10G: Tele Columbus beklagt "viele alte Netze da draußen"

Die Kabelnetzbetreiberbranche will 10G oder 10 Gigabit Full Duplex DOCSIS (10g FDX) erreichen. Das werde nicht ganz einfach, geben Tele Columbus und Vodafone zu, sei aber zu schaffen. Mit mehr Glasfaser.

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Die Diskussionsrunde zu 10G in Berlin
Die Diskussionsrunde zu 10G in Berlin (Bild: Cable Congress)

Tele Columbus und Vodafone beschönigen die großen Herausforderungen bei der künftigen Realisierung von 10G in den Kabelnetzen nicht. "Es ist wirklich hart. Es gibt viele alte Netzwerke da draußen", sagte Dietmar Pöltl, Chief Technology Officer bei Tele Columbus am 13. November 2019 auf dem Cable Congress in Berlin. "Wir setzen darum auf FTTB oder FTTH."

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Auch der Inhouse-Ausbau sei nicht trivial, weil sich niemand darüber freue, wenn seine frisch gestrichenen Wände aufgerissen würden. "Doch wir brauchen Fiber im Gebäude und dann gehen wir über das Kabel im Haus weiter", erklärte Pöltl, der zuvor bei T-Mobile Austria, T-Mobile International und Tele2 tätig war. Die Anforderungen seien aber zu bewältigen.

Auch Matt Beal, Director für Technology Strategy & Architecture bei der britischen Vodafone Group, nannte die Einführung von 10G "eine massive Herausforderung". Mit der Modernisierung des Netzwerkes müsse man "Machine Learning einsetzen, die das Netzwerk betreibt".

Die Kabelnetzbetreiberbranche wirbt mit 10G für 10 Gigabit Full Duplex DOCSIS (10g FDX). Die Glasfaser geht dabei bis zum Node. Dabei ginge es um 10G im Up- und Downstream, im Upstream werden gegenwärtig maximal 100 MBit/s erreicht. Für Full Duplex werde das Spektrum im Up- und Download geteilt, wobei die Frequenz relativ egal sei. Im Node werde dafür ein Prozessor benötigt.

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Die Aussage zu alten Netzen von Pöltl ist nicht ausgedacht: Zum 30. Juni 2019 meldete Tele Columbus rund 3,4 Millionen angeschlossene Haushalte. Die Anzahl der rückkanalfähigen Haushalte am eigenen Netz stieg um 9.000 im Vergleich zum Vorquartal auf 2,34 Millionen. Dies entspricht einem Anteil von 69 Prozent. Damit sind weiterhin 31 Prozent der Haushalte nicht rückkanalfähig, was bedeutet, dass hier kein Internet und keine Telefonie angeboten werden kann. Ein nicht rückkanalfähiges Kabelnetz transportiert nur Fernsehsignale vom Sender in die Wohnungen. Laut Unternehmensangaben eignen sich nicht alle angeschlossenen Haushalte dafür, rückkanalfähig erschlossen zu werden.

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