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127.000 BTC: China wirft USA gigantischen Bitcoin-Diebstahl vor

Die USA haben kürzlich Bitcoin im Wert von über 11 Milliarden Euro beschlagnahmt. China sieht Verbindungen zu einem Hackerangriff von 2020.
/ Marc Stöckel
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Laut China haben sich die USA an einem großen Bitcoin-Hack beteiligt. (Bild: ROMAIN COSTASECA/Hans Lucas/AFP via Getty Images)
Laut China haben sich die USA an einem großen Bitcoin-Hack beteiligt. Bild: ROMAIN COSTASECA/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Erst im August deckten die Blockchain-Analytiker von Arkham einen milliardenschweren und zuvor nicht öffentlich bekannten Fall von Bitcoin-Diebstahl auf , der sich Ende 2020 ereignet hatte. Jetzt wirft Chinas Cybersicherheitsbehörde den USA vor, diesen Diebstahl gezielt arrangiert zu haben, wie unter anderem Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Es geht um mehr als 127.000 Bitcoin, die damals den Besitzer wechselten.

Die gestohlenen Kryptowerte gehörten ursprünglich Lubian – damals Betreiber eines der weltgrößten Bitcoin-Miningpools mit Anlagen in China und dem Iran. Fast sechs Prozent der Hashrate des gesamten Bitcoin-Netzwerkes wurden im Mai 2020 Lubian zugeschrieben.

Doch Ende Dezember desselben Jahres erbeutete ein Angreifer fast den gesamten Bitcoin-Bestand des Unternehmens. Damals hatten die 127.272 erbeuteten Bitcoin einen Gesamtwert von etwa drei Milliarden Euro. Nach derzeitigem Handelskurs liegt der Wert bei rund 11,5 Milliarden Euro. Kurz nach dem Diebstahl stellte Lubian seine Mining-Aktivitäten ein.

Beute jahrelang nicht bewegt

Chinas nationales Computer Virus Emergency Response Center (Cverc) behauptet nun, der Angriff sei eine von der US-Regierung gesteuerte Operation gewesen. Begründet wird dies unter anderem mit dem Umstand, dass die erbeuteten Bitcoin nach dem Angriff jahrelang nicht bewegt wurden. Erst im Juni 2024 wurden sie den Angaben nach auf eine neue Wallet übertragen, wo sie noch heute liegen.

Dies entspreche "offensichtlich nicht dem allgemeinen Verhalten von Hackern, die Geld verdienen und Gewinne erzielen wollen" , heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung des Cverc(öffnet im neuen Fenster) . Die Chinesen nehmen an, dass ein nicht staatlicher Angreifer die Kryptowerte längst in echtes Geld umgewandelt und zumindest in Teilen ausgegeben hätte.

Erst vor wenigen Tagen hatten die USA zudem die Beschlagnahmung von 127.000 Bitcoin von einem 37-jährigen Kambodschaner bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) , die aus Betrugs- und Geldwäscheaktivitäten stammen sollen. Die Chinesen sehen in der Zahl keinen Zufall und geben an, es handle sich um die Kryptowerte von Lubian. Dazu, wie genau die USA an die Coins gelangt sind, wollte sich die US-Staatsanwaltschaft bisher nicht äußern.


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