21st Century Fox: Disney verschiebt Avatar 2 wegen Verlusten der Tochter

Erst ein Quartal nachdem Disney den Filme-Publisher und Medienkonzern 21st Century Fox für 71 Milliarden US-Dollar übernommen hat, werden einige Projekte der Firma bereits verschoben(öffnet im neuen Fenster) . Darunter sind die Science-Fiction-Filme Avatar 2 und eine Neuauflage von Planet der Affen – ersterer sollte James Camerons Fortsetzung eigentlich im Jahr 2021 auf die Leinwand bringen. Der Grund: Das Filmstudio hat im letzten Quartal Verluste von 170 Millionen US-Dollar hinnehmen müssen. Das habe sich Disney anders vorgestellt. "Eines der größten Probleme war die Fox-Studio-Leistung, die deutlich unter unseren Erwartungen zurückblieb, als wir die Übernahme durchgeführt haben" , sagt Disney-CEO Bob Iger in einem Gespräch mit Investoren.

Filme aus dem Superheldenuniversum der Marvel-Reihe werden hingegen direkt Disney unterstellt – darunter Deadpool, Fantastic Four und die X-Men-Reihe. Die letzten beiden Franchises sind zuletzt durch stark kritisierte Titel aufgefallen. Der noch in einigen deutschen Kinos laufende Film X-Men Dark Phoenix ist ein finanzieller Flop für den Konzern und hat laut der Filmdatenbank Imdb(öffnet im neuen Fenster) bei einem Budget von 200 Millionen US-Dollar nur 252 Millionen US-Dollar eingespielt.
Kein Risiko eingehen
Andere Fox-Marken werden ebenfalls übernommen und auf dem kommenden Streaming-Dienst Disney+ veröffentlicht. Disney plant Neuauflagen von Kevin allein zu Haus, Nachts im Museum, Im Dutzend billiger und Gregs Tagebuch. "Es wird wohl ein ganzes Jahr, vielleicht zwei Jahre dauern, bis wir einen Einfluss auf die Filmproduktion haben" , sagt Iger. "Wir vertrauen weiter in unsere Strategie und unsere Fähigkeit, diese durchzuführen."
Die Strategie scheint zu sein, dass Disney für den Konzern eher unvorhersehbare Projekte wie Avatar 2 und Planet der Affen zugunsten gut laufender Filmserien einschränkt. Das Unternehmen will kein Risiko eingehen, obwohl es allein durch Kinoticketverkäufe 8 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht hat, berichtet das US-Magazin The Verge(öffnet im neuen Fenster) . Der Gesamtumsatz für das Jahr 2019 wird auf fast 21 Milliarden US-Dollar geschätzt.