Chaos zu Beginn
Als das Projekt von 20 Jahren gegründet wurde und schnell einige Dutzend Beteiligte zu Debian beitrugen, existierte diese rigorose Ordnung noch nicht. So erinnert sich Bill Mitchell in der offiziellen Debian-Geschichtsschreibung: "[Wir hatten] keinen Plan und wir begannen auch nicht damit, in geordneter Manier einen zu erstellen. Am Anfang begannen wir damit, Quellen für eine ziemlich zufällige Auswahl an Paketen zusammenzusuchen. Mit der Zeit konzentrierten wir uns auf eine Zusammenstellung von Dingen, die nötig waren, um den Kern einer Distribution zu formen".
Ein Manifest für Vielfalt und Freiheit
Denn kurz nachdem Linus Torvalds den Linux-Kernel verfügbar gemacht hatte, konnten erstmals komplett freie Distributionen mit GNU-Paketen oder auch X11 erstellt werden. Die damals wohl bekannteste, Softlanding Linux System (SLS), wurde aber schlecht gepflegt und enthielt viele Fehler.
Patrick Volkerding entschied sich, diese Fehler zu beheben und veröffentlichte seine bereinigte Version von SLS als Slackware. Volkerding pflegt die älteste bis heute existierende Distribution immer noch. Der damals erst 20-jährige Student Ian Murdoch sah sich mit dem gleichen Problem konfrontiert. Jung und ambitioniert, entschied er sich jedoch, ein eigenes System zu entwickeln, da ihm dies einfacher erschien. So veröffentlichte er im August 1993 Debian Linux, benannt nach seiner damaligen Freundin Debra und sich selbst.
Murdoch missfiel aber die Art und Weise, wie bis dahin Distributionen erstellt wurden: "von einer einzelnen isolierten Person oder Gruppe", wie er in dem im Januar 1994 veröffentlichten Debian-Manifest schrieb. Debian hingegen war von Anfang an darauf ausgelegt, als modulares System von vielen Betreuern erstellt zu werden. Diese Offenheit und das Ziel, als Gemeinschaft eine Distribution zu erstellen, waren damals ziemlich einzigartig.
Wohl auch deshalb förderte die Free Software Foundation (FSF) das Projekt offiziell im ersten Jahr des Bestehens. Zudem vertrat Murdoch ähnliche Ziele wie die FSF und das GNU-Projekt. Murdoch wollte die Ideale freier Software mit einer nichtkommerziellen Distribution verfechten, die Software sollte ohne Gewinndruck erstellt werden können.
Ethisches Bekenntnis gegen Postcardware
Nach dem Ausscheiden Murdochs aus dem Projekt und aufgrund einer schnell wachsenden Zahl an Beitragenden und Ideen, auch unfreie Software für Debian anzubieten, sah sich das Projekt gezwungen, zu handeln und seine Positionen erneut zu stärken. Basierend auf der Idee von Ean Schuessler und unter Führung des neuen Projektleiters Bruce Perens entstand der Debian-Gesellschaftsvertrag.
In diesem legt das Projekt als solches eindeutig seine Haltung gegenüber den Nutzern und der Gemeinschaft fest. So wird die angebotene Software immer frei sein, Probleme werden transparent bearbeitet und das Projekt erkennt auch unfreie Software an. Diese wird, sofern möglich, auch für Nutzer bereitgestellt, jedoch nie als offizieller Debian-Bestandteil angesehen.
Was freie Software ist, hat die Community in den Debian-Richtlinien für freie Software festlegt. Auch diese spiegeln klar die Ideen der FSF wider und definieren grob die Lizenzbedingungen, unter denen Debian Software vertreiben kann. In einem inoffiziellen FAQ ist sogar festgelegt, dass eine Lizenz Softwarenutzer nicht dazu auffordern darf, eine Postkarte an den Entwickler zu schicken. "Sogenannte Postcardware (...) ist nicht frei", da ein Mensch auf einer einsamen Insel dieser Forderung nicht nachkommen kann oder ein politischer Dissident sich dadurch verraten könnte.
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das macht aber trotzdem keinen sinn, weil anarchie und kommunismus zwei...
Nur inoffiziell, bei Debian hingegen ists offiziell.
Na ja, aber das schreit ja gerade zu danach als wenn der Sicherheitschip von IBM da was...
Genau, ist schließlich immer besser, nur eine halb richtige Lösung zu haben als eine...