100 Milliarden für Weltraumbahnhof: Aus den Feuchtgebieten zum Mars
Das US-amerikanische Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX will 100 Milliarden US-Dollar in einen neuen Raumfahrtbahnhof im US-Bundesstaat Louisiana investieren. Das kündigten der dortige Gouverneur Jeff Landry und SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell am 25. August 2026 an(öffnet im neuen Fenster) (Video). Die Weltraumpläne von SpaceX machten Tausende von Starts für das Starship erforderlich, sagte Shotwell und fügte hinzu: "Der Weltraumbahnhof Louisiana wird von Anfang an so konzipiert, dass er diesen dramatischen Anstieg der Startfrequenz bewältigen kann."
Um die Starbase zu errichten, erwarb SpaceX ein Gebiet mit der Fläche von rund 510 Quadratkilometern, was etwas weniger als der Größe des Bodensees entspricht. Das Gebiet besteht im Wesentlichen aus küstennahem Marschland und ist dünn besiedelt. Einem Bericht des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge befürchten Bewohner von Pecan Island, ihre Heimat wegen der häufigen Raketenstarts verlassen zu müssen. Die Region ist im Sommer wegen der Entenjagd beliebt.
Musk: Mehr als 30 Starship-Flüge pro Tag
SpaceX-Chef Elon Musk kündigte auf seiner Plattform X an(öffnet im neuen Fenster): "Starbase Louisiana wird letztendlich über ein Dutzend Startrampen verfügen, wodurch mehr als 30 Starship-Flüge pro Tag möglich sein werden – damit wird es zum größten Startplatz der Erde! SpaceX lässt Science-Fiction Wirklichkeit werden." Die Bauarbeiten sollen laut SpaceX im Jahr 2027 beginnen, die ersten Flüge 2029 starten.
Laut Gouverneur Landry handelt es sich bei der Ankündigung um einen "Wendepunkt in der Geschichte Louisianas". Das Projekt bedeute mehr als nur Stahl, Technik und Kapital. "Es steht für Arbeitsplätze für unsere Familien, für neuen Schwung für unsere Gemeinden und für den Schutz unserer Küste", sagte der republikanische Politiker.
Zwischen 3.000 und 10.000 neue Jobs
In einer Videopräsentation(öffnet im neuen Fenster) kündigte Musk an, wahrscheinlich "10.000 aufregende Jobs" nach Louisiana zu bringen. Diese Zahl relativierte Shotwell in ihrer Rede: "Im Rahmen unseres Engagements für den Bundesstaat gehen wir davon aus, mindestens 3.000 dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen. Elon sagte 10. Ausgehend von unseren Erfahrungen in Starbase, Texas, sind es wahrscheinlich eher 10 als 3."
Shotwell versuchte, Bedenken zu zerstreuen, dass sich die permanenten Starts nachteilig auf die Umwelt auswirken könnten. "Pecan Island und die umliegenden Feuchtgebiete sind ein äußerst wertvoller Lebensraum für Zugvögel, Küstenvögel, Watvögel und andere an der Küste lebende Wildtiere. Zwar fliegen die Vögel beim Start vielleicht weg, aber ich garantiere Ihnen, dass sie wiederkommen", sagte die SpaceX-Präsidentin.
Zudem habe sich SpaceX sich verpflichtet, sehr große Teile dieser 510 Quadratkilometer unberührt zu lassen, "damit wertvolle Feuchtgebiete als Lebensraum erhalten bleiben und nicht der Infrastruktur weichen". Das Unternehmen wolle während des Baus zur Finanzierung von Schutz-, Renaturierungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen beitragen.
Shotwell will nur auf den Mond
Shotwell nannte drei zentrale Ziele für die kommenden Starship-Flüge. So solle die Rakete die nächste Generation der Starlink-Satelliten ins All befördern, "um überall auf der Welt ein noch schnelleres und zuverlässigeres Internet zu ermöglichen und um Supercomputing in den Weltraum zu verlagern". Zudem werde es das Starship ermöglichen, US-Amerikaner wieder auf den Mond zu bringen. "Gemeinsam mit der Nasa werden wir eine permanente Mondbasis errichten. Ich persönlich freue mich sehr darauf. Ich möchte zum Mond fliegen", sagte sie weiter und fügte hinzu: "Ich möchte nicht zum Mars, aber ich möchte zum Mond."
Ob das Starship am Ende die ambitionierten Pläne erfüllen kann, ist jedoch unklar. Bislang deuteten die Testflüge nicht darauf hin, dass die geplanten hohen Nutzlasten mit den Triebwerken ins Orbit befördert werden können.
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