2023 KQ14: Das mögliche Aus für Planet Neun
Am äußeren Rand unseres Sonnensystems soll sich ein weiterer Planet befinden, der sogenannte Planet Neun (P9) – so zumindest die Hypothese. In den letzten Jahren grenzte die Untersuchung der Umlaufbahnen dreier weiterer Objekte die Suche ein .
Ein weiterer, kürzlich entdeckter Himmelskörper im äußeren Sonnensystem(öffnet im neuen Fenster) könnte die P9-Hypothese zunichte machen, denn seine Umlaufbahn passt so gar nicht dazu.
Bei den untersuchten Objekten handelt es sich um Sednoiden. Das sind Körper jenseits der Umlaufbahn des Eisriesen Neptun, auch bekannt als transneptunische Objekte (TNOs), die sich durch eine stark exzentrische Umlaufbahn auszeichnen. Zudem ist ihr Perihel, der sonnennächste Punkt, extrem weit von der Sonne entfernt.
Der neue Sednoid
Das neu entdeckte Objekt bekam die Bezeichnung 2023 KQ14 und den Spitznamen Ammonite. Es wurde bei dem Durchmusterungsprojekt Fossil (Formation of the Outer Solar System: An Icy Legacy) bei Beobachtungen im März, Mai und August 2023 entdeckt. Die Durchmusterung wurde mit dem japanischen Subaru-Teleskop auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Kea durchgeführt.
Folgebeobachtungen wurden im Juli 2024 mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop durchgeführt. Hinzu kam die Suche nach undokumentierten Sichtungen des Objekts, wodurch seine Umlaufbahn über die letzten 19 Jahre verfolgt werden konnte.
Daten zum Senoid Ammonite
Der Sednoid ist schätzungsweise zwischen 220 und 380 Kilometer breit und behält laut numerischen Simulationen(öffnet im neuen Fenster) seit mindestens 4,5 Milliarden Jahre eine stabile Umlaufbahn bei. Wahrscheinlich formte er sich vor etwa 4,6 Milliarden Jahren im jungen Sonnensystem.
Für eine komplette Sonnenumrundung benötigt er(öffnet im neuen Fenster) 3.998 Jahre auf einer Umlaufbahn von 66 bis 438 Astronomischen Einheiten (AE) – eine AE entspricht dem durchschnittlichen Erd-Sonnen-Abstand von ungefähr 150 Millionen Kilometern. Zum Zeitpunkt der Beobachtung befand sich Ammointe in einer Entfernung von 71 AE zur Sonne.
"2023 KQ14 wurde in einer weit entfernten Region gefunden, in der die Schwerkraft des Neptun nur wenig Einfluss hat" , teilte der beteiligte Planetenforscher Fumi Yoshida mit(öffnet im neuen Fenster) . "Das Vorhandensein von Objekten mit länglichen Bahnen und großen Perihelabständen in diesem Gebiet deutet darauf hin, dass etwas Außergewöhnliches während der Ära geschah, als 2023 KQ14 entstand."
Vielleicht gab es mal einen Planeten Neun
Das Team hinter der Entdeckung glaubt, dass sich alle vier bisher bekannten Sednoiden – zu denen (90377) Sedna, (541132) Leleākūhonua und 2012 VP113 zählen – vor etwa 4,2 Milliarden Jahren auf ähnlichen Umlaufbahnen befanden. Am Rande des Sonnensystems muss somit etwa 400 Millionen Jahre nach seiner Entstehung etwas Dramatisches passiert sein, das die Umlaufbahnen drastisch veränderte.
"Die Tatsache, dass die aktuelle Umlaufbahn von 2023 KQ14 nicht mit denen der anderen drei Sednoiden übereinstimmt, verringert die Wahrscheinlichkeit der Planet-Neun-Hypothese" , teilte Yukun Huang vom Nationalen Astronomischen Observatorium von Japan mit. Es sei möglich, dass Planet Neun tatsächlich im Sonnensystem existiert habe, später aber herausgeschleudert worden sei und dabei die ungewöhnlichen Sednoiden-Bahnen verursacht habe.
Zur Studie
Die Studie wurde am 14. Juli 2025 in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht: Discovery and dynamics of a Sedna-like object with a perihelion of 66 au(öffnet im neuen Fenster) (Entdeckung und Dynamik eines Sedna-ähnlichen Objekts mit einem Perihel von 66 AE).
- Anzeige Hier geht es zu Alles über Astronomie bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.