20 Jahre Macbook: Als Apple plötzlich PC-Notebooks baute
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Als Apple-Powerbook-User musste man sich anno 2005 viele blöde Fragen aus der PC-Fraktion gefallen lassen. Eine davon: Warum um Gottes Willen bezahlst Du so viel Geld für so lahme, unzuverlässige Hardware? Tatsächlich waren die zeitgenössischen G4-Powerbooks alles, nur keine Kraftpakete. Die AIM-Allianz aus Apple, IBM und Motorola, welche die PowerPC-Architektur 1991 enthusiastisch aus der Taufe gehoben hatte, hatte sich nicht nur aufgelöst, sondern war auch technisch an eine Grenze gestoßen: IBM schaffte es partout nicht, den modernen PowerPC-G5-Prozessor Notebook-tauglich zu machen.
Das lange erwartete Powerbook G5 fiel deshalb aus . Stattdessen versetzte Apple dem PowerPC im Mac nach vielen Gerüchten im Januar 2006 den Todesstoß: Der Intel-Umstieg sollte die Performanceprobleme in den Mobilrechnern und auf den schlanken Desktops richten. Intel machte seinerzeit mit dem Core-Duo endlich sparsame Mehrkernprozessoren erschwinglich.
Und die packte Apple ins Powerbook. Mangels PowerPC-Prozessor ergab der Name Powerbook allerdings keinen Sinn mehr, zudem wollte der Hersteller die Nomenklatur des Line-ups homogenisieren. Heraus kam das Macbook, zunächst als Macbook Pro, das nunmehr um ein Vielfaches schneller war als sein PowerPC-Vorgänger. Verkaufsstart war der 14. Februar 2006.
Ein enormes Upgrade für Powerbook-Nutzer
Doch was genau hatte Apple da zusammengerührt? Einen Pro-Laptop, zunächst nur mit 15-Zoll-Display erhältlich. Im Inneren gab es erstmals in einem Apple-Mobilgerät einen Zweikern-Prozessor, einen Intel-Coreduo-Prozessor mit 32-Bit-Architektur. Das silberne Gerät unterschied sich optisch kaum vom Vorgänger Powerbook, war aber schlanker und versprach einen enormen Leistungzuwachs.
Hatten Mac-Nutzer zuvor mit ständig zu knappen Ressourcen zu kämpfen, war mit der neuen Intel-Plattform endlich Schluss damit: Leistung satt, ausreichend, um alte PowerPC-Software für einen möglichst nahtlosen Übergang mit dem Tool Rosetta zu emulieren.
Während manche alteingesessenen Mac-Nutzer den Umstieg zunächst skeptisch aufnahmen und als Entwertung der Marke sahen, ja sogar fürchteten, Apple würde jetzt Intel-Inside-Aufkleber auf die Macs pappen und sich einfach zu einem weiteren PC-Hersteller entwickeln, schätzten andere die Fortschritte der Plattform. Und die waren, trotz optischer Ähnlichkeit zum Vorgänger, enorm.
Wie mit der heißen Nadel gestrickt
Das Macbook Pro der ersten Generation hatte alles, was man von einem modernen Laptop seinerzeit erwartete, sogar die an Macbooks zuvor fehlende Webcam samt Mikrofon. Der nagelneue Magsafe-Stromadapter verhinderte, dass unachtsame Kollegen, Kinder oder Haustiere den Rechner runterrissen, wenn sie über das Kabel stolperten. Die Auflösung des Bildschirms wurde von 1.280 x 800 beim Powerbook auf 1.440 x 900 Pixel angehoben. Sogar eine Expresscard/34-Schnittstelle für Upgrades war an Bord.
Gratis dazu bekamen Käufer der ersten Generation allerdings auch allerlei Probleme, wodurch das Macbook Pro der ersten Generation ein wenig wie mit der heißen Nadel gestrickt wirkte: lästiges Spulenfiepen, Überhitzung und Lüfterprobleme, kalte Lötstellen, flackernde Bildschirme und Kriechstrom am Gehäuse. Apple legte binnen weniger Wochen insgesamt fünf Hardware-Revisionen vor(öffnet im neuen Fenster) , um die Probleme in den Griff zu bekommen. Schon nach drei Monaten – im Mai 2006 – erschien das erste Update der Produktlinie.
Eine der wohl legendärsten Macbook-Produktlinien aller Zeiten
Trotzdem ging es mit dem Intel-Umstieg voran – schon im April 2006 folgte auch das bis dato noch mit G4-Prozessor erhältliche und schon ein wenig ausgereiftere 17''-Modell . Hier gab es schon weniger Probleme. Parallel erschien das erschwinglichere Macbook ohne Pro, dafür mit viel Plastik. Auch hier gab es diverse technische Schwierigkeiten.
Fast schon aus Versehen schuf Apple damit eine der wohl legendärsten Macbook-Produklinien aller Zeiten: Die Pro-losen Macbooks dieser Zeit – erhältlich in schwarzem und weißem, extrem kratzempfindlichen Kunststoff – sahen nicht nur kultig aus, sondern waren, ganz Apple-untypisch, extrem upgrade- und reparaturfreundlich: Neben dem RAM- und Batterietausch ließen sie sogar den Wechsel der Festplatte zu. Das Konzept übertrug Apple wenig später auch auf die Macbook-Pro-Geräte.
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