20 Jahre Halo: Neustart der Konsolen-Shooter

Golem.de hat sich Halo 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch einmal angeschaut - und war erstaunt, wie gut es immer noch funktioniert.

Artikel von Andreas Altenheimer veröffentlicht am
Artwork von Halo
Artwork von Halo (Bild: Microsoft)

Man mag es kaum glauben, aber so manch einer unterscheidet immer noch zwischen Computerspielen für den PC und Videospielen für Konsolen. Dabei erscheinen die meisten Titel längst für praktisch alle Systeme, mit Ausnahme von Systemsellern wie The Legend of Zelda oder The Last of Us.

Inhalt:
  1. 20 Jahre Halo: Neustart der Konsolen-Shooter
  2. Und dann diese Bibliothek ...
  3. Halo sieht hier richtig gut aus!

Die sind primär dafür gedacht, den Spieler zum Kauf einer Switch oder Playstation zu bewegen - eben weil man sie nur auf diesen Geräten spielen kann.

Offenbar hat Microsoft das Konzept derartiger Killerapplikationen mit der Xbox Series X weitgehend aufgegeben: Alle Spiele, die für die Next-Gen-Konsole erscheinen, sind auch auf einem leistungsfähigen Rechner mit Windows 10 als Betriebssystem lauffähig.

Und wenn ich mir die Geschichte von Halo (2001) vor Augen halte, hätte man diese Entwicklung bereits vor 20 Jahren vorhersehen können.

Stellenmarkt
  1. Product Owner (m/w/d) Subscription Billing Cloud
    nexnet GmbH, Berlin
  2. IT-affine Akademikerin/IT-affiner Akademiker (m/w/d) mit Datenbankkenntnissen
    GKV-Spitzenverband, Berlin
Detailsuche

Vor zwei Jahrzehnten waren die Unterschiede zwischen Computer und Konsole deutlich größer als heute. Viele Genres wurden auf einer der beiden Plattformen bevorzugt.

Beispielsweise lebten Playstation, Sega Saturn und Nintendo 64 vor allem von Jump'n'Runs (Super Mario 64, Crash Bandicoot), japanischen Rollenspielen (Final Fantasy, Grandia) oder Arcade-Rennspielen (Ridge Racer, F-Zero). Dies hing mit der simplen Plug-and-Play Mechanik der Geräte zusammen, die besagte: Spiel einlegen, Controller anstöpseln, los geht's!

Auf dem PC hingegen dominierten Strategiespiele (Warcraft 2) und Adventures (Day of the Tentacle), weil sie sich mit Tastatur und Maus einfach besser zu steuern waren. Und sollte es dann doch mal zu einer Überschneidung kommen, dann fühlte sie sich fremd an - so wie im Falle der Playstation-Portierung des Echtzeit-Strategiespiels Command & Conquer oder der PC-Umsetzung des Hüpfspiels Pandemonium (beide 1995 erschienen).

Am prägnantesten waren die Unterschiede bei den Ego-Shootern: Während sich auf der PC-Seite die All-Time-Classics mit Doom (1993), Star Wars Jedi Knight (1997) oder Half-Life (1998) regelrecht stapelten, mussten sich Konsolenfans mit heutzutage nahezu unbekannten Titeln wie PO'ed (1995) oder Disruptor (1996) zufriedengeben.

Vornehmlich fühlte sich die Steuerung per Joypad sperrig und ungenau an, was selbstredend auch für die zahlreichen Konsolenumsetzungen von Quake bis Duke Nukem 3D galt. Sogar der hochgelobte N64-Shooter Golden Eye 007 (1997) wurde von PC-Nutzern im Grunde wegen seiner grauen Grafik und durchwachsener Bildrate belächelt.

Anders ausgedrückt: Wer bis zur Jahrtausendwende Ego-Shooter bevorzugte und einen potenten PC besaß, der schielte selten neidisch ins Konsolenlager. Doch das sollte sich ändern, als der Ego-Shooter Halo als Zugpferd für die neue Xbox erschien ...

Halo Infinite (Steelbook) - [Xbox One, Xbox Series X]

Eine neue Ära

Der Witz daran: Ursprünglich war Halo überhaupt kein Konsolenspiel! Entwickler Bungie plante eigentlich einen Shooter für Computer, doch dann kaufte Microsoft das US-Studio und verdonnerte Halo zum exklusiven Systemseller für die Xbox. Ein gewagtes Unterfangen, das damals für viel Groll unter den PC-Fans sorgte.

Ich werde jedenfalls nie den Moment vergessen, als mir klar wurde: "Oha ... Halo scheint wirklich verdammt gut zu sein." Das englischsprachige Spielemagazin Edge war und ist bekannt dafür, dass es seine Höchstwertung - zehn von zehn möglichen Punkten - enorm selten vergibt.

  • In der Mitte sind die zwei Originalexemplare für die alte Xbox zu sehen; oben die US- und unten die deutsche Fassung. Links daneben liegt die Anniversary-Edition für Xbox 360, ganz rechts die Master Chief Collection für Xbox One. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Krisensitzung mit dem Master Chief und Captain Jacob Keyes: Aliens haben die Raumstation überrannt, weshalb der Spieler sich gleich im ersten Kapitel kräftig zur Wehr setzen muss. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Die Farbe Purpur ist in Halo besonders dominant und verpasst dem Spiel den perfekten Science-Fiction-Touch, wirkt in manchen Innenräumen aber etwas eintönig. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Die Künstliche Intelligenz Cortana steht dem Spieler im Kampf gegen die Brut der Alien-Allianz bereits im ersten Halo zur Seite. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Feuer frei! Diese putzigen Aliens machen gleich mit unserer Nagelpistole Bekanntschaft, deren Geschosse zielsicher auf sie einprasseln und nach ein paar Sekunden explodieren. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Die Steuerung von Vehikeln wie dem Warthog-Jeep war in Halo war schon immer sehr schlicht, dennoch spielen sich die Fahrzeugsequenzen sehr spaßig. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Ins Visier genommen: Mit einem Snipergewehr hat man auch weit entfernt stehende Gegner gut im Blick. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Manche Lichteffekte wie wie die Beleuchtung eines Fahrzeugs sehen nur in der Originalversion für die erste Xbox richtig gut aus. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Autsch, ist das heiß! Diese Laserwaffe überhitzt schnell, wenn man zu häufig mit ihr schießt. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Der Strand in Halo mag für heutige Verhältnisse karg aussehen, erzeugt jedoch immer noch eine malerische Atmosphäre. (Bild: Medienagentur Plassma)
  • Egal, ob Gebäude, Felswand oder Waffe: Für ein Spiel von 2001 strotzt Halo nur so vor Details und hervorragend ausgearbeiteten Polygonkonstrukten. (Bild: Medienagentur Plassma)
In der Mitte sind die zwei Originalexemplare für die alte Xbox zu sehen; oben die US- und unten die deutsche Fassung. Links daneben liegt die Anniversary-Edition für Xbox 360, ganz rechts die Master Chief Collection für Xbox One. (Bild: Medienagentur Plassma)

Halo sollte erst das vierte Spiel in der Geschichte der Zeitschrift sein, dem diese Ehre zuteil wurde - nach den Meilensteinen Super Mario 64 (1996), Gran Turismo (1998) und The Legend of Zelda: Ocarina of Time (1998).

Aus diesem Grund gestaltete die Edge ein sehr mutiges Cover für die Weihnachtsausgabe 2001, in der sich der Testbericht zu Halo befand: Es war komplett in Schwarz gehalten, während in der Mitte das Wort "FXXK" stand. Und zwar in genau jenem grünen Schriftsatz, den Microsoft für die erste Xbox-Konsole gestaltet hatte.

Spätestens da war mir klar: Ich musste eine Xbox haben - und zwar so schnell wie möglich! Allerdings erschien das Gerät am 15. November 2001 nur in den USA, während wir Europäer bis März 2002 warten sollten. Das dauerte mir zu lange. Also griff ich zum Import, gleichwohl mit mulmigem Gefühl.

Seinerzeit kursierten Gerüchte, dass die US-Xbox auf deutschen Fernsehgeräten nur ein Schwarzweißbild zustande brächte. Schuld daran seien die unterschiedlichen Bildfrequenzen: Während hierzulande 50 Hertz Standard waren, nutzten die Amerikaner 60 Hertz.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Und dann diese Bibliothek ... 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Westerwald 28. Nov 2021 / Themenstart

Ich habe damals auf die PC-Umsetzung gewartet, weil ich ja sowieso immer darauf gewartet...

Potrimpo 24. Nov 2021 / Themenstart

Kwt

TonyStark 24. Nov 2021 / Themenstart

Was man jetzt noch bedenken sollte das Bungie leider nicht mehr dabei ist. Das merkt man...

Hotohori 23. Nov 2021 / Themenstart

Nach dem Artikel hab ich richtig Lust die alten Spiele noch mal zu spielen bis Infinite...

Kakiss 23. Nov 2021 / Themenstart

Also ich verbinde den richtigen Start für Ego Shooter auf Konsolen eher mit dem Nintendo...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloud-Ausfall
Eine AWS-Region als Single Point of Failure

Ein stundenlanger Ausfall der AWS-Cloud legte zentrale Dienste und sogar Amazon selbst teilweise lahm. Das zeigt die Grenzen der Cloud-Versprechen.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

Cloud-Ausfall: Eine AWS-Region als Single Point of Failure
Artikel
  1. Euro NCAP: Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis
    Euro NCAP
    Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis

    Mit dem Renault Zoe sollte man keinen Unfall bauen. Im Euro-NCAP-Crashtest erhielt das Elektroauto null Sterne.

  2. Hohe Nachfrage: BMW plant Sonderschichten für den neuen i4
    Hohe Nachfrage
    BMW plant Sonderschichten für den neuen i4

    Das neue Elektroauto ist begehrt: Die Wartezeiten für den BMW i4 könnten ohne zusätzliche Produktion auf bis zu ein Jahr steigen.

  3. Wirtschaftsministerium Niedersachsen: Bisher gelten noch 56 KBit/s als Breitband
    Wirtschaftsministerium Niedersachsen
    "Bisher gelten noch 56 KBit/s als Breitband"

    Das Recht auf schnelles Internet und Universaldienstverpflichtung sind im neuen Telekommuniktionsgesetz (TKG) noch nicht bestimmt. Bisher gilt eigentlich ein absurder Wert aus der Vergangenheit.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer-Monitore zu Bestpreisen (u. a. 27" FHD 165Hz OC 199€) • Kingston PCIe-SSD 1TB 69,90€ & 2TB 174,90€ • Samsung Smartphones & Watches günstiger • Saturn: Xiaomi Redmi Note 9 Pro 128GB 199€ • Alternate (u. a. Razer Opus Headset 69,99€) • Release: Halo Infinite 68,99€ [Werbung]
    •  /