20 Jahre Battlefield Earth: Wie es zu diesem Film-Desaster kam

Vor 20 Jahren debütierte Battlefield Earth in Deutschland - einer der teuersten, aber auch einer der meistverlachten Filme der Geschichte.

Artikel von Peter Osteried veröffentlicht am
Kelly Preston und John Travolta bei der Premiere von Battlefield Earth
Kelly Preston und John Travolta bei der Premiere von Battlefield Earth (Bild: Lucy Nicholson / AFP via Getty Images)

Ein Science-Fiction-Szenario, eine epische Schlacht um die Erde, John Travolta auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Eigentlich hatte Battlefield Earth alles, was für einen Kinoerfolg nötig ist. Als der Film dann aber herauskam, bekam er 2001 sieben Mal die Goldene Himbeere, Hollywoods Negativpreis. Zudem wurde er zum schlechtesten Film des Jahrzehnts gewählt.

Inhalt:
  1. 20 Jahre Battlefield Earth: Wie es zu diesem Film-Desaster kam
  2. Battlefield Earth findet einen fragwürdigen Produzenten
  3. Schräge Optik, wenig Zuschauer, Streit ums Budget

Travoltas Karriere verpasste der Film einen gehörigen Dämpfer. Über die Story muss man nicht viele Worte verlieren, sie ist es schlicht nicht wert. Interessant ist aber die Geschichte, wie dieses Film-Fiasko zustande gekommen ist.

Der Film erhielt früh eine ganze Menge Gegenwind, wurde er doch von Beginn an als Scientology-Propaganda angesehen. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman des Sekten-, ähm, Kirchen-Gründers L. Ron Hubbard. In dem 1982 publizierten Roman erzählt Hubbard von der Erde in einer 1.000 Jahre entfernten Zukunft. Sie ist ein Ödland, beherrscht von den außerirdischen Psychlos, denen die letzten überlebenden Menschen Widerstand leisten.

Schon in den 1980er Jahren sollte eine Verfilmung kommen, es dauerte aber gut 20 Jahre, bis in das Projekt wirklich Bewegung kam. Ausschlaggebend: John Travolta, der seit 1975 Scientologe ist. Aber auch er musste sich jahrelang dafür einsetzen, dass Battlefield Earth Wirklichkeit wurde.

Filmstudios sagen zu, dann ab - Drehbuchautoren sagen ab, dann zu

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Travolta heuerte J.D. Shapiro an, um aus dem gut tausendseitigen Buch ein Skript für einen Film zu machen. Shapiro blieb aber nicht lange dabei, denn das Studio MGM, das man für den Vertrieb des Films gefunden hatte, wünschte Änderungen, die Shapiro nicht ausführen wollte.

So traf man sich mit dem Autor Corey Mandell, dem sein Manager und sein Agent sofort sagten, er solle das Angebot ablehnen - mit dem Projekt könne man nur verlieren. Mandell traf sich trotzdem mit Travolta und Managern von MGM, war aber nach dem Lesen des Romans erst einmal nicht mehr interessiert.

Ebenfalls bald nicht mehr interessiert war MGM - die Scientology-Verbindung war dem Studio wohl zu heiß. Als neuer Verleih kam 20th Century Fox ins Spiel. Auch hier machte man sich Sorgen über den Scientology-Hintergrund. Schließlich hatte ein Film wie Battlefield Earth das Potenzial, für reichlich negative Publicity zu sorgen.

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Das Studio entschied sich dennoch dafür und lud Corey Mandell noch einmal ein. Dieses Mal akzeptierte er das Angebot, obwohl jeder aus seinem Umfeld ihm abgeraten hatte. Später erzählte er: "Ich war nicht schlau genug zuzuhören."

Noch bevor das Skript fertig war, verabschiedete sich auch 20th Century Fox von dem Projekt. Die Bedenken waren offensichtlich doch zu groß. Ein kleineres Studio trat die Nachfolge an: Franchise Pictures von Elie Samaha.

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Battlefield Earth findet einen fragwürdigen Produzenten 
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Tuxee 28. Jul 2021

Ein Film ist (u.a.) dann schlecht, wenn die Plotholes schon auffallen, während man den...

mxcd 22. Jul 2021

Fazit: Wenn sich festgelegt hat, ist Travolta schwer davon abzubringen an irgendwas zu...

masterx244 21. Jul 2021

Zu dem thema sag ich immer: Integer-Underflow. Daher kommt man wenns schlecht genug ist...

thrust26 20. Jul 2021

Zu dem Preis?



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