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13 Prozent weniger Lohn: KI macht Absolventen den Jobstart schwer

Eine US-Studie zeigt: Wer ein Fach studiert hat, in dem KI stark zum Einsatz kommt, verdient im ersten Job deutlich weniger.
/ Andreas Donath
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Arbeitsumfeld stark mit KI durchsetzt? (Bild: Pexels)
Arbeitsumfeld stark mit KI durchsetzt? Bild: Pexels

Eine aktuelle Studie aus den USA(öffnet im neuen Fenster) legt nahe: Für Absolventen von Fächern, in denen künstliche Intelligenz stark zum Einsatz kommt, ist der Einstieg ins Arbeitsleben schwerer geworden. Das gilt seit dem Start von ChatGPT Ende 2022.

Die Forscher betonen jedoch: Nur weil beides zur gleichen Zeit passiere, heiße das nicht, dass KI schuld sei.

Die Studie wurde im September 2026 vom US Census Bureau veröffentlicht, einer staatlichen Statistikbehörde. Es ist ein Arbeitspapier, also noch kein offizieller, geprüfter Bericht.

Die Forscher werteten Daten von rund 6,7 Millionen Bachelor Absolventen aus. Das sind fast 30 Prozent aller Abschlüsse zwischen 2016 und 2024. Untersucht wurde, wo die Absolventen arbeiten und was sie verdienen.

Deutlich weniger Geld im ersten Job

Das wichtigste Ergebnis: Absolventen der Fächer mit der höchsten KI-Belastung verdienten im ersten Arbeitsquartal rund 13 Prozent weniger als Absolventen anderer Fächer. Außerdem war ihre Chance, überhaupt einen Job zu finden, um etwa 5 Prozentpunkte niedriger.

Ein Verlust in dieser Höhe ist ungefähr so groß wie bei Absolventen, die während einer schweren Wirtschaftskrise ins Arbeitsleben starten. Nach zwei Jahren schrumpfte der Abstand auf etwa 5 Prozent. Ganz verschwunden war er aber nicht.

Betroffen sind vor allem Informatik und ähnliche Fächer. Auch Mathematik und Statistik gehören dazu.

Gründe für sinkende Löhne

Die Hälfte des Lohnverlusts erklärt sich damit, dass Absolventen Jobs in schlechter bezahlten Branchen aufnahmen. Statt in der Tech-Branche arbeiteten sie zum Beispiel im Einzelhandel oder in der Gastronomie.

Die andere Hälfte kommt daher, dass die Berufseinsteiger auch innerhalb ihrer Branche weniger verdienten. Die Forscher vermuten, dass viele unter ihrem potenziellen Niveau arbeiten. Manche wechselten später häufiger den Job und der Lohnabstand wurde kleiner. Das könnte bedeuten, dass sie mit der Zeit bessere Stellen finden. Sicher ist das aber nicht, der beobachtete Zeitraum ist zu kurz.

Mögliche weitere Erklärungen

Die Forscher prüften auch weitere Erklärungen. Ein Einfluss von Homeoffice oder der höheren Zahl von Absolventen konnte nicht nachgewiesen werden. Auch andere Messmethoden änderten am Ergebnis nichts. Steigende Zinsen könnten eine kleine Rolle spielen, erklären der Studie zufolge aber höchstens ein Viertel des Effekts. Schwer abzugrenzen sind der Abbau von Jobs in der Tech-Branche und die Normalisierung nach der Pandemie.

Die Forscher räumten ein, dass sie nicht beweisen könnten, dass KI die Ursache sei. Zeitpunkt und Muster passten aber gut dazu.

Die Daten stammten vor allem von großen staatlichen Unis, sie gelten also nicht für alle Hochschulen. Warum genau die Löhne sinken, bleibt offen. Möglicherweise brauchen Firmen weniger Berufseinsteiger, weil KI einfache Aufgaben übernimmt. Wie es langfristig weitergeht, hängt davon ab, wie Firmen, Arbeitnehmer und Hochschulen reagieren.


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