1 GBit/s überall: Alternative Netzbetreiber wollen Glasfaser statt 5G
Der Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) fordert einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland bis zum Jahr 2025. Eine Datenrate von mindestens 1 GBit/s müsse überall geboten werden, wozu 5G keine Alternative darstelle, geht aus dem Aktionsplan Glasfaser(öffnet im neuen Fenster) hervor, der am 1. März 2017 vorgestellt wurde.
Glasfasernetze seien auch das Fundament der nächsten Mobilfunkgeneration 5G, erklärte der Breko: "5G-Netze sind in der Praxis nichts anderes als Festnetze mit mobiler Schnittstelle. Ein reiner Glasfaseranschluss wird einem 5G-Anschluss in puncto Leistungsfähigkeit und Qualität immer überlegen bleiben. Ob und inwiefern es einen flächendeckenden 5G-Rollout geben wird, ist darüber hinaus derzeit ebenso offen wie die konkreten Leistungsparameter." 5G-Netze seien zudem frühestens ab dem Jahr 2020/2021 zu erwarten.
Die Netzbetreiber im Breko setzten auf eine reine Glasfaserinfrastruktur ohne zwischengeschaltete Kupferleitungen und seien für "mehr als 60 Prozent des wettbewerblichen Ausbaus mit reinen Glasfaseranschlüssen" verantwortlich.
Fördermittel dürften künftig nur noch für Ausbauprojekte vergeben werden, die Anschlüsse mit einer Mindestgeschwindigkeit von 1 GBit/s zur Verfügung stellen. Finanzinvestoren wie Pensionskassen, Versicherer oder Versorgungswerke sollten von der Politik motiviert werden, langfristig in die Errichtung von Glasfasernetzen zu investieren.
Kooperation gefragt
Kräfte und Finanzmittel müssten im Rahmen von Kooperationen gebündelt werden. Entscheidend dafür sei ein funktionierendes Open-Access-System, über das die Deutsche Telekom und andere Netzbetreiber wechselseitig Netzzugangsleistungen einkaufen können. Nur mit einer möglichst hohen Netzauslastung ließen sich Glasfasernetze wirtschaftlich betreiben.
Während die kleineren Netzbetreiber tatsächlich den Großteil des FTTH-Ausbaus bewältigen, werden derzeit kaum den Endkunden die damit möglichen Datenraten von 1 GBit/s und mehr geboten. Breko-Sprecher Marc Kessler sagte Golem.de: "Wir haben im Verband etliche Netzbetreiber, die solche Tarife bereits anbieten. Wichtig ist aber doch, dass solch hohe Bandbreiten bereits heute (technisch) zur Verfügung gestellt werden können, wenn sie benötigt werden." Wer erst baue, wenn die Nachfrage akut vorhanden ist, baue zu spät.
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