10-Milliarden-US-Dollar-Bewertung: Alibaba will Anteile an Sexting-Dienst Snapchat

Der chinesische Internetkonzern Alibaba will Anteile an Snapchat erwerben. Das hat das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) aus informierten Kreisen erfahren. Bei den Verhandlungen wurde Snapchat mit 10 Milliarden US-Dollar bewertet. Ob die Gespräche zwischen Alibaba und Snapchat erfolgreich verlaufen, sei jedoch unklar.
Über die Smartphone-App lassen sich Bilder und Videos verschicken, die für den Empfänger nur kurz sichtbar sein sollen. Wegen des Versprechens versenden vor allem Jugendliche mit Snapchat gern erotische Selfies, das sogenannte Sexting. Die Aufnahmen können aber über Apps von Drittanbietern gespeichert werden, oder einfach per Screenshot. Die Nutzer seien trotz Zusicherungen der Firma auch nicht unterrichtet worden, wenn jemand einen Screenshot gemacht habe, kritisierte die US-Bundeshandelskommission Federal Trade Commission (FTC). Außerdem habe Snapchat in der Android-App Ortungsdaten gesammelt, obwohl dies in den Nutzungsbedingungen ausgeschlossen war.
Die Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar für ein Unternehmen, dessen App erst seit September 2011 auf dem Markt ist und das praktisch keinen Umsatz hat, zeigt die Hoffnungen der Spekulanten auf Vermarktungsmöglichkeiten unter den 27 Millionen Nutzern. Das Startup veröffentlicht selbst keine Nutzerzahlen, die Angaben beruhen auf Berechnungen des IT-Marktforschungsunternehmens Comscore, ein Jahr zuvor waren es demnach 11 Millionen. Der 24-jährige Unternehmenschef Evan Spiegel gibt nur an, dass täglich über 400 Millionen Snaps versandt würden.
Snapchat hat Risikokapital in Höhe von 130 Millionen US-Dollar von Investoren wie dem chinesischen Internetkonzern Tencent, Benchmark, SV Angel, Lightspeed Venture Partners und General Catalyst erhalten.



