes nostalgisch.

Artikel von Pavel Lokshin/Zeit Online veröffentlicht am
Ein Game Boy Classic
Ein Game Boy Classic (Bild: Flickr/bochalla/CC BY-SA 2.0)

Heute vor 25 Jahren ist in Japan ein unansehnlicher grauer Plastikblock auf den Markt gekommen. Ausgestattet mit schon damals veralteter Elektronik und einem kleinen, monochromen Bildschirm ohne Hintergrundbeleuchtung war der Gameboy von Nintendo im Frühjahr 1989 wahrlich kein Technikwunder.

Inhalt:
  1. 25 Jahre Gameboy: Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste
  2. Auch Spiele-Entwickler werden nostalgisch

Trotzdem wurde Gemu Boi - so hieß das Gerät in Japan - zur erfolgreichsten mobilen Spielkonsole der neunziger Jahre und ließ technisch überlegene Mitbewerber wie den Atari Lynx oder das Sega Game Gear weit hinter sich. Mit der mobilen Konsole und Spielen wie Tetris und später Pokémon dominierte Nintendo lange den mobilen Spielemarkt.

Bis 2003 wurden 118 Millionen Gameboys verkauft. Erst nach 14 Jahren auf dem Markt, vielen farbigen Gehäusevarianten und nur wenigen technischen Innovationen rückte der Gameboy Advance nach.

Als Produkt ist der Gameboy seit mehr als zehn Jahren obsolet, technologisch noch länger. Doch die Konsole lebt weiter, und zwar nicht nur in Emulatoren. Hunderte Künstler weltweit produzieren bis heute Musik auf alter klassischer Heimcomputer- und Konsolenhardware wie eben dem Gameboy. (Das Ergebnis klingt zum Beispiel so.)

In dieser sogenannten Chiptune-Szene sind DMGs, dot-matrix Gameboys, immer noch gefragt. Anders als stationäre Rechner wie der Commodore 64 sind Gameboys tragbar, klein und batteriebetrieben. Sie eignen sich perfekt für Live-Auftritte und sind technisch zwar nicht komplex, aber vielseitig. Seit dem Ende der neunziger Jahre gibt es für Gameboys eigene Musiksoftware; das populärste Programm heißt Little Sound DJ, kurz LSDJ.

Die Gameboy-Musikszene ist weltweit vernetzt

Johan Kotlinski aus Stockholm hat es programmiert. LSDJ funktioniere wie Musiksoftware für PCs, sagt Kotlinski, nur besser: "Alles ist sehr effizient. Ein Stück hat man viel schneller fertig als mit neumodischer PC-Software."

Mit altmodischer Software kennt sich Kotlinski gut aus, er komponiert seit rund 20 Jahren Musik auf dem Heimcomputer Amiga. Vor 14 Jahren wurde der Software-Entwickler schließlich auf den Gameboy aufmerksam. "Damals war der Gameboy Color noch das Höchste im mobilen Gaming." Kotlinski wollte damit "etwas Cooles machen" - ein Musikprogramm in Amiga-Tradition entwickeln. Der Gameboy war für ihn eine Herausforderung: "Ein Steuerkreuz, paar Knöpfe und ein kleiner Bildschirm: Mich hat interessiert, was man mit einem solchen Interface schaffen kann."

Sehr viel, weiß Kotlinski heute. Zehn Jahre, nachdem der letzte klassische Gameboy aus dem Handel verschwand, komponieren noch immer tausende Chiptune-Enthusiasten ihre Musik mit LSDJ. Labels wie Micromusic, Bleepstreet oder 8bitpeoples bringen regelmäßig neue Stücke heraus. In Berlin, aber auch in Bogota, Manila, Philadelphia und Osaka finden Chiptune-Konzerte statt: Ein Gameboy, ein paar Effektgeräte, vielleicht ein Keyboard, und schon kann es losgehen: Jammen nur mit A/B-Tasten und dem Steuerkreuz.

So machen es jedenfalls die Puristen. Längst aber gibt es für den Gameboy auch MIDI-Interfaces, sie verbinden die Konsole mit modernen Musikprogrammen.

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Auch Spiele-Entwickler werden nostalgisch 
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Garius 24. Apr 2014

Naja, ich hab hier 2 DS Lite, einen DSi und 3 3DS zu liegen. Keiner macht Probleme. Ich...

F4yt 23. Apr 2014

Das "Problem" beim GG war AFAIK halt auch, daß die Bildschirmauflösung niedriger als die...

dopemanone 23. Apr 2014

falls es wen interessiert: bundle mit netter chiptune musik. pay what you want. mir...

Garius 23. Apr 2014

Naja, die haben schon teils das vierfache einer normalen Packung gekostet. Das musste man...



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