240 Megawatt: Schwarz Digits plant weiteres Rechenzentrum in Deutschland
Die Schwarz-Gruppe will 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines weiteren Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock investieren. Das gab Schwarz Digits, die IT-Sparte der Handelsketten Lidl und Kaufland, der Deutschen Nachrichten-Agentur (dpa) bekannt. Die Kapazität des Projekts, das bis 2033 fertiggestellt sein soll, beträgt 240 Megawatt.
"Wir wollen unabhängiger werden, von Cloud- und KI-Anbietern aus dem Ausland", sagte Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern in der Pressekonferenz mit Gerd Chrzanowski, dem Chef der Schwarz Gruppe.
Digitale Souveränität benötige "verlässliche Infrastruktur durch praxistaugliche Anwendungen", sagte(öffnet im neuen Fenster) der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski. In Lübbenau in Brandenburg baut Schwarz bereits ein KI-Rechenzentrum. Die dortigen Investitionskosten belaufen sich da auf 11 Milliarden Euro. Der Unterschied ergibt sich daraus, dass in Lübbenau bereits die Kosten für die Technik eingerechnet sind.
Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr machte Digits einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro, ein Wachstum von 16 Prozent.
In Dummerstorf sollen die Kapazitäten zunächst für den Bedarf der Schwarz-Gruppe selbst genutzt werden, also für Liefer- und Bestellprozesse, Bezahlvorgänge und Kundenbindungsprogramme. Gleichzeitig "würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken", hieß es. Bis 2045 könnte das Datenzentrum demnach auf eine Anschlussleistung von einem Gigawatt ausgebaut werden.
Windkraft als Standortvorteil
Die massiv ausgebaute Windkraft an der Ostseeküste ist ein Vorteil für den Aufbau. Schwarz nennt "die hohe Verfügbarkeit von nachhaltig produziertem Strom, unter anderem aus On- und Offshore Windkraft" als Faktor für die Standortentscheidung.
Mecklenburg-Vorpommern deckt aktuell bereits mehr als die Hälfte seines Stromverbrauchs aus Windenergie. Da es in Dummerstorf einen Anschluss an das Höchstspannungsnetz gibt, kann der Strom relativ effizient bis zur Anlage transportiert werden. Das Klima begünstige außerdem eine wirkungsvolle Kühlung, teilte Schwarz mit.
Geplant ist bei dem Rechenzentrum bei Rostock aber auch eine Nutzung der Abwärme für die Haushalte. Mit den Stadtwerken sei eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet worden. In Lübbenau gibt es bereits eine ähnliche Vereinbarung zur Nutzung der Abwärme.
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