Bootcamp macht den Umstieg leicht – und Macbooks für Windows-Nutzer interessant
Den wohl wichtigsten Effekt des Intel-Umstiegs hatte Apple übrigens nicht vorhergesehen: Macs waren jetzt technisch gesehen PCs – und das legte nahe, dass sie auch mit Windows betrieben werden konnten. Was heute relativ unspektakulär klingt, war damals eine riesige Sache, denn viele Softwarehersteller, insbesondere die Spieleindustrie, hatten den Mac zuletzt eher stiefmütterlich behandelt.
Deshalb versuchten sich Bastler sofort nach dem Release daran, das damals aktuelle Windows XP parallel zu Mac OS X zu installieren. Seinerzeit nutzte Apple EFI-Technik statt des Bios, was für Windows XP eine Hürde war. Plus: Der Hersteller hatte natürlich noch weitere Hürden eingebaut, um den Windows-Betrieb maximal zu erschweren, darunter Hardware, die keine Windows-Treiber besaß. Einzig: Den Kunden war das egal, schon wenige Tage nach dem Verkaufsstart gingen die ersten Windows-auf-dem-Mac-Versuche viral.
Aus einem unerwünschten Hack wird ein Verkaufsargument
Apple stellte sich zunächst quer, akzeptierte dann aber den Kundenwunsch nach einem Windows-Dual-Boot-System auf Mac-Hardware. Schadensbegrenzung war angesagt, um den Windows-Wunsch der Mac-Gemeinde in sinnvolle Bahnen zu lenken, weshalb Apple im April 2006 die Software Bootcamp als Betaversion veröffentlichte : Sie ermöglichte einen offiziellen Parallelbetrieb von Windows und MacOS, führte Nutzer durch die Installation und lieferte auch gleich die nötigen Treiber, um die Mac-Hardware unter Windows zu verwenden.
Das von Apple zunächst als Notlösung gegen die aus dem Ruder gelaufenen Hackingversuche entwickelte Tool sollte künftig nicht nur fester Teil von Mac OS X, sondern das wohl wichtigste Verkaufsargument für Windows-Umsteiger werden: Ja, zur Not kann auf dem Macbook auch ohne Einschränkungen Windows laufen – und das machte Apples Notebooks für Windows-Umsteiger attraktiver denn je. Plötzlich, so schien es, hatte jeder ein Macbook. Und Apple-Notebook-User mussten sich nicht mehr rechtfertigen, sondern wurden nach Kauftipps gefragt.
Die erste Generation gab es nicht lange
Die Macbooks und Macbook Pros der ersten Intel-Generationen waren allerdings nicht für eine lange Laufzeit ausgelegt: Apple hatte mit dem iMac- und Powermac G5 bereits Geräte mit 64-Bit-Technik im Programm, als die ersten Intel-Macbooks erschienen – und bei der vom Powerbook gewohnten 32-Bit-Architektur blieben.
Grund dafür war Intel: Die 64-Bit-Prozessoren der Core2Duo-Reihe waren nicht rechtzeitig erschienen, ein Warten hätte den damals dringend nötigen Intel-Umstieg um fast ein Jahr verzögert. Die Coreduo-Geräte mit 32 Bit waren also nichts weiter als teure Lückenfüller – und wurden im Oktober 2006 gegen die 64-Bit-Varianten ersetzt. Trotz dieser Lückenfüller-Funktion kappte Apple Upgrades erst Jahre später: Erst Mac OS X 10.7 Lion (2011) ließ sich nicht mehr auf den ersten Intel-Macs installieren.
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