15 Jahre Extreme Edition: Als Intel noch AMD zuvorkommen musste

Seit 2003 verkauft Intel seine CPU-Topmodelle für Spieler und Enthusiasten als Extreme Edition. Wir blicken zurück auf 15 Jahre voller zweckentfremdeter Xeon-Chips, Mainboards mit Totenschädeln und extremer Prozessoren, die mit Phasenkühlung demonstriert wurden.

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Ein Core i9-7980XE, die erste Extreme Edition mit i9-Bezeichnung
Ein Core i9-7980XE, die erste Extreme Edition mit i9-Bezeichnung (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Einige Tage bevor AMD im September 2003 den Athlon 64 FX-51 veröffentlichte, präsentierte Intel den Pentium 4 EE mit 3,2 GHz: Das stand und steht bis heute für Extreme Edition und ist die Bezeichnung für das jeweils schnellste CPU-Modell in Intels Portfolio, welches sich primär an Gamer richtet. Der erste Pentium 4 EE war dann auch ziemlich extrem, denn der verwendete Gallatin-Kern stammte aus dem Server-Segment. Intel musste für die Testmuster in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gar einige Kontakte von Xeon-Chips abkratzen und die CPU-ID manuell umschreiben, im Handel waren die Chips erst Anfang November 2003.

Inhalt:
  1. 15 Jahre Extreme Edition: Als Intel noch AMD zuvorkommen musste
  2. Der Core 2 Duo erscheint
  3. Nehalem erhält RAM-Controller
  4. Der Wechsel zu DDR4 erfolgt

Mit einer Fläche von 237 mm² und 169 Millionen Transistoren wirkte der bisherige Northwood-Chip geradezu lächerlich klein, denn der Pentium 4 EE wies einen L3-Cache von 2 MByte auf. Im Duell gegen AMDs Athlon 64 FX-51 konnte er sich vor allem bei Multimedia-Benchmarks durchsetzen, mit damals rund 700 US-Dollar war der Chip überdies sogar weniger teuer als der Prozessor der Konkurrenz. Das blieb aber nicht lange so, denn im November 2004 folgte der Pentium EE mit 3,46 GHz und schnellerem Front-Side-Bus, welcher 999 US-Dollar kostete. Diesen Preis rief Intel viele Jahre für seine Extreme Editions auf, für neuere Ableger wurde und wird aber noch mehr Geld fällig.

Im Februar 2005 kam der Pentium 4 EE mit 3,73 GHz auf Basis des 90-nm-Prescott-Kerns in den Handel. Dieser verzichtete jedoch auf einen L3-Cache und wies dafür ein FSB von 266 MHz auf. Je nach Anwendung war mal der Pentium 4 EE mit 3,46 GHz und mal der mit 3,73 GHz der schnellste Singlecore-Prozessor der Netburst-Generation. Wie viel die 90 nm statt 130 nm ausmachten, zeigte die Chipgröße: Trotz ebenfalls 169 Millionen Transistoren war der Prescott 2M mit 135 mm² viel kompakter wenngleich nicht sparsamer, da Intel das Fertigungsverfahren mehr als ausreizte und so auch nie einen 4-GHz-Prozessor veröffentlichte. Der Pentium 4 570 mit 3,8 GHz blieb das am höchsten taktende Modell.

Stattdessen folgte der Wechsel auf den Pentium D mit zwei Kernen, dem in 90 nm gefertigten Smithfield. Der Pentium EE 840 trat im Mai 2005 nur mit 3,2 GHz an und wurde schon im Januar 2006 durch den Pentium EE 955 mit 3,46 GHz ersetzt. Während aber AMDs Athlon 64 (FX) native Dualcores waren, setzte Intel auf zwei Presler-Dies mit 65-nm-Fertigung auf einem Träger. Im März 2006 erschien noch der Pentium EE 965 mit 3,73 GHz und damit der flotteste Prozessor mit Netburst-Technik, denn die von Intel als Tejas bezeichnete Nachfolge-Generation schaffte es nie zur Serienreife - zu hoch waren Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung.

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superdachs 30. Mär 2022

Naja... Ryzen ist inzwischen auch schon einige Jahre alt und der Untergang Intels ist bis...

Fun 09. Nov 2018

Ja, erst schwelgt man in Erinnerung an die P4 und dann Core2 Zeiten. Und dann realisiert...

NeoCronos 08. Nov 2018

Was ist das denn für eine bescheuerte Antwort? Es geht um die Präsentation der Ivy Bridge...

Qbit42 06. Nov 2018

Ist wirklich ein super Prozessor! Habe ihn damals bei einem Bekannten verbaut (auch...



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