20.000 bei Freiheit statt Angst: Appelbaum fordert starke Verschlüsselung für alle

Nach Angaben der Veranstalter(öffnet im neuen Fenster) sind über 20.000 Demonstranten bei der Demonstration Freiheit statt Angst am 7. September 2013 in Berlin. Ein Sprecher der Berliner Polizei wollte wegen Absprachen mit dem Veranstalter keine Angaben zu den Teilnehmerzahlen machen. "Es sind hier wirklich viele Menschen unterwegs" , sagte er.
"Wir sind heute hier, weil wir nicht hinnehmen, so dreist belogen zu werden. Weil wir nicht hinnehmen, dass die Geheimdienste alle bespitzeln. Weil wir nicht hinnehmen, dass das Internet nur noch zum Überwachen und Geldverdienen da ist" , so die Netzaktivistin und Bloggerin Anne Roth zu den Reaktionen der deutschen Regierung auf den NSA-Skandal.
Christoph Bautz von der Kampagnenplattform Campact erklärte, die Freiheit müsse nicht am Hindukusch verteidigt werden. "Die Freiheit müssen wir alle gemeinsam hier verteidigen. Gegen die Schlapphüte von Pullach und Berlin."
"Die Demonstration ist ein Riesenerfolg" , sagte Padeluun vom Demonstrationsbündnis.
Rena Tangens von der Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage erklärte: "Auch in Deutschland wird überwacht – und alle Bürgerinnen und Bürger sind betroffen. Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Bestandsdatenauskunft und der unverhältnismäßige Einsatz von Funkzellenabfragen sind nur einige Beispiele von demokratiefeindlichen Überwachungsmaßnahmen, die abgeschafft werden müssen." Die Vorratsdatenspeicherung wird derzeit nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht durchgeführt, soll nach dem Willen der EU, Union und SPD aber wieder eingeführt werden.
Dringend müssten Technologien zur Verschlüsselung als freie Software gefördert werden, "wir brauchen Verschlüsselungssoftware, die auch wirklich jeder versteht und anwenden kann" , so der US-amerikanische Bürgerrechtsaktivist Jacob Appelbaum. "Eine starke Verschlüsselung ist der Anfang des Widerstands gegen die neue Tyrannei der heutigen Zeit" , sagte er.