Apple Silicon und die Wiedergeburt des Apple-Macbooks
Das änderte sich schlagartig, als Apple 2020 erneut alte Zöpfe abschnitt: Intel-Prozessoren hatten in eine Sackgasse geführt, gleichzeitig hatte der Hersteller seine bislang nur für iPhone und iPad geeigneten SoCs so weiterentwickelt, dass sie für den Mac geeignet waren.
Im Juni 2020 war es dann so weit: Apple kehrte Intel nach über 14 Jahren den Rücken, stellte auf ARM-Architektur um – und verpasste Macbook Air und Macbook Pro einen enormen Leistungsschub bei deutlich besserem Power-Management. Die Macbook-Air-Linie ist seither sogar komplett lüfterlos.
Gleichzeitig löste sich Apple vom Schlankheitswahn im Pro-Modell: Die 2021 erschiene Pro-Linie wurde vollständig überarbeitet, dabei wieder dicker und anschlussfreudiger. Wer es schlank mag, muss seither wieder zum Air greifen und dafür Abstriche in der Leistung hinnehmen.
Auf weitere 20 Jahre Macbook
Dank Apple-Silicon-Prozessoren haben Macbooks nach inzwischen 20 Jahren ein Qualitätsniveau erreicht, von dem die ersten Macbook-Besitzer – und auch Nutzer aller Intel-Macs oder Powerbooks – nur träumen konnten: leistungsstark und effizient, mit enormer Batterielaufzeit und hohen Zufriedenheitsgraden seiner User. Auch wenn es kein Bootcamp mehr hat , führte die Intel-Phase dazu, dass viele Softwareentwickler inzwischen auch oder sogar exklusiv für den Mac liefern: Der Mac-Software-Mangel, der 2006 bestand, ist dank der Intel- und Apple-Silicon-Macbooks verschwunden.
Was die Zukunft für das Macbook bringt
Allerdings hat Apple das Gerätekonzept an sich über die Jahre kaum weiterentwickelt : Das Macbook ist nach wie vor ein traditionelles Notebook; Touchscreen, Stift oder Tablet-Hybridfunktionen sind weiterhin nicht vorgesehen. Auch in Sachen KI-Funktionalität ist das Unternehmen eher vorsichtig .
Das muss jedoch kein Mangel sein: Bis jetzt blieben alle Prophezeiungen unerfüllt, der klassische (Notebook-)Rechner sei tot. Vom Post-PC-Zeitalter spricht auch kein Mensch mehr. Und KI? Die könnte die Art und Weise, wie wir mit Computern zusammenarbeiten, tatsächlich nachhaltig verändern. Apple wird eine Antwort darauf finden – aber höchstwahrscheinlich wird sie dann wie ein Macbook aussehen. Auch in den nächsten 20 Jahren.
Christian Rentrop ist freier Technikjournalist und seit 2003 Mac-Nutzer. Er hat den Intel-Umstieg seinerzeit hautnah miterlebt und durfte auch selbst ein fiepsendes Macbook Pro der ersten Generation reklamieren.
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