2 Milliarden Euro: Telekom bekam Glasfaser beim Vectoring gefördert
Auch Vectoring wurde in Deutschland massiv gefördert. Über den Umweg des Glasfaserausbaus zum grauen Kasten (MFG) flossen über 1 Milliarde Euro.
In den vergangenen Jahren sind der Deutschen Telekom rund 2 Milliarden Euro Fördergelder durch Bund, Land, Kommunen bewilligt worden. Das hat Unternehmenssprecherin Sandra Rohrbach Golem.de auf Anfrage erklärt. Zuvor hatte Frederic Ufer, Leiter Recht & Regulierung beim VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), erklärt, die Telekom habe rund 1 Milliarde Euro Förderung ausschließlich für den Vectoringausbau erhalten.
In Anbetracht der von der Telekom bestätigten 2-Milliarden-Euro-Förderung wird die Fördersumme wohl über 1 Milliarde Euro für die Telekom liegen. Es geht dabei um die gesamte Förderung, nicht nur um Bundesmittel, sondern auch Länderprogramme und Kommunen.
Doch bei der Förderung sei es um Glasfaser gegangen, betonte Rohrbach. "Gefördert wurde und wird immer nur der Glasfaserausbau, entweder bis zum Multifunktionsgehäuse (VDSL) oder bis zum Haus (FTTH/FTTB)." Von der Fördersumme baue das Unternehmen rund 1 Million Haushalte mit schnellem Internet aus, insbesondere in schwer erschließbaren Regionen auf dem Land, und leiste einen wichtigen Beitrag für die Breitbandversorgung in der Fläche.
In der Antwort der Bundesregierung zu einer parlamentarischen Anfrage ist von 97 Projekten und von 404 Millionen Euro die Rede, die Mitte des Jahres 2018 vom Glasfaser-Upgrade keinen Gebrauch gemacht hatten. Demnach gingen die Fördermittel dann an Vectoring-/ FTTC-/VDSL-Projekte, hinzu kommt aber noch die Förderung auf Länderebene mit entsprechenden Programmen. Damit ergibt sich rechnerisch allein durch Bayern und einige andere Bundesländer ein ähnlich hoher Betrag, in Summe 1 Milliarde Euro für die Telekom.
In Bayern wurde über das damalige Förderprogramm mit einer Zieldatenrate von mindestens 50 MBit/s eine Summe von 1,5 Milliarden Euro über 2.000 Gemeinden gewährt. Von den 1,5 Milliarden Euro liefen 400 Millionen Euro als sogenannter Höfe-Bonus für FTTB (Fiber To The Building). Das Geld ging in Bayern also ganz überwiegend in Vectoring, laut Branchenkreisen zum allergrößten Teil an die Telekom.
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