2 GBit/s und 100 MBit/s: Vodafones Kabelnetz könnte bereits doppelt so schnell sein

Wenn Vodafone im Kabelnetz das lineare TV-Programm weglassen würde, wären sogar bereits 3 GBit/s im Downstream erreichbar.

Artikel veröffentlicht am ,
Docsis 3.1: Glasfaser muss näher zum Kunden.
Docsis 3.1: Glasfaser muss näher zum Kunden. (Bild: Vodafone Deutschland)

Vodafone erreicht in seinem für Kunden offenen Kabelnetz in Stuttgart eine Datenübertragungsrate von 2 GBit/s im Download und 100 MBit/s im Upload. Das führte der Netzbetreiber am 28. Juli 2020 in einem Speedtest vor. Vodafone bietet bisher in seinem besten Kabelnetztarif Red Internet & Phone im Download 1 GBit/s und im Upload 50 MBit/s.

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Unternehmenssprecher Helge Buchheister sagte: "2 GBit/s im Download und 100 MBit/s im Upload sind bereits unter Praxisbedingungen möglich, auch wenn sie noch nicht vermarktet werden. Nicht nur Glasfaser ist sehr leistungsstark, das Kabelnetz ist absolut ebenbürtig." Eine höhere Uploadgeschwindigkeit werde Vodafone voraussichtlich im nächsten Jahr anbieten.

Zum Vergleich: Mit Super Vectoring sind bei der Deutschen Telekom VDSL-Datenraten von bis zu 250 MBit/s im Download und ein Upload von bis zu 40 MBit/s erreichbar.

Den Speedtest im Netz in Stuttgart führten Reik Elftmann, Manager Network Quality & Architecture bei Vodafone, und Tobias Überschär, Director Qualitätsanalyse bei Vodafone, vor. Mit einer Fritzbox 6660 wurden 2040 MBit/s und 103 MBit/s erreicht. "Wenn wir kein Fernsehen im Kabelnetz anbieten würden, kämen wir sogar auf bis zu 3 GBit/s und mehr im Downstream", betonte Elftmann. Der Kabelnetzstandard Docsis 3.1 funktioniere " besser als wir bei der Einführung erwartet haben", sagte er.

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Das Kabel ist dabei weiter ein Shared Medium, alle Haushalte in einem Netzabschnitt teilen sich die verfügbare Bandbreite. Ein Fibernode ist im Netz ein Bauteil, in dem das optische Signal aus der Glasfaser in ein elektrisches Signal auf Coax-Kabel umgesetzt wird. In einem Node könnten nach früheren Aussagen einige Hundert Haushalte sein, aber auch mehrere Tausend. Bei einem Nodesplit wird im Grunde ein zusätzlicher Fibernode aufgebaut und ein Teil der Kunden des ursprünglichen Fibernodes zu einem neu errichteten Node hinübergezogen. Die Zahl der Haushalte pro Node verringert sich und es steht an beiden wieder mehr Kapazität zur Verfügung.

Laut Elftmann gab es im Upstream während der Corona-Krise in einigen Netzsegmenten "Beeinträchtigungen", weshalb Segmentierungen vorgezogen wurden. "Im Downstream gab es zur Corona-Hochzeit keine Probleme, im Upstream wurden zügig Lösungen gefunden." Buchheister betonte, dass Vodafone jedes Jahr mehrere Hundert Nodesplits durchführe. Laut Elftmann wird es zukünftig sogar noch deutliche Steigerungen geben, "um die Kundenanzahl im Node immer weiter zu minimieren". Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich die Voraussetzungen für die Kapazitätsplanung im Upstream durch Corona verändert hätten, sagte Reikmann.

Chips für den Nachfolgestandard 4.0 seien noch nicht verfügbar. Die Hersteller arbeiteten daran. Elftmann betonte: "Viele passive Bauelemente im Netz tauschen wir bereits im Rahmen unserer regulären Netzaufrüstungsprojekte gegen Komponenten aus, die für Docsis 4.0 geeignet sind."

Für die Cablelabs, das Forschungs- und Innovationslab der Kabelindustrie, sprach Senior Executive Advisor Volker Leisse:"Der neue Standard Docsis 4.0 ist eine Zusammenstellung verschiedener Spezifikationen und Techniken, die 10G ermöglichen und die Latenz im Kabelnetz verringern."

Neue Spezifikation für Docsis 4.0 kam erst im April

Zwei Technologieoptionen sind hier laut Leisse möglich: Full Duplex (FDX), die simultane Übertragung im Downstream und Upstream zur gleichen Zeit auf derselben Frequenz und FDD (Frequency Division Duplex), die Erweiterung des Spektrums für die Upstream- und Downstream-Übertragung. Die Auswahl der Optionen erfolge in Abhängigkeit von der Strategie für den Netzausbau. Gehe es um den elektrischen Teil des Netzes (Koaxialkabel) ohne Verstärker, sei FDX geeignet. Gehe es um die Verschiebung der oberen Grenzfrequenz für die Upstream-Übertragungen, sei FDD die richtige Wahl.

Die vollständige Spezifikation einschließlich FDX und FDD für Docsis 4.0 sei erst im April 2020 veröffentlicht worden, erklärte Leisse.

Elftmann sagte auf Nachfrage von Golem.de, bei FDX Full Duplex müsse Vodafone mit der Glasfaser dicht ans Haus, "bis an den Straßenrand, also Fiber To The Curb". Bei FDD müsse man, um die Verstärkerkaskaden zu verkürzen, nicht ganz so nah ran. Für welchen Weg sich Vodafone entscheide, habe das Unternehmen noch nicht festgelegt.

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HammerTime 31. Jul 2020

Es macht wenig Sinn eine Diskussion zu führen, wenn Fakten ignoriert werden. Nochmal: Du...

M.P. 31. Jul 2020

Der für DOCSIS 3.1 genutzte Frequenzbereich ist deutlich breiter, als ein DOCSIS 3.0...

M.P. 31. Jul 2020

Wenn ich das richtig verstanden habe, muss für einen Nodesplit doch Glasfaser verlegt...

HammerTime 30. Jul 2020

Ist bei Kabelanschlüssen genauso. Selbst meine IPSec Tunnel (UDP) laufen über Tage...

HammerTime 30. Jul 2020

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