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100 MBit/s: Telekom-Chef nennt Diskussionskultur zu Vectoring vergiftet

Deutschland habe eine der besten Telekom-"Infrastrukturen in Europa", so der Deutschlandchef der Telekom. Dies dürfe in der Debatte um exklusives Vectoring für die Telekom nicht schlechtgeredet werden.
/ Achim Sawall
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Niek Jan van Damme (Bild: risztian Bocsi/Bloomberg via Getty Images)
Niek Jan van Damme Bild: risztian Bocsi/Bloomberg via Getty Images

Der Chef der Telekom Deutschland, Niek Jan van Damme, hat die Sichtweise des Konzerns(öffnet im neuen Fenster) zum exklusiven Vectoring-Ausbau mit deutlichen Worten umrissen. "Starke Polarisierung und übertriebene Selbstkritik vergiften derzeit die Diskussionskultur in Deutschland", sagte er. Das gelte besonders auch für die Debatte um den Breitbandausbau: "Es wird über angeblich richtige und falsche Technik gestritten, das Gespenst der Re-Monopolisierung an die Wand gemalt und Bundesregierung und Aufsichtsbehörden einseitige Parteinahme unterstellt. Zudem wird eine der besten Infrastrukturen in Europa schlechtgeredet."

Laut Angaben der EU-Kommission(öffnet im neuen Fenster) haben in Deutschland 81 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit mehr als 30 MBit/s zur Verfügung. Im EU-Schnitt gelte das nur für 71 Prozent, betonte van Damme. Länder wie Schweden erreichten zwar höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, lägen aber bei der Flächenversorgung weit hinter Deutschland.

Doch das ändert nichts daran, dass es in Deutschland kaum Fiber-To-The-Home (FTTH) gibt: Deutschland ist zusammen mit Kroatien und Polen seit Februar 2016 erstmals im FTTH-Europa-Ranking. Um in diese Statistik zu kommen, muss die Rate der FTTH/B-Teilnehmer mehr als ein Prozent der Gesamtanzahl der Haushalte betragen. Deutschland liegt hier hinter 27 anderen Staaten und verfügte im September 2015 erst über rund 2,11 Millionen an FTTH/B angeschlossene Haushalte und 503.700 Teilnehmer.

FTTH nur bei Nachfragesteigerung

Nach den Worten von van Damme ist Vectoring-Ausbau "ein Glasfaserausbau. Bei Vectoring wird die Glasfaser bis zu den Kabelverzweigern, den grauen Kästen am Straßenrand, verlegt. " Bei steigender Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen bis in die Haushalte würde die Telekom auch die restliche Kupferstrecke austauschen, sagte er weiter. "Das ist der zweite Schritt in die Gigabit-Gesellschaft. Wer lieber sofort einen Glasfaseranschluss bis ins Haus haben möchte, kann auch das bekommen. Dafür haben wir das Projekt "Mehr Breitband für mich" gestartet".

Bei "Mehr Breitband für mich" zahlt der Kunde die Bauarbeiten vom Kabelverzweiger zu seiner Adresse. Hierbei ist vorhandene Glasfaser bis zum grauen Kasten die Voraussetzung.


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