Abo
  • Services:
Anzeige
Das Debian-Logo wurde 1999 eingeführt und hat sich seitdem nicht verändert.
Das Debian-Logo wurde 1999 eingeführt und hat sich seitdem nicht verändert. (Bild: Debian)

Chaos zu Beginn

Anzeige

Als das Projekt von 20 Jahren gegründet wurde und schnell einige Dutzend Beteiligte zu Debian beitrugen, existierte diese rigorose Ordnung noch nicht. So erinnert sich Bill Mitchell in der offiziellen Debian-Geschichtsschreibung: "[Wir hatten] keinen Plan und wir begannen auch nicht damit, in geordneter Manier einen zu erstellen. Am Anfang begannen wir damit, Quellen für eine ziemlich zufällige Auswahl an Paketen zusammenzusuchen. Mit der Zeit konzentrierten wir uns auf eine Zusammenstellung von Dingen, die nötig waren, um den Kern einer Distribution zu formen".

Ein Manifest für Vielfalt und Freiheit

Denn kurz nachdem Linus Torvalds den Linux-Kernel verfügbar gemacht hatte, konnten erstmals komplett freie Distributionen mit GNU-Paketen oder auch X11 erstellt werden. Die damals wohl bekannteste, Softlanding Linux System (SLS), wurde aber schlecht gepflegt und enthielt viele Fehler.

Patrick Volkerding entschied sich, diese Fehler zu beheben und veröffentlichte seine bereinigte Version von SLS als Slackware. Volkerding pflegt die älteste bis heute existierende Distribution immer noch. Der damals erst 20-jährige Student Ian Murdoch sah sich mit dem gleichen Problem konfrontiert. Jung und ambitioniert, entschied er sich jedoch, ein eigenes System zu entwickeln, da ihm dies einfacher erschien. So veröffentlichte er im August 1993 Debian Linux, benannt nach seiner damaligen Freundin Debra und sich selbst.

Murdoch missfiel aber die Art und Weise, wie bis dahin Distributionen erstellt wurden: "von einer einzelnen isolierten Person oder Gruppe", wie er in dem im Januar 1994 veröffentlichten Debian-Manifest schrieb. Debian hingegen war von Anfang an darauf ausgelegt, als modulares System von vielen Betreuern erstellt zu werden. Diese Offenheit und das Ziel, als Gemeinschaft eine Distribution zu erstellen, waren damals ziemlich einzigartig.

Wohl auch deshalb förderte die Free Software Foundation (FSF) das Projekt offiziell im ersten Jahr des Bestehens. Zudem vertrat Murdoch ähnliche Ziele wie die FSF und das GNU-Projekt. Murdoch wollte die Ideale freier Software mit einer nichtkommerziellen Distribution verfechten, die Software sollte ohne Gewinndruck erstellt werden können.

Ethisches Bekenntnis gegen Postcardware

Nach dem Ausscheiden Murdochs aus dem Projekt und aufgrund einer schnell wachsenden Zahl an Beitragenden und Ideen, auch unfreie Software für Debian anzubieten, sah sich das Projekt gezwungen, zu handeln und seine Positionen erneut zu stärken. Basierend auf der Idee von Ean Schuessler und unter Führung des neuen Projektleiters Bruce Perens entstand der Debian-Gesellschaftsvertrag.

In diesem legt das Projekt als solches eindeutig seine Haltung gegenüber den Nutzern und der Gemeinschaft fest. So wird die angebotene Software immer frei sein, Probleme werden transparent bearbeitet und das Projekt erkennt auch unfreie Software an. Diese wird, sofern möglich, auch für Nutzer bereitgestellt, jedoch nie als offizieller Debian-Bestandteil angesehen.

Was freie Software ist, hat die Community in den Debian-Richtlinien für freie Software festlegt. Auch diese spiegeln klar die Ideen der FSF wider und definieren grob die Lizenzbedingungen, unter denen Debian Software vertreiben kann. In einem inoffiziellen FAQ ist sogar festgelegt, dass eine Lizenz Softwarenutzer nicht dazu auffordern darf, eine Postkarte an den Entwickler zu schicken. "Sogenannte Postcardware (...) ist nicht frei", da ein Mensch auf einer einsamen Insel dieser Forderung nicht nachkommen kann oder ein politischer Dissident sich dadurch verraten könnte.

 20 Jahre Debian: apt-get install anarchismIdeologie-Paket 

eye home zur Startseite
Ass Bestos 14. Jun 2015

das macht aber trotzdem keinen sinn, weil anarchie und kommunismus zwei...

Thaodan 17. Aug 2013

Nur inoffiziell, bei Debian hingegen ists offiziell.

Anonymer Nutzer 17. Aug 2013

Na ja, aber das schreit ja gerade zu danach als wenn der Sicherheitschip von IBM da was...

GodsBoss 17. Aug 2013

Genau, ist schließlich immer besser, nur eine halb richtige Lösung zu haben als eine...

User_x 16. Aug 2013

du meinst die wahrheit der sieger... ;)


hep-cat.de / 16. Aug 2013

Alles Gute: 20 Jahre Debian



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Weilimdorf
  2. ING-DiBa AG, Nürnberg
  3. Wirecard Communication Services GmbH, Leipzig
  4. TAIFUN Software AG, Hannover


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 16,99€
  2. 79,98€ + 5€ Rabatt (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 199€

Folgen Sie uns
       


  1. U-Bahn

    Telefónica baut BTS-Hotels im Berliner Untergrund

  2. Kabelnetz

    Statt auf Docsis 3.1 lieber gleich auf Glasfaser setzen

  3. Virtuelle Güter

    Activision patentiert Förderung von Mikrotransaktionen

  4. Nervana Neural Network Processor

    Intels KI-Chip erscheint Ende 2017

  5. RSA-Sicherheitslücke

    Infineon erzeugt Millionen unsicherer Krypto-Schlüssel

  6. The Evil Within 2 im Test

    Überleben in der Horror-Matrix

  7. S410

    Getacs modulares Outdoor-Notebook bekommt neue CPUs

  8. Smartphone

    Qualcomm zeigt 5G-Referenz-Gerät

  9. Garmin Speak

    Neuer Alexa-Lautsprecher fürs Auto zeigt den Weg an

  10. Datenrate

    Kunden wollen schnelle Internetzugänge



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elektromobilität: Niederlande beschließen Aus für Verbrennungsautos
Elektromobilität
Niederlande beschließen Aus für Verbrennungsautos
  1. World Solar Challenge Regen in Australien verdirbt Solarrennern den Spaß
  2. Ab 2030 EU-Komission will Elektroauto-Quote
  3. Mit ZF und Nvidia Deutsche Post entwickelt autonome Streetscooter

Verschlüsselung: Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
Verschlüsselung
Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
  1. TLS-Zertifikate Zertifizierungsstellen müssen CAA-Records prüfen
  2. Apache-Lizenz 2.0 OpenSSL-Lizenzwechsel führt zu Code-Entfernungen
  3. Certificate Transparency Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

Zotac Zbox PI225 im Test: Der Kreditkarten-Rechner
Zotac Zbox PI225 im Test
Der Kreditkarten-Rechner

  1. Anbieterbezeichnung so langsam überholt

    Golressy | 02:39

  2. Re: Macht da bitte nicht mit

    sofries | 02:33

  3. Re: Activision patentiert Förderung von Krebs

    sofries | 02:17

  4. Re: Kosten ...

    DAUVersteher | 02:11

  5. Re: 50MBps

    bombinho | 02:01


  1. 19:09

  2. 17:40

  3. 17:02

  4. 16:35

  5. 15:53

  6. 15:00

  7. 14:31

  8. 14:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel