11900K, 11700K, 11600K im Test: Intels Lückenbüßer leistet (und verlangt) viel

Neue Architektur, alte Fertigung: Rocket Lake hat flotte CPU-Kerne und PCIe Gen4, die Ryzen-5000-Konkurrenz ist aber zumeist übermächtig.

Ein Test von veröffentlicht am
Rocket Lake S im Test: Core i9-11900K, Core i7-11700K, Core i5-11600K
Rocket Lake S im Test: Core i9-11900K, Core i7-11700K, Core i5-11600K (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Intel steckt schon lange in einem Dilemma: Eigentlich wollte der CPU-Entwickler längst alle Prozessoren mit 10-nm-Technik fertigen, deren Ausbeute ist aber gering und die erreichbaren Taktraten sind vergleichsweise niedrig. Das mag für Ultrabook- und Server-Modelle reichen, nicht aber im Desktop-Segment.

Hinzu kommt, dass Intel wie kaum ein anderer Hersteller das Design eines Chips und dessen Fertigung extrem eng verzahnt. Einfach eine Architektur für 10 nm hernehmen und diese mit 14 nm produzieren? Genau das war bei Intel nie vorgesehen - bis vor einigen Jahren aus der Not schlicht eine Tugend gemacht wurde.

Das heutige Resultat bildet ein Design namens Rocket Lake S, so heißt die 11th Gen für Desktop intern. Diese Prozessoren werden zwar mit 14 nm gefertigt, nutzen aber eine für 10 nm gedachte Architektur, was Intel per Backport erreicht hat. Das Resultat ist ein sehr schneller Gaming-Prozessor, der vergleichsweise wenige CPU-Kerne hat und äußerst viel Energie benötigt.

Rocket Lake reicht von i9 bis i5

Topmodell ist der achtkernige Core i9-11900K, gefolgt vom ebenfalls achtkernigen Core i7-11700K und dem sechskernigen Core i5-11600K. Verglichen mit der bisherigen 10th Gen alias Comet Lake S stellt das an der Spitze einen Rückschritt dar, denn der Core i9-10900K (Test) hat zehn CPU-Kerne. Dieses Manko will Intel durch eine höhere Leistung pro Takt ausgleichen, was teilweise auch gelingt.

  • Intels Rocket Lake im Gruppenbild (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Core i9-11900K, Core i7-11700K, Core i5-11600K (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Rocket Lake im Überblick (Bild: Intel)
  • Sunny Cove wurde mit 10 nm und Ice Lake U eingeführt. (Bild: Intel)
  • Plattform-Diagramm von Rocket Lake (Bild: Intel)
  • Die Xe-LP-Grafikeinheit unterstützt AV1-Decoding. (Bild: Intel)
  • Rocket Lake läuft nur in Z490- und H470- sowie in 500er-Boards. (Bild: Intel)
  • Abseits des H510 gibt es 20 CPU-Lanes und USB 3.2 Gen2x2. (Bild: Intel)
  • Z590 und H470 unterstützen einen x8-Link zum Prozessor. (Bild: Intel)
  • PCIe Gen4 x4 für eine NVMe-SSD klappt wie erwartet. (Bild: Golem.de)
  • Gear1 statt Gear2 verringert die RAM-Latenz, was wichtig für Spiele ist. (Bild: Golem.de)
  • Der Adaptive Boost steigert die Taktraten auf bis zu 5,3 GHz für alle Kerne. (Bild: Intel)
  • Neuere Firmware-Versionen verbessern Bandbreite und RAM-Latenz. (Bild: Golem.de)
  • Empfohlene Power-Limits für Comet Lake und Rocket Lake  (Bild: Intel)
  • MSI fragt nach PL1/PL2, legt aber nach zehn Sekunden volle 255 Watt an. (Bild: Golem.de)
  • Asus' ROG Maximus XIII Hero und MSIs B560 Tomahawk WiFi (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Core i9-11900K, Core i7-11700K, Core i5-11600K (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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Wie bei jeder Generation gibt es neue Mainboards, prinzipiell ist Rocket Lake aber abwärtskompatibel zu bisherigen Platinen. Der Sockel LGA 1200 bleibt der gleiche, bei der Kompatibilität hat Intel aber einige ärgerliche Hürden eingebaut - wir schlüsseln weiter hinten im Test auf, welcher Prozessor von welchem Chipsatz unterstützt wird.

Kerne TaktBoost*L3-CacheSpeicher (G1)GrafikTDP
Core i9-11900K(F)8 + SMT3,5 bis 5,3 GHzbis 5,1 GHz16 MByteDDR4-3200UHD 750 (keine)125 Watt
Core i9-11900(F)8 + SMT2,5 bis 5,2 GHzbis 4,7 GHz16 MByteDDR4-2933UHD 750 (keine)65 Watt
Core i9-11900T8 + SMT1,5 bis 4,9 GHzbis 3,7 GHz16 MByteDDR4-2933UHD 750 35 Watt
Core i7-11700K(F)8 + SMT3,6 bis 5,0 GHzbis 4,6 GHz16 MByteDDR4-2933UHD 750 (keine)125 Watt
Core i7-11700(F)8 + SMT2,5 bis 4,9 GHzbis 4,4 GHz16 MByteDDR4-2933UHD 750 (keine)65 Watt
Core i7-11700T8 + SMT1,4 bis 4,6 GHzbis 3,6 GHz16 MByteDDR4-2933UHD 750 35 Watt
Core i5-11600K(F)6 + SMT3,9 bis 4,9 GHzbis 4,6 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 750 (keine)125 Watt
Core i5-116006 + SMT2,8 bis 4,8 GHzbis 4,3 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 750 65 Watt
Core i5-11600T6 + SMT1,7 bis 4,1 GHzbis 3,5 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 750 35 Watt
Core i5-115006 + SMT2,7 bis 4,6 GHzbis 4,2 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 750 65 Watt
Core i5-11500T6 + SMT1,5 bis 3,9 GHzbis 3,4 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 750 35 Watt
Core i5-11400(F)6 + SMT2,6 bis 4,4 GHzbis 4,2 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 730 ** (keine)65 Watt
Core i5-11400T6 + SMT1,3 bis 3,7 GHzbis 3,3 GHz12 MByteDDR4-2933UHD 730 **35 Watt
Spezifikationen von Rocket Lake S *auf allen Kernen ** 24 EUs statt 32 EUs

Nachdem AMD schon 2019 mit den Ryzen 3000 (Test) von PCIe Gen3 auf PCIe Gen4 umgestellt hat, zieht Intel zumindest für die im Prozessor integrierten Lanes nach. Hinzu kommen weitere Änderungen wie ein neuer DDR4-Speichercontroller und eine integrierte Xe-Grafikeinheit mit AV1-Videobeschleunigung sowie künstlicher Intelligenz.

Schauen wir uns also an, was alles in Rocket Lake steckt - aus technischer Sicht hat Intel einen ziemlich interessanten Prozessor gebaut, der jedoch alle bisher für die Mittelklasse des Herstellers geltenden Rahmenbedingungen bei weitem sprengt.

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10-nm-uArch trifft 14-nm-Design 
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CPUs von Intel, Comet-Lake - von PCGH getestet

ProduktnameIntel Core i9-10900KIntel Core i9-10850KIntel Core i7-10700KIntel Core i9-10900Intel Core i5-10400FIntel Core i5-10600K
HerstellerIntelIntelIntelIntelIntelIntel
Weitere Daten anzeigen ...
Leistung**88,8 %/58,5 %88,5 %/58,6 %83,6 %/47,6 %87,0 %/42,7 %72,0 %/31,6 %75,3 %/35,6 %
Stromverbrauch66/86/58 Watt65/86/59 Watt10/66/65/71 Watt58/65/53 Watt30/35/28 Watt43/54/39 Watt
Kerne10c/20t10c/20t8c/16t10c/20t6c/12t,6c/12t
GrafikComet Lake GT2Comet Lake GT2Comet Lake GT2Comet Lake GT2-Comet Lake GT2
Basistakt3,7 GHz + Turbo3,6 GHz (4,8-5,2 GHz)3,8 GHz + Turbo2,8 GHz (4,3-5,2 GHz)2,9 GHz (4-4,3 GHz)4,1 GHz (4,5-4,8 GHz)
Prozess14 nm14 nm14 nm14 nm14 nm14 nm
RAM (max.)2× DDR4-29332× DDR4-29332× DDR4-29332× DDR4-29332× DDR4-26662× DDR4-2666
Sockel120012001200120012001200
Vorteile
  • Gute Spieleleistung
  • Gefühlt gleich schnell wie 10900K
  • Offener Multiplikator
  • besseres P/L-Verhältnis als 10900K
  • 9900K-Leistung
  • In Spielen sehr schnell
  • Sehr effizient
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Spieleleistung
  • Sehr schneller Hexacore
Nachteile
  • Nur PCIe 3.0
  • Nur PCI-E 3.0
  • Schlechter übertaktbar als 10900K
  • Lässt Neues vermissen
  • Kein offener Multiplikator
  • Keine
  • Gegenüber 10700K ineffizient
Angebote


DarioBerlin 07. Apr 2021

Mein Ideapad 5 mit dem Ryzen 4800U läuft leider auch nur bedingt rund. Allerdings denke...

freddx12 31. Mär 2021

Hab letztens 150 euro für nen 10600kf bezahlt, also bei 10th gen Preisen sogar brandneu...

ms (Golem.de) 30. Mär 2021

Weil die IP von Tiger Lake bzw Xe LP zu alt ist.

Denni 30. Mär 2021

Mehr als 2*16GB 3600 macht preislich auch wenig Sinn, von daher kann ich der...

ms (Golem.de) 30. Mär 2021

Siehe Tabelle, eingetragen ist der offiziell unterstützte Gear1-Takt.



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