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Eines der ersten Software-Patente

Am 23. November 1971 wurde Erna Schneider Hoover das Patent mit der US Patent Nr. 3.623.007 und dem Titel Feedback control monitor for stored program data processing system(öffnet im neuen Fenster) (Deutsch: Überwachungs- und Rückkopplungssteuerung für ein speicherprogrammgesteuertes Datenverarbeitungssystem) erteilt – als eines der ersten Softwarepatente überhaupt.

Dass die Idee aus heutiger Sicht fast schon banal klingt, zeigt, wie wegweisend sie war: Heute basieren alle SPC-Systeme auf Hoovers Entwürfen und werden in zahlreichen Anwendungen von Mobilfunkdiensten bis zum Internet genutzt.

14 insgesamt erteilte US-Patente referenzieren Hoovers Patent direkt. Jahrzehnte später geprägte Begriffe, die Hoovers Prinzip beschreiben, sind in der Softwareentwicklung von Diensten allgegenwärtig, wie beispielsweise Load Shedding, Priorisierung, Traffic Control oder Adaptive Resource Management.

1978 wurde Hoover zur ersten Frau, die bei Bell eine technische Abteilung leitete(öffnet im neuen Fenster).

Lange Zeit vergessen

Erna Schneider Hoovers bahnbrechende Arbeit geriet jedoch im Laufe der Jahre in Vergessenheit. Im Gegensatz zu männlichen Kollegen, denen wichtige Erfindungen gelangen, wurde sie lange auf der Webseite von Bell nicht erwähnt. Dabei arbeiteten sie und ihr Team später an hochkomplexen Anwendungen wie an dem Raketenabwehrsystem Safeguard(öffnet im neuen Fenster), für dessen Forschungsradar Steuerungssoftware-Programme erstellt werden mussten.

Viele Jahre später beschrieb sie die damaligen Grenzen für Frauen so: "Als ich eingestellt wurde, befand sich die gläserne Decke (glass ceiling, ein heute oft gebrauchtes Synonym für die unsichtbaren Barrieren, die Frauen am Karrieremachen hindern) ungefähr zwischen dem Erdgeschoss und dem Keller."

2008: Aufnahme in die National Inventors Hall of Fame

1987 ging Erna Hoover in Rente. Erst im Mai 2008 wurde die damals 82-Jährige in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

"Meiner Meinung nach war es einfach eine Sache der Vernunft", schilderte sie anlässlich dieser Ehrung ihre damaligen Überlegungen: "Ich entwickelte das Steuerungsprogramm für Situationen mit hohem Anrufaufkommen, damit das System weiterarbeiten konnte, ohne abzustürzen."

Im Grunde, fügte sie hinzu, sollte verhindert werden, "dass die Maschine sozusagen die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und komplett durchdreht." Nein, sie denke nicht jedes Mal, wenn sie telefoniere, an ihre Erfindung, sagte sie damals. Und berichtete, dass ihr (mittlerweile verstorbener) Mann Charlie sich als TOTT (too old to text) bezeichne, sie selbst dagegen das SMS-Schreiben gut beherrsche, nachdem sie es von einem Bekannten gelernt habe.

Erna Hoovers 100. Geburtstag ist definitiv ein Event, das nicht zu gering priorisiert werden sollte.


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