25.000-Euro-Versprechen: VW verschiebt günstigen ID.Polo

Mitte Dezember 2025 hat Volkswagen den ID.Polo als bezahlbares Elektroauto für 25.000 Euro angekündigt . Doch zum Verkaufsstart im April 2026 wird genau diese Basisversion fehlen. Stattdessen können Käufer nur teurere Modelle mit 155 kW Leistung und größerem Akku bestellen, die nach Händlerangaben mehr als 30.000 Euro kosten dürften, berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Als Grund nennt VW die verspätete Verfügbarkeit des günstigeren Akkus. Das Einstiegsmodell soll mit einem Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) ausgestattet werden, der zwar weniger Reichweite bietet, aber kostengünstiger in der Produktion ist. Die teureren Varianten nutzen dagegen NMC-Akkus aus der VW-eigenen Zellfabrik in Salzgitter.
Händler erwarten monatelange Wartezeit
Offiziell spricht Volkswagen von wenigen Wochen Verzögerung. Die ersten ID.Polo-Modelle sollen ab Spätsommer 2026 ausgeliefert werden. Händler zeichnen jedoch ein anderes Bild. Ein Händler berichtet gegenüber dem Handelsblatt von internen Schätzungen, nach denen die günstige Version zwischen einem halben und einem dreiviertel Jahr später kommen könnte.
Die Strategie könnte bei Kunden für Verärgerung sorgen. VW vermarktete den Kompaktstromer explizit als 25.000-Euro-Fahrzeug. Der Hersteller verteidigt sich mit dem Hinweis, dass gestaffelte Marktstarts üblich seien und die teureren Versionen ohnehin den Großteil der Nachfrage abdeckten, heißt es beim Handelsblatt.
Drei Varianten geplant
Technisch bietet der ID.Polo drei Leistungsstufen zwischen 85 und 155 kW. Der kleine LFP-Akku hat 37 kWh nutzbare Kapazität und ermöglicht etwa 300 Kilometer Reichweite, der große NMC-Akku mit 52 kWh soll 450 Kilometer schaffen. Die Ladezeit an Schnellladern liegt den Angaben von VW nach bei 23 bis 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Der 4,05 Meter lange Kompaktwagen bietet mit 435 Litern mehr Kofferraumvolumen als sein Verbrennervorbild. Dank eines neu entwickelten Frontmotors für die MEB-Plus-Plattform entsteht zusätzlicher Stauraum unter dem Kofferraumboden.
VW steht mit dieser Taktik nicht allein. Auch Renault kündigte den R5 für unter 25.000 Euro an, startete aber zunächst mit Varianten ab 33.000 Euro.
Die EU führte strengere CO 2 -Flottengrenzwerte ein: Autohersteller müssen einen bestimmten Anteil Elektroautos verkaufen, sonst drohen hohe Strafzahlungen pro verkauftem Verbrenner. Das Problem für die Hersteller ist, dass sie dringend E-Auto-Verkäufe brauchen, um ihre Quote zu erfüllen. Aber günstige Elektroautos wie der 25.000-Euro-ID.Polo bringen kaum Gewinn – oder sogar Verluste. Die teureren Varianten mit größerem Akku und mehr Ausstattung haben dagegen deutlich bessere Margen.
Deshalb ist die Strategie: erst die profitableren Versionen verkaufen, um die Quote zu erfüllen, und dabei noch Geld verdienen. Die günstige Basisversion kommt später, wenn der Druck etwas nachlässt oder wenn genug teure Modelle verkauft wurden.