25 Jahre Dungeon Keeper: Wir sind wieder richtig böse!

Nicht Held, sondern Monster: Darum geht's in Dungeon Keeper von Peter Molyneux. Golem.de hat neu gespielt - und einen bösen Bug gefunden.

Artikel von Andreas Altenheimer veröffentlicht am
Artwork von Dungeon Keeper
Artwork von Dungeon Keeper (Bild: Electronic Arts)

Das Rollenspiel Wizardry (1981) war der erste ernstzunehmende Dungeon Crawler überhaupt. Das simple Prinzip: Man erstellte eine Gruppe aus sechs Kämpfern, arbeitete sich durch einen zehn Stockwerke großen Kerker und bezwang am Ende den bösen Zauberer Werdna.

Inhalt:
  1. 25 Jahre Dungeon Keeper: Wir sind wieder richtig böse!
  2. Gewöhnungsbedürftige, dann aber gute Steuerung
  3. Die Tücken der Technik

1987 erschien mit Wizardry 4: The Return of Werdna eine ungewöhnliche Fortsetzung, in der man selbst die Rolle des Schurken übernahm. Dieser wurde nämlich wieder zum Leben erweckt, wachte stinksauer in seiner Zelle auf und kämpfte sich mit Hilfe des Spielers aus seinem Gefängnis.

Wizardry 4 war allein aufgrund seines mutigen Ansatzes ein Unikat, weil es kurzerhand einen Bösewicht zum Protagonisten machte. Unser heutiges Geburtstagskind hievte diese Idee zehn Jahre später noch auf ein ganz anderes Niveau.

Ein Hit mit Ansage

Dungeon Keeper wurde damals sehr gehypt und auch ich habe mich selten in meinem Leben so auf ein Spiel gefreut. Mir gefiel der Gedanke des Rollentauschs: dass ich einen eigenen Kerker baue, ihn mit Monstern bestücke und übermütige Helden in Fallen locke.

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Meine Vorfreude stieg umso mehr, als die ersten Höchstwertungen der deutschen Spielemagazine eintrudelten: 91 Prozent in der PC Games, 90 Prozent in der Power Play und fünf von fünf Sternen in der PC Player! Hatte der Designer Peter Molyneux nach Populous, Syndicate, Theme Park und Magic Carpet den nächsten Kracher erschaffen?

Meine eigene Spielerfahrung mit Dungeon Keeper war positiv, aber ich war nicht ganz so euphorisch wie erhofft. In den ersten Spielstunden war es noch ein echter Genuss, die Rolle des Kerkermeisters auszufüllen. Allerdings ließ mein Enthusiasmus bereits nach einigen Missionen spürbar nach - was aber für viele Titel von Molyneux galt.

Der Brite hatte einerseits ein Händchen für großartige neue Spielkonzepte, die mich auf Anhieb begeisterten. Andererseits besaßen die finalen Produkte nur selten diesen besonderen Suchtfaktor, der mich stunden-, tage- oder gar wochenlang an den Bildschirm fesselte.

Nun bin ich gespannt, wie Dungeon Keeper 25 Jahre später auf mich wirkt. Schließlich wird es rückwirkend als eines der besten Spiele aus dem Hause Bullfrog gehandelt. Mal schauen, ob da was dran ist - oder ob die Fans den Klassiker zu sehr durch ihre rosarote Nostalgiebrille betrachten.

Ab in den Kerker!

Wer Dungeon Keeper heute spielen will, kann dies dank der digitalen Vertriebsplattform Gog.com problemlos tun. Ich habe den MS-DOS-Klassiker dort in der Gold-Edition bereits vor Jahren gekauft und die Installation funktioniert problemlos. Alternativ hätte ich auf meinen Origin-Account zurückgreifen können, wo es Dungeon Keeper einst im Rahmen einer Werbeaktion kostenlos gab.

Direkt nach Spielstart überkommen mich wohlige Erinnerungen: Das zweiminütige Intro zeigt einen feschen Ritter, der sich durch die Gänge eines Kerkers schnetzelt und am Ende von einem gehörnten Dämon enthauptet wird. Es ist die perfekte Einleitung für ein zynisch-derbes Spiel, das mich wahrlich zum Bösewicht machen möchte.

Als Nächstes wähle ich die erste Mission und werde von einer herrlich düsteren Grafik begrüßt. Zudem weht im Hintergrund ein schauriger Sound aus den Lautsprechern meiner 2.1-Anlage - wie passend, dass diese vom Hersteller Teufel stammt.

Nur leider dauert es keine zwei Minuten, bis mir der erste Störfaktor unangenehm auffällt: Die Steuerung von Dungeon Keeper ist alles andere als gewöhnlich.

Intuitiv geht anders

Dungeon Keeper leidet unter einem Makel, der mich auch schon bei anderen Bullfrog-Spielen geärgert hat, allen voran bei Syndicate: dem sensiblen Scrolling des Bildschirms. Genauer gesagt bewegt sich der Bildausschnitt bereits dann, wenn ich mit dem Mauszeiger den Rand streife. Das geschieht zudem in einer derart hohen Geschwindigkeit, dass ich oft das Gefühl der Kontrolle verliere.

Überhaupt plagen mich handfeste Übersichtsprobleme und ich frage mich: Sah Dungeon Keeper wirklich derart grobkörnig aus? War der Bildausschnitt echt so klein? Und kann ich ernsthaft nirgends dessen Größe verstellen?

Mit der Maus geht jedenfalls nichts. Ich finde spontan auch keine Tasten auf der Tastatur, mit der ich die Grafik ein- oder auszoomen könnte. Es hilft also nichts, ich muss einen Blick in die Anleitung werfen. Allerdings ist diese nicht besonders hilfreich.

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Gewöhnungsbedürftige, dann aber gute Steuerung 
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Lycidas0815 10. Aug 2022 / Themenstart

Wie alt sind die Forenbeiträge dazu? Inzwischen ist keeperfx ziemlich perfekt. Fast alle...

Sladen 09. Aug 2022 / Themenstart

Richtig absurd. Das hier wäre Product Placement: Send from my IPhone

gan 08. Aug 2022 / Themenstart

Stimmt, zumindest ich habe nicht schlecht gestaunt, als auf neu gekauften CD-Rohlingen...

Thunderbird1400 08. Aug 2022 / Themenstart

Ja, ich kann das Spiel auch nur empfehlen. Habe das inkl. DLC durchgespielt, hat richtig...

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