1X Neo kommt nächstes Jahr: Roboter erledigt den Haushalt - für 20.000 US-Dollar

Neo heißt ein erster humanoider Roboter, der Aufgaben im Haushalt erledigen soll. Das norwegische Unternehmen 1X will Neo im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Interessenten können den Haushaltsroboter bereits vorbestellen.
Der Roboter soll irgendwann einmal den Geschirrspüler ein- und ausräumen können, den Nutzern Dinge aus dem Kühlschrank bringen und einen Lichtschalter betätigen können. Auch soll er Wäsche aufhängen, zusammenlegen und wegräumen, staubsaugen, Blumen gießen und ein Zimmer aufräumen können.
1X verspricht, dass Neo alle typischen Aufgaben im Haushalt erledigen können soll. Das Ziel: dass Menschen nach der Arbeit nicht nach Hause kommen, um dann noch weiterzuarbeiten. Viele der typischen Haushaltspflichten soll Neo dann nämlich längst erledigt haben. Kochen kann Neo anfangs noch nicht, immerhin soll er Rezeptvorschläge machen können.
Noch bleibt das alles eine Vision
Wenn Neo allerdings irgendwann 2026 an erste Kunden geliefert wird, kann er viele typische Aufgaben im Haushalt noch nicht alleine durchführen, wie das Unternehmen bei der Vorstellung von Neo einräumte. Der Roboter muss erst trainiert werden, anfangs werden Mitarbeiter des Unternehmens ihn aus der Ferne bedienen, um die zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen.
Dabei soll der Roboter immer mehr lernen und später einmal selbsttätig agieren. 1X machte keine Angaben dazu, wie lange dieser Lernprozess dauern und ab wann die menschliche Fernsteuerung nicht mehr nötig sein wird. Käufer des Neo müssen sich damit einverstanden erklären, dass ein Mensch das Innere der eigenen Wohnung sieht, um den Roboter steuern zu können.







Der Neo kann mit einer App oder per Sprachbefehl gesteuert werden. Er soll durch Einsatz eines integrierten großen Sprachmodells (LLM) dazu in der Lage sein, auf komplexe Fragen die richtigen Antworten zu liefern und die Planung des Alltags übernehmen. Dem Roboter können Aufgaben im Haushalt zugewiesen werden, die er zu einer festgelegten Zeit erledigen soll.
Die Licht- und Schattenseiten von Neo
Wer einen Neo besitzt, bucht anfangs einen Mitarbeiter von 1X, der den Roboter bedient und die gestellte Aufgabe damit erledigt. Dabei sollen sich Bereiche im Haus oder der Wohnung festlegen lassen, in die der Roboter nicht darf. Zudem wird es eine Option geben, die Gesichter von Personen für den Roboter respektive den Menschen hinter dem Roboter nicht sichtbar zu machen.
Wenn dem Roboter keine Aufgabe zugewiesen wird, sollen 1X-Mitarbeiter keine Möglichkeit haben, Neo von sich aus zu steuern. 1X betont, dass großer Wert auf Privatsphäre und Datenschutz gelegt werde. Alle für die Robotersteuerung eingesetzten Mitarbeiter sollen aus den USA arbeiten.
"Es ist nicht für jeden geeignet" , sagte 1X-CEO Bernt Børnich dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . "Wenn Sie dieses Produkt kaufen, dann nur, weil Sie mit diesem Gesellschaftsvertrag einverstanden sind. Wenn wir Ihre Daten nicht haben, können wir das Produkt nicht verbessern." .
Diese Eigenschaften weist Neo auf
Børnich verspricht, dass Neo im Jahr 2026 "die meisten Dinge in Ihrem Haus selbstständig erledigen wird" . Dabei räumte er ein, dass die Qualität anfangs noch nicht so gut sein werde. Aber der Roboter werde sich "drastisch verbessern" , sobald das Unternehmen mehr Daten aus entsprechend vielen Haushalten gesammelt habe. Damit werden erste Käufer des Neo quasi zu Betatestern.
1X verspricht, dass Neo eine Geschicklichkeit auf menschlichem Niveau erreichen soll. Dabei würden patentierte sehnenbasierte Getriebe sowie Motoren mit der höchsten Drehmomentdichte der Welt verwendet, heißt es vom Unternehmen. Es soll sich um ein einzigartiges Antriebssystem handeln, das besonders sanfte Bewegungen verspricht. Dabei soll der Roboter mit einem Geräuschpegel von 22 dB leiser als ein moderner Kühlschrank sein.
Der Roboter besteht aus einem weichen Körper aus speziell angefertigten 3D-Gitterpolymerstrukturen und ahmt von der Form her einen menschlichen Körper nach. Er trägt einen weichen Strickanzug und Schuhe. Der 1,80 Meter große Roboter wiegt knapp 30 kg und soll niemanden schwer verletzen können, falls er mal fällt. Er soll in der Lage sein, Dinge mit bis zu 68 kg zu heben. Beim Tragen ist die Maximallast auf 24,95 kg beschränkt.
Roboter ist in ersten Tests eher langsam
Die Hände des Roboters sind wasserdicht, der übrige Bereich nicht. Der Roboter ist mit WLAN, Bluetooth und 5G-Technik ausgestattet und hat einen dreistufigen Lautsprecher im Becken- und Brustbereich eingebaut, um bei Bedarf als mobiles Unterhaltungssystem zu dienen.







Das Wall Street Journal konnte den Roboter nach eigenen Aussagen bereits ausprobieren und kam zu dem Schluss, dass Arbeitsschritte derzeit noch vergleichsweise viel Zeit in Anspruch nehmen. Das Zusammenlegen eines Pullovers habe zwei Minuten gedauert und für das Einräumen einer Gabel und zweier Plastikgläser in den Geschirrspüler brauchte der Roboter fünf Minuten.
Es ist offen, ob sich diese Abläufe noch beschleunigen lassen. Falls der Roboter diese Aufgaben erledigt, während andere bei der Arbeit sind, wäre es nicht so entscheidend, wie lange er dafür braucht – sofern er es schafft, die gestellten Aufgaben zu erledigen, bis die Bewohner nach Hause kommen.
Bewusste Einschränkungen beim Roboter
Neo wird anfangs ganz bewusst nichts Heißes, Schweres oder Scharfes anfassen. Damit soll das Risiko minimiert werden, dass der Roboter ungewollt Schaden an Gegenständen oder Personen anrichtet. Wann diese Beschränkung aufgehoben wird, ist offen. Käufer des Neo könnten sich Sorgen machen, dass der Roboter die Bewohner nachts verletzt oder das Haus in Brand setzt.
1X will den Roboter Neo(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 2026 vorerst nur in den USA auf den Markt bringen. Er kann derzeit zum Preis von 20.000 US-Dollar in den Farben Hellbraun, Dunkelbraun und Grau vorbestellt werden. Beim Kauf wird es keine weiteren Abokosten geben.







Alternativ zum Einmalkauf soll es ein Abomodell für 500 US-Dollar pro Monat geben, das aber erst später angeboten wird. Dabei ist eine Mindestvertragslaufzeit von einem halben Jahr vorgesehen, das ergibt also Ausgaben von mindestens 3.000 US-Dollar.
Ab dem Jahr 2027 soll Neo auch in anderen Ländern auf den Markt kommen. Nähere Angaben gibt es dazu nicht, so dass unklar ist, ob auch Deutschland dabei sein wird.