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Fragmentierung ist seit jeher ein Problem

Bis zum Ende der 2010er Jahre benötigten die meisten Hersteller von Android-Geräten verhältnismäßig lange, um eine neue Version an ihre Geräte anzupassen. Mitunter kamen die "neuen" Versionen fast ein Jahr nach der Veröffentlichung auf die Geräte – wenn überhaupt. Auch dieser Punkt war einer der Gründe, warum Custom ROMs entstanden: Teilweise innerhalb von wenigen Tagen veröffentlichten die Entwickler erste, auf AOSP basierende neue Versionen, während die großen Hersteller erst ihre überfrachteten Benutzeroberflächen anpassen mussten.

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Diese Fragmentierung der Android-Versionen führte dazu, dass ein neues Android teilweise Monate nach der Veröffentlichung nur zu einem geringen Prozentsatz installiert war. Hersteller von preiswerten Smartphones boten oft überhaupt keine Upgrades an. So hatte im Mai 2023 die Android-Version 8 und 8.1 aus dem Jahr 2017 einen Marktanteil von 8,3 Prozent. Das ist vor allem ein Sicherheitsrisiko, da alte Versionen in der Regel auch keine Sicherheitsupdates mehr bekommen.

Seit einigen Jahren geht Google diese Fragmentierung an und versucht seitdem, systemrelevante Updates über den Play Store direkt auf die Smartphones zu bringen. Die alten Versionen sind aber immer noch wesentlich präsenter als etwa bei Apples iOS, obwohl bei einigen Herstellern ein Umdenken stattgefunden hat.

Hersteller bringen schneller Updates

Samsung beispielsweise hat mittlerweile ein recht umfangreiches Betaprogramm und bringt in der Regel recht schnell neue Android-Versionen auf seine Smartphones und Tablets. Wer auf Nummer sicher gehen will, dürfte bei Googles eigenen Pixel-Smartphones am besten aufgehoben sein. Auch der Zeitraum für Updates hat sich in den letzten Jahren stark verbessert – Google, Samsung und auch Xiaomi geben mittlerweile fünf Jahre lang Sicherheitsupdates heraus, Fairphone sogar deutlich länger.

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Abgesehen von den Änderungen bei der Updatepolitik hat sich natürlich auch Android selbst in den letzten 15 Jahren verändert. Neben Verbesserungen bei der Sicherheit und beim Datenschutz hat sich Android auch technisch enorm weiterentwickelt. Von der Unterstützung von 8K-Aufnahmen und 4K-Bildschirminhalten über die Integration eines Sprachassistenten bis hin zu Always-On-Displays und verschiedenen biometrischen Entsperrmethoden hat Android stark an Funktionalität gewonnen.

Die Veränderungen zeigen sich auch äußerlich: Vom verspielten, skeuomorphen Aussehen hat sich Google Schritt für Schritt verabschiedet uns setzt seit 2015 die Designsprache Material Design ein. Diese ist relativ schlicht und verwendet vor allem einheitliche Flächen, Schatten und eher unauffällige Animationen. Die Weiterentwicklung von Material Design ist Material You, das mehr individuelle Konfigurationen erlaubt. Auch Hersteller wie Samsung haben ihr Design über die Jahre geändert und eher vereinfacht, auch unter Berücksichtigung einer besseren Bedienbarkeit.

Verbesserungen für Smartphones mit neuen Formfaktoren

Dazu kommen seit einigen Jahren Anpassungen, die auf neue Nutzungsszenarien zugeschnitten sind – etwa ein verbessertes Multitasking, das zunächst bei Tablets wichtig war, zunehmend aber auch für faltbare Smartphones Verwendung findet. Seit Android 12 gibt es eine Art Tablet-Modus in Android, der beispielsweise eine Taskleiste einblendet, wenn ein faltbares Smartphone in den Tablet-Modus aufgeklappt wird.

Durch die Marktposition von Google und natürlich auch dem Umstand geschuldet, dass Android ein vielseitiges Betriebssystem ist, beherrscht es zusammen mit iOS den Smartphonemarkt. Das bedeutet aber auch, dass es keine wirkliche Konkurrenz mehr gibt. Fast alle neuen Betriebssysteme der vergangenen Jahre sind gescheitert oder fristen ein Nischendasein.

Sailfish OS, WebOS, Firefox OS, Ubuntu Phone und wie sie alle heißen – gegen Android hatten sie keine Chance.

Und das, obwohl die Verwendung von Google-Android durch die Lizenzierung der Google Mobile Services für die Hersteller eigentlich eher ungünstig ist: In den meisten Märkten haben Android-Systeme ohne Google-Apps nur wenig Chancen, auf dem Massenmarkt erfolgreich zu sein (mit der Ausnahme von China). Entsprechend lässt sich Google die Lizenzierung bezahlen. Unter anderem innerhalb der EU wird mit dem DMA nun ein Mittel eingesetzt, das eine derartige Marktposition aufbrechen soll – mit aktuell noch unbekanntem Ausgang.

In 15 Jahren hat sich Android vom Symbian-Herausforderer zum weltweit stärksten mobilen Betriebssystem entwickelt. Ob das Gründungsquartett dies 2003 so erwartet hat, ist fraglich. Auch damals ging man übermächtig erscheinende Softwaregiganten an – wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann doch noch einen Herausforderer, der Android die Vormachtstellung streitig machen kann.

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