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12345678: Lenovos Shareit-App verwendet unsicheres Standardkennwort

Lenovo s Chef kündigte zwar im Interview vor einigen Wochen an, künftig sichere Software einsetzen zu wollen – im Fall eines Programms zur Dateiübertragung funktioniert das jedoch noch nicht besonders gut.
/ Hauke Gierow
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Lenovos Shareit-App hat es mit der Sicherheit nicht so genau genommen. (Bild: Screenshot:Golem.de)
Lenovos Shareit-App hat es mit der Sicherheit nicht so genau genommen. Bild: Screenshot:Golem.de

Die Forscher der Sicherheitsfirma Coresecurity haben Schwachstellen in Lenovos Programm zur Dateiübertragung zwischen PC und Smartphone gefunden. Die Software mit dem Namen Shareit sei in den Versionen 3.0.18_ww für Android und 2.5.11 für Windows verwundbar, heißt es in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) . Lenovo hat die Schwachstellen unterdessen gefixt(öffnet im neuen Fenster) .

Die Software existiert auch für iOS und Windows-Phone-Geräte. Ob diese Versionen ebenfalls angreifbar sind, wurde bislang nicht getestet. Die App erstellt unter Windows einen WLAN-Hotspot, mit dem sich dann auch die anderen zum Dateiaustausch verwendeten Geräte verbinden müssen. Dieser WLAN-Hotspot setzt in den angreifbaren Versionen auf das unsichere Standardpasswort 12345678. Dieses Passwort kann vom Nutzer nicht geändert werden. Die Schwachstelle hat die CVE-Nummer 2016-1491.

Man-In-The-Middle-Angriff

Ein Angreifer kann sich nach Angaben der Sicherheitsforscher außerdem mit dem Netzwerk verbinden und die freigegebenen Dateien per http-Request auslesen, soll diese aber nicht auf sein Gerät herunterladen können. Grund hierfür ist eine nicht genauer beschriebene Schwachstelle in dem von Lenovo zum Dateiaustausch gestarteten Webserver (CVE-2016-1490). Die Dateien werden zudem unverschlüsselt übertragen – ein böswilliger Angreifer im Netzwerk könnte daher als Man-In-The-Middle den Traffic mitschneiden, aber auch verändern – und so auch Schadcode in das System injizieren (CVE-2016-1489).

Wird ein Shareit-Hotspot auf Android-Geräten gestartet, verzichtet das Programm in der verwundbaren Version ganz auf lästige Sicherungsmaßnahmen und erstellt einen offenen Hotspot ohne Passwort. Lenovos Chef hatte vor einigen Wochen in einem Interview Microsoft für das kostenfreie Windows-10-Upgrade kritisiert . Als Reaktion auf den Superfish-Skandal kündigte er außerdem an, künftig verstärkt sichere Software einzusetzen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.


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