10 GBit/s: 5G-Mobilfunk bereits weitgehend fertig - Start erst 2020

Huawei hat die Entwicklung der neuen Mobilfunktechnik 5G schon weitgehend abgeschlossen. Ericsson redet über Datenraten von 1 GBit/s und mehr mit LTE-Advanced. Doch am 5G-Start im Jahr 2020 ändert sich dadurch nichts.

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Huawei Showroom in Shenzhen
Huawei Showroom in Shenzhen (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Huawei ist bei der Mobilfunktechnologie der fünften Generation offenbar schon sehr weit fortgeschritten. "Die Entwicklung ist bereits weitgehend abgeschlossen", sagte Jörg Karpinski, Sales Director Enterprise Germany bei Huawei, Golem.de auf Anfrage. Der chinesische Telekommunikationsausrüster will einen Migrationspfad für die Mobilfunkanlagen anbieten, damit diese abwärtskompatibel sind.

"Huawei will hier mit 4,5 G einen Zwischenstandard anbieten", erklärte Karpinski. In einem Showroom von Huawei am Konzernhauptsitz in Shenzhen wurde gezeigt, dass für den "sanften Migrationspfad" ein Software-Update und eine neue Baseband Card benötigt werden.

Die Mobilfunkbetreiber wollen nach Informationen von Golem.de jedoch die ersten 5G-Netze weiterhin erst ab 2020 errichten, damit sich die Investitionen in die Vorgängerstandards auszahlen.

Im Vergleich zu den derzeitigen 4G-Mobilfunknetzen bietet 5G neben einer deutlich höheren Kapazität geringe Latenzzeiten von weniger als einer Millisekunde. Der künftige 5G-Standard soll eine Datenübertragungsrate von 10 GBit/s erreichen. In München, Moskau und an der University of Surrey Guildford in Surrey, Großbritannien errichtet Huawei Testnetze für 5G.

Ferngesteuerte Volvo-Laster

Ericsson-Sprecher Lars Bayer sagte Golem.de: "Wichtiger noch als die Geschwindigkeitsjagd sind aber die weiteren Parameter bei 5G: bis zu tausendmal mehr Kapazität, um bis zu 100-mal mehr Geräte wie Sensoren, Maschinen, Gadgets oder Autos zu verknüpfen." Außerdem entscheidend für den Einsatz von Sensoren etwa in der Landwirtschaft seien ein extrem niedriger Energiebedarf und - essentiell für systemkritische Einsatzbereiche - niedrige Latenzzeiten von bis zu 1 ms. "Das ist bei allem, was Echtzeitsteuerung vor allem in der Industrie erfordert, in Zukunft sehr wichtig." Der Ausrüster habe gerade in Schweden ein Projekt mit ferngesteuerten Volvo-Lastern in Minen gestartet.

Datenraten wie ein GBit/s und mehr müssten mit LTE-Advanced erreicht werden, sobald Netzbetreiber fünf Trägerfrequenzen bündeln könnten. Ericsson wolle - in kommerziell noch im Jahr 2015 verfügbarer Netzsoftware - drei Träger zusammenfassen: ein 20-MHz-Spektrum aus 700 MHz Band, gekoppelt an ein 20-MHz-Band im 1800-MHz- und eines im 2600-MHz-Band. Damit sind theoretisch 600 MBit/s im Downlink möglich.

Dazu kommen technische Features wie MIMO und das neue Modulationsverfahren 256 QAM statt wie bisher 64 QAM im Mobilfunk. Es soll ohne zusätzlichen Spektrumsbedarf bis zu 30 Prozent mehr Datendurchsatz im Downlink ermöglichen.

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