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1. Mai 2026: IT-Beschäftigte suchen ihren Platz in der Gewerkschaft

Der 1. Mai 2026 ist kein freier Tag wie in den Vorjahren. Das Jobwunder mit freien IT-Stellen endet, Entwickler und Ingenieure finden nicht mehr so schnell einen neuen Job.
/ Achim Sawall
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DGB Mannheim demonstriert gegen eine gesellschaftliche Spaltung. (Bild: DGB Mannheim)
DGB Mannheim demonstriert gegen eine gesellschaftliche Spaltung. Bild: DGB Mannheim
Inhalt
  1. 1. Mai 2026: IT-Beschäftigte suchen ihren Platz in der Gewerkschaft
  2. KI als Jobkiller oder doch nicht?

Das Jobwunder in der IT-Branche verliert auf hohem Niveau seinen Zauber. Die Zahl der offenen Stellen für IT-Experten in Deutschland sank laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im August 2025 von durchschnittlich 40.369 auf nur noch 26.753 und damit binnen eines Jahres um mehr als ein Drittel (33,7 Prozent). In den IT-Bereichen der Wirtschaft und der IT-Branche beginnen die Beschäftigten, sich weniger privilegiert zu fühlen und sich in Gewerkschaften mit den Arbeitern zusammenzuschließen.

Adél Holdampf-Wendel, Bereichsleiterin Future of Work beim Branchenverband Bitkom, sagte Golem: "Vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung und geopolitischer Unsicherheiten halten sich viele Unternehmen mit Neueinstellungen zurück, teilweise werden auch Stellen abgebaut. Davon können auch IT-Stellen betroffen sein." Für viele Unternehmen seien spezialisierte IT-Fachkräfte mit den passenden Kompetenzen weiterhin schwer zu finden. Stellenabbau in einzelnen Bereichen und Fachkräftemangel an anderer Stelle schlossen sich daher nicht aus.

Mit Blick auf den IT-Arbeitsmarkt ist laut Holdampf-Wendel KI eine Chance, die "Fachkräftelücke zumindest teilweise zu schließen". Wie bei allen IT-Berufen verändere KI auch für junge Programmierer die Tätigkeitsprofile und somit die Anforderungen beim Berufseinstieg. Einfache Routineaufgaben, wie die Erstellung von Codes oder Fehleranalysen, könnten zunehmend durch KI-Tools unterstützt oder automatisiert werden. Gleichzeitig entstünden neue Aufgaben und Berufsbilder – etwa KI-Trainer, Prompt- und Voicebot-Engineers oder Human-in-the-Loop-Designer. Welche Auswirkungen KI unter dem Strich auf den IT-Arbeitsmarkt haben wird, lasse sich derzeit noch nicht abschließend sagen, sagte sie.

"Einfach eine Menge Widerstandskraft"

In den vergangenen zwölf Monaten verloren dagegen etwa 110.000 bis 130.000 Beschäftigte in der US-Tech-Branche ihren Arbeitsplatz. Der entlassene Tech-Experte Joseph Tinner aus der San Francisco Bay Area ist laut einem Bericht der Los Angeles Times vom 6. März 2026(öffnet im neuen Fenster) seit fast einem Jahr auf Jobsuche. Es war ein deprimierender Crashkurs über den tiefgreifenden Wandel im Silicon Valley. Der ehemalige Product Trainer wechselte bislang mühelos von Verizon zu Fitbit und weiter zu Workday. Seit er Anfang vergangenen Jahres seinen Job verlor, stößt der 59-Jährige jedoch an Grenzen. Er bewarb sich auf Hunderte von Stellen – durchlief dabei teilweise mehrere Auswahlrunden -, nur um immer wieder eine Absage zu erhalten. "Es war eine Achterbahnfahrt", sagte er. "Man braucht ehrlich gesagt einfach eine Menge Widerstandskraft, um sich auf diesem Arbeitsmarkt zu behaupten."

Die Massenentlassungen in der US-Technologiebranche begannen im Jahr 2022, nach dem Einstellungsboom während der Coronapandemie. Doch viele der weltweit mächtigsten Technologieunternehmen haben ihre Stellenstreichungen fortgesetzt, und das in Phasen, in denen ihre Gewinne massiv stiegen.

Die Arbeitsplatzsicherheit schwindet zusammen mit dem Gefühl, etwas Besseres zu sein als ein Lagerarbeiter bei Amazon. Das führt in Deutschland dazu, dass mehr ITler sich bei Verdi oder in der IG Metall organisieren, wie eine kleine Umfrage von Golem ergeben hat.


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