1&1 Mobilfunk: Bundesnetzagentur bedient Wünsche des etablierten Mobilfunks

Der neue Mobilfunkbetreiber 1&1 kritisiert, dass die Bundesnetzagentur zu sehr auf der Seite von Vodafone, Telekom und Telefónica stehe. Eine erste Bilanz aus dem Markt.

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Lisa Pleiß, Sprecherin von 1&1 Mobilfunk
Lisa Pleiß, Sprecherin von 1&1 Mobilfunk (Bild: United Internet)

Der neue Netzbetreiber 1&1 Mobilfunk bewertet den ungewöhnlichen Vorschlag der Bundesnetzagentur zur nächsten Frequenzvergabe nur teilweise negativ. "Mit dem Vorschlag, die 800-MHz-Frequenzen erst 2033 auslaufen zu lassen, kommt die Bundesnetzagentur den Wünschen der etablierten Mobilfunknetzbetreiber entgegen", sagte Sprecherin Lisa Pleiß Golem.de auf Anfrage. "Gleichzeitig bekennt sie sich zu einem diskriminierungsfreien Verfahren und strebt mit einer vorzeitigen Auktion der 900-MHz-Frequenzen eine Lösung an, die auch 1&1 als Neueinsteiger eine faire Chance einräumt, Frequenzen im üblichen Versteigerungsverfahren zu erwerben."

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Für die nächste Frequenzvergabe hat die Bundesnetzagentur in dieser Woche einen Tausch vorgeschlagen. Danach sollen die Nutzungsrechte bei 800 MHz statt Ende des Jahres 2025 erst Ende 2033 auslaufen. Die Rechte bei 900 MHz würden statt Ende des Jahres 2033 bereits Ende 2025 auslaufen. Anstelle der 800 MHz-Frequenzen würden dann die 900 MHz-Frequenzen vergeben.

Bitkom will alles ganz günstig für die Netzbetreiber

Für den Branchenverband Bitkom erklärte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: "Bei der nächsten Vergabe wird es wesentlich darauf ankommen, ein Verfahren zu wählen, das dem Markt keine Investitionsmittel entzieht und die Unternehmen in die Lage versetzt, den für Deutschlands Digitalisierung besonders wichtigen 5G-Ausbau weiter mit voller Kraft vorantreiben zu können. Wichtig ist dabei auch, dass die LTE-Versorgung weiterhin gewährleistet bleibt."

Auch Sprecherin Sandra Rohrbach erklärte Golem.de für die Deutsche Telekom, man sei überrascht, "dass der Fokus alleine auf Auktion zu liegen scheint, obwohl extra das TKG geändert wurde, um das zu vermeiden". Wichtig sei vor allem, dass es nicht zu einer künstlichen Verknappung von Frequenzen kommt. Deutschland liege beim Ausbau von 5G europaweit vorne, das Absichern dieser Position müsse das oberste Ziel sein. "Es sollte bei Frequenzvergaben an Versteigerungen festgehalten und auf Ausschreibungen verzichtet werden, da Ausschreibungen fundamentale Nachteile haben", erklärte dagegen Professor Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg-Essen zuvor.

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Bei Ausschreibungen fehlten Möglichkeit der sachlichen Abwägung der Frequenzbedarfe von Mobilfunknetzbetreibern. Dazu kämen intransparente und unter Umständen politisch bestimmte Auswahlentscheidungen sowie eine schwache Durchsetzbarkeit der Ausbauzusagen.

Frequenzauktion im Jahr 2023 oder 2024

Vodafone begrüße, "dass die Bundesnetzagentur die Knappheit bei den für die Flächenversorgung so wichtigen 800-Megahertz-Frequenzen berücksichtigt und diese im Sinne von vielen Millionen Mobilfunknutzern vermeiden will", sagte Vodafone-Sprecher Thomas Martha Golem.de. "Denn das oberste Ziel muss es sein, dass sich die Netzqualität auch für die Menschen in ländlichen Regionen nicht verschlechtert, sondern weiter bessert. Wir werden den Ansatz jetzt im Detail prüfen." Bei Telefónica Germany sei man noch dabei, dass Papier zu prüfen, sagte man dieser Redaktion.

Die nächste anstehende Frequenzauktion soll im Jahr 2023 oder 2024 abgehalten werden. Zum Ende des Jahres 2025 laufen Frequenznutzungsrechte in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2,6 GHz aus, die gegenwärtig vor allem für LTE genutzt werden. Der Bereich bei 1.800 MHz ist nicht vollständig neu zu vergeben, weil es dort eine Umverteilung gab. In Deutschland liegt bei 800 MHz der LTE Coverage Layer mit wichtigen Flächenfrequenzen für die Versorgung auf dem Lande. 1,8 GHz dient als GSM/LTE Capacity Layer und 2,6 GHz ist ebenfalls ein Capacity Layer.

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