2020 Paralympic Games: Toyota zieht autonome E-Busse nach Unfall zurück
Bei den 2020 Paralympic Games in Tokyo wurde ein sehbehinderter Fußgänger vom autonomen E-Bus E-Palette angefahren. Betreiber Toyota hat die selbstfahrenden Fahrzeuge daher für den Rest der Veranstaltung aus dem Verkehr gezogen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster). Die E-Palette-Wagen wurden auf dem olympischen Campus eingesetzt, um Athleten und Besucher zu transportieren. Durch ihre großen Rampen und Türen eignen sie sich normalerweise auch gut als barrierefreie Plattform.
"Ein Fahrzeug ist stärker als eine Person, also habe ich mir natürlich Sorgen gemacht, wie es dem betroffenen Menschen geht", sagt Toyota-CEO Akio Toyoda in einem Youtube-Video (japanisch)(öffnet im neuen Fenster). Er entschuldigt sich zudem im Namen von Toyota für den Vorfall.
Keine schwere Verletzung davongetragen
Dieser ereignete sich an einer T-Kreuzung. Das Fahrzeug stieß laut Toyota die betroffene Person mit einer Geschwindigkeit von einem bis zwei Kilometer pro Stunde an – wohl noch während der menschliche Fahrzeugführer die Hand am Steuer für ein Lenkmanöver hatte. Es ist daher nicht klar, ob der Unfall durch menschliches Versagen oder die Entscheidungen des Fahrzeugs zurückzuführen ist.
Der Athlet, der noch im Wettkampf antreten wird, wurde daraufhin in das medizinische Zentrum auf dem Campus gebracht. Größere Verletzungen gab es nicht.
"Das zeigt, dass autonome Fahrzeuge noch nicht realistisch für den Einsatz auf normalen Straßen sind", sagt Toyoda. Das gelte vor allem in Umgebungen, in denen Personen mit Behinderung oder Einschränkungen am Straßenverkehr teilnehmen.
Toyota kooperiert laut eigenen Aussagen mit der lokalen Polizei, um die Ursache des Unfalls feststellen zu können. Auch eine eigene firmeninterne Untersuchung sei parallel dazu im Gange. Möglicherweise möchte der Konzern herausfinden, welches System versagt hat und diese Kenntnisse auf künftige autonome Fahrzeuge anwenden.

Nachtrag vom 30. August 2021, 8:16 Uhr
Das Zitat, welches im Artikel genutzt wird, ist korrigiert. Es sollte nun klarer werden, dass auch ein menschliches Versagen für den Unfall nicht ausgeschlossen werden kann.
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