Opposition kritisiert "gesetzgeberische Lethargie"

Verweise auf Rechtshilfegesuche will auch der Hamburger Justizsenator Till Steffen (Grüne) "nicht länger als Antwort akzeptieren", wie er sagte. Wenn die Staatsanwaltschaft eine Auskunft brauche, müssten die inländischen Zustellungsbevollmächtigten der Netzwerke sich um strafrechtliche und um zivilrechtliche Streitfälle kümmern. Der SPD-Politiker Zimmermann plädierte überdies dafür, zu prüfen, "ob es eine Stärkung der zivilrechtlichen Instrumente, etwa mit Blick auf Auskunftsansprüche, bedarf, damit Betroffene sich besser zur Wehr setzen können".

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Die Grünen im Bundestag warfen der Bundesregierung vor, bis heute jedwede Kritik am NetzDG und Verbesserungsvorschläge zu ignorieren. "Ihre gesetzgeberische Lethargie ist absolut unverständlich - insbesondere, da sich CDU/CSU und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Evaluierung und Überarbeitung des Gesetzes verständigten", schreiben die Grünen-Politiker Konstantin von Notz und Renate Künast in einem Gastbeitrag im Handelsblatt.

Konkret bemängeln die Bundestagsabgeordneten, dass die Vorschriften "an vielen Stellen zu unkonkret und Sanktionsmechanismen nicht ausreichend" seien. Meldewege zur Überprüfung von Inhalten etwa seien für die Nutzer nur schwierig auffindbar. Außerdem fehle ein einheitliches Verfahren zur Löschung von Inhalten.

Generell ablehnend steht der FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin dem Gesetz gegenüber. Das NetzDG sei "ein Gesetz für die Tonne", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt. "Letztlich ist es nicht akzeptabel, dass einer gefühlten Verrohung in den sozialen Medien auf Kosten der Meinungsfreiheit entgegenwirkt werden soll."

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Denn tatsächlich strafbare Inhalte ließen sich auch ohne NetzDG rechtlich wirksam bekämpfen. Außerdem würden Gesetze nicht gegen Gesinnung helfen. "Solche negativen Phänomene müssen wir als Gesellschaft im Diskurs bekämpfen und nicht durch fragwürdige Gesetze", betonte der FDP-Politiker.

Ruf nach europäischen Regelungen

Alternativ schlug Höferlin vor, sich an den Systemen der regulierten Selbstregulierung beim Jugendmedienschutz und in anderen Bereichen zu orientieren, die dort erfolgreich etabliert worden seien. "Solche Lösungen sollten auch bezogen auf soziale Netzwerke diskutiert werden", sagte er. "Wenn sich soziale Netzwerke etwa dazu verpflichten würden, gemeinschaftliche Meldestellen zu unterhalten und dabei mit staatlichen Kontrollstellen zusammenzuarbeiten, könnte die Gesellschaft zukünftig viel besser an der Bewältigung des Problems beteiligt werden als sie es gegenwärtig ist."

Noch besser wäre aus Sicht des Hamburger Justizsenators Steffen ein europäischer Schulterschluss im Kampf gegen Hass im Netz. Dass kürzlich auch Frankreich mit einem eigenen NetzDG aktiv geworden ist, sei zu begrüßen. Jedoch: "Europäische Regelungen wären natürlich noch besser und könnten im Idealfall wie bei der Datenschutz-Grundverordnung zu einer Art globalem Standard gegen Hass und Hetze werden."

Dieser Idee ist auch Lambrecht nicht abgeneigt. EU-Lösungen seien "insbesondere bei grenzüberschreitenden Sachverhalten wie Online-Kommunikation - grundsätzlich begrüßens- und erstrebenswert", hieß es aus ihrem Ministerium.

Der Richterbund sieht ein europäisches Vorgehen indes skeptisch. Die EU-Staaten arbeiteten unter dem Stichwort E-Evidence zwar daran, Internetunternehmen zu viel schnellerer Zusammenarbeit mit den Strafverfolgern zu verpflichten. Und es sei sinnvoll, damit auch die Probleme bei der Hasskriminalität möglichst europäisch zu lösen, sagte Bundesgeschäftsführer Rebehn. "Der Weg über Europa hat aber den Nachteil, dass es noch zwei bis drei Jahre dauern dürfte, ehe schärfere Regelungen für Auskünfte der sozialen Netzwerke tatsächlich in Kraft treten."

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 2 Jahre NetzDG: Regierung will Druck auf Online-Plattformen erhöhen
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trashbubble 02. Okt 2019

Das könntest Du den Richter einmal mal fragen gehen!?!

schap23 02. Okt 2019

Dort werden ironische oder sarkastische Beiträge im Forum regelmäßig entfernt, weil...

Kleba 01. Okt 2019

Eine ähnliche Argumentation könnte man aber auch bei FB, Twitter und Co. gelten lassen...

User_x 01. Okt 2019

Aus Chaos wird Ordnung. Aus Kreativität wird Reinheit. Schauderhaft irgendwie. Ob...



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