20 Jahre Warcraft 3: Als Blizzard noch fantastische Spiele machte
Der dritte Teil der Warcraft-Saga feiert 20. Geburtstag - und hat uns beim Wiederspielen orkisch viel Spaß gemacht.
Meine Erinnerungen an das Spielejahr 2002 sind gemischt. Meilensteine wie Metroid Prime, The Legend of Zelda: The Wind Waker oder Tom Clancy's Splinter Cell hoben die Messlatte der technisch sowie spielerisch herausragenden Titel weit in die Höhe. Nie zuvor wirkten 3D-Spiele derart ausgereift und professionell.
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Gleichzeitig erschienen mir diese Titel wie glattgebügelt und deshalb irgendwie unpersönlich. Gerade so, als ob hinter all der ausgereiften Technik der unbeschwerte Spielspaß eines Super Mario Bros, eines Tetris oder eines Doom auf der Strecke geblieben wäre.
Dieser Eindruck traf auch auf Warcraft 3: Reign of Chaos zu, was in meinem persönlichen Fall überdies dem Genre geschuldet ist. Schließlich waren Echtzeit-Strategiespiele nie meine große Passion, weshalb ich zum damaligen Zeitpunkt nur das erste Command & Conquer (1995) ausführlich gespielt hatte.
Doch Warcraft? Nein, die Fantasy-Saga des kalifornischen Entwicklerstudios Blizzard ging nie wirklich an mich ran.
Das soll aber nicht heißen, dass ich kurz vor der Veröffentlichung des dritten Teils keinen Hype verspürt hätte. Ganz im Gegenteil, denn die Fachpresse von Gamestar bis PC Games war völlig aus dem Häuschen. Man lobte Warcraft 3 in den höchsten Tönen und urteilte einheitlich mit Rekordwertungen jenseits der magischen 90-Punkte-Grenze.
Noch etwas ließ mich aufhorchen: Warcraft 3, so schrieben die Tester, habe eine richtig starke Geschichte und viele Spielelemente, die weit über den Tellerrand des Genres blickten. Am Ende wurde der Titel gar als Strategie-Rollenspiel-Hybrid bezeichnet. Mein Interesse war endgültig geweckt.
In der Tat spielte ich Warcraft 3 deutlich länger als andere Genre-Vertreter. Trotzdem kann ich mich heute nur vage an Details erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich ungefähr die Hälfte aller Kampagnenmissionen absolvierte und tatsächlich mehr als ein schnödes Echtzeitstrategiespiel zu Gesicht bekam.
Doof nur, dass Warcraft 3 gleichzeitig ein enormer Zeitfresser war und ich bereits 2002 aufgrund der immer größeren Auswahl einfach nicht mehr alles ausführlich spielen konnte, was Rang und Namen hatte.
Die ein Jahr später veröffentlichte Erweiterung The Frozen Throne weckte dank der astronomischen 94-Punktwertung von Gamestar ebenfalls meine Neugier. Doch letztlich schaute ich mir das Add-on nicht einmal mehr an, auch wegen meines Einstiegs in den Spielejournalismus. Ab da war es nämlich bei mir damit vorbei, derart umfangreiche Titel privat zu zocken.
Trotzdem habe ich Warcraft 3 nie vergessen und parkte es in meiner internen Bestenliste der Spiele, denen ich unbedingt noch einmal eine Chance geben muss. Entsprechend freute ich mich vor einigen Jahren über die Ankündigung der Neuauflage Warcraft 3 Reforged, die leider böse floppte. Nein danke, auf so ein liebloses Remaster kann ich getrost verzichten!
Also bleibe ich für meine Wiederspielrunde lieber dem Original treu, hole passend zum 20. Geburtstag die alte DVD meiner Collector's Edition aus dem Archiv und erlebe sogleich eine äußerst positive Überraschung.
Beinahe Plug and Play
Mein Retrotrip beginnt ohne Stolperstein: Die Installation funktioniert einwandfrei, ich benötige nicht einmal einen Patch, damit Warcraft 3 auf meinem aktuellen Windows-10-System läuft.
Einziger Wermutstropfen: Ich muss auf den Fenstermodus verzichten, den ich gerade bei älteren Spielen bevorzuge. Somit wird das Bild zwangsweise auf die komplette Größe meines 55-Zoll-Fernsehers gestreckt, an den ich meinen PC angeschlossen habe.
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| Azeroth sieht eckig aus |









Nun gut, aber gibt es für sowas nicht Fan-Patches? Notfalls lässt man es halt in 4:3...
Genau so handhabe ich es auch. Und ich bin noch nicht mal sonderlich eingeschränkt, ich...
Meiner Frau hab ich vor ein paar Jahren mit dem Editor eine kleine Fantasy...
Trollolol