110.000 Blackwell-GPUs: US-Forscher bekommen riesigen Nvidia-Supercomputer

Gestern noch hatten wir weitere Neuankündigungen von Supercomputern in den USA für 2026 erwartet, heute hat uns die Realität eingeholt: Nicht nur werden AMD und HPE mit Lux und Discovery zwei neue Supercomputer für US-Forscher bauen, Nvidia bekommt den Zuschlag für gleich sieben Systeme(öffnet im neuen Fenster) . Eines davon wird wohl noch größer sein(öffnet im neuen Fenster) als Discovery. Als erste Nvidia-Systeme sollen am Argonne National Laboratory (ANL), das aktuell bereits mit Aurora den gemessen drittschnellsten Computer weltweit betreibt, Equinox und Solstice gebaut werden.
Beide Systeme sollen mit Blackwell-GPUs, mutmaßlich B300-GPUs, ausgestattet werden. Der Bau von Equinox soll sofort beginnen. Mit 10.000 GPUs ist es das kleinere System und soll im ersten Halbjahr 2026 fertiggestellt werden. Solstice wird mit 100.000 GPUs zehnmal so groß und wird der größte bekannte, für die Forschung genutzte Hochleistungsrechner weltweit sein. Beide Systeme sollen nach Fertigstellung zusammengeschaltet werden.
Auch hier verschiebt sich der Fokus deutlich zu KI, US-Energieminister Chris Wright hebt in seinem Statement deutlich hervor, dass die neuen Supercomputer dazu beitragen sollen, "das KI-Rennen zu gewinnen" . Zudem ist Oracle wieder beteiligt, das den Aufbau und möglicherweise den Betrieb übernimmt – das Unternehmen baut auch für OpenAI riesige KI-Rechenzentren . Oracle wird dem ANL für den Übergang zudem ab sofort KI-Rechenleistung als Clouddienst bereitstellen.
Noch recht unkonkret sind weitere angekündigte Nvidia-Systeme: Ebenfalls am ANL sollen mit Minerva, Janus und Tara drei weitere Hochleistungsrechner mit Nvidia-Hardware installiert werden. Gebaut werden sie von HPE und World Wide Technologies(öffnet im neuen Fenster) (WWT). Minerva soll für KI-Inferencing, die Ausführung trainierter Modelle, ausgelegt sein, könnte also zumindest teilweise mit Nvidias Rubin CPX bestückt werden. Konkrete Hardware wird allerdings ebenso wenig benannt wie die Größe der Systeme oder ein Zeitplan, wann diese in Betrieb gehen sollen.
Auch Los Alamos soll neue Supercomputer bekommen
Ähnlich unkonkret sind Mission und Vision, die am Los Alamos National Laboratory (LANL) gebaut werden sollen. Hier ist laut Pressemitteilung des LANL(öffnet im neuen Fenster) noch nicht einmal die Finanzierung geklärt. Es sollen allerdings Nvidias Vera-Rubin-Systeme verbaut werden, als Plattform soll wie bei den AMD-Systemen Lux und Discovery HPEs Cray GX5000 dienen. Mission und Vision sollen allerdings bereits 2027 übergeben werden.
Da das LANL für Vision hervorhebt, dass das System für Forschung ohne Sicherheitseinstufung (unclassified) zur Verfügung stehen soll, ist davon auszugehen, dass Mission in erster Linie für Anwendungen wie Nuclear Stockpiling (g+) genutzt werden wird.
Wie auch bei den am Vortag angekündigten Lux und Discovery schreibt das US-Energieministerium (Department of Energy, DoE), das die Computer finanziert und betreibt, in seiner Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) wieder von einer "Public Private Partnership" . Allerdings bleibt diese Partnerschaft seltsam unklar. Nvidia schreibt von Investitionen seitens der Industrie, allerdings bleibt auch hier unklar, wer investiert und was die Gegenleistung sein wird.
Klar ist in den Statements immer nur: US-Präsident Donald Trump hat das möglich gemacht – keiner der Beteiligten kommt umhin, dies zu betonen.