1&1 Mobilfunk: Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes ist ins Stocken geraten

Der Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes von 1&1 kommt langsamer voran als geplant. 1&1 wird das Ausbauziel von 1.000 Antennenstandorten für das eigene 5G-Mobilfunknetz bis Ende 2022 nicht erreichen. Das hat das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung bekannt gegeben. Demnach werden die geplanten 1.000 Antennenstandorte frühestens im Sommer 2023 zur Verfügung stehen, heißt es in einer Prognose von 1&1(öffnet im neuen Fenster) . Der Zeitraum wurde vom Unternehmen nicht weiter eingegrenzt.
1&1 hat nach eigenen Angaben insgesamt drei Partnerunternehmen beauftragt, das 5G-Mobilfunknetz aufzubauen. Zwei dieser drei Ausbaupartner haben bisher immer vertragsgemäß geliefert. Aber der umfangmäßig wichtigste Partner habe für das Unternehmen "überraschenderweise" mitgeteilt, seine Verpflichtungen nicht fristgerecht erfüllen zu können. 1&1 hat keinen der drei Partner in der aktuellen Mitteilung namentlich genannt.
Der Ausbaupartner hatte vertraglich zugesichert, etwa zwei Drittel der 1.000 geplanten Antennenstandorte bis Ende 2022 zu errichten. 1&1 habe erfahren, dass "die zum Jahresende vereinbarten Antennenstandorte erst mit deutlicher Verzögerung bereitgestellt werden können" und dies nun öffentlich gemacht.
Bemühungen für eine Beschleunigung sind gescheitert
Zuvor soll sich 1&1 bemüht haben, mit dem Partner verschiedene Beschleunigungsmaßnahmen umzusetzen. Damit sollte die Ausbaugeschwindigkeit erhöht werden. "Diese Bemühungen waren jedoch leider nicht erfolgreich" , räumt 1&1 ein.
1&1 setze nach eigenen Angaben alles daran, die zeitliche Lücke mit seinen übrigen Partnern zu schließen und die entstandene Verzögerung zu minimieren. Trotzdem erwarte das Unternehmen, dass es zu erheblichen Verzögerungen kommen wird und dass das Ausbauziel von 1.000 5G-Standorten erst im Sommer 2023 erzielt werden kann.
Auflagen der Bundesnetzagentur
Die Frequenzauflagen der Bundesnetzagentur sehen als Zwischenziel für alle Netzbetreiber die Errichtung von 1.000 5G-Antennenstandorten bis Ende 2022 vor. Diese Vorgabe sei grundsätzlich erreichbar, für einen Neueinsteiger aber recht anspruchsvoll, rechtfertigt sich 1&1.
1&1 betont, dass sich die verzögerte Errichtung der ersten Standorte sich nicht auf den ursprünglich geplanten Netzstart auswirken werde. Zudem würden die von 1&1 übernommenen Versorgungsverpflichtungen erfüllt, heißt es. Das Unternehmen sei trotz der Verzögerungen "weiterhin auf gutem Weg, den vorgesehenen Versorgungsgrad von 50 Prozent aller Haushalte bereits deutlich vor Ende 2030 zu erreichen."
1&1 wolle zusammen mit den Ausbaupartnern alles daransetzen, die entstandene Verzögerung im Hochlauf des Netzausbaus vollständig aufzuholen. Ab Dezember 2022 will 1&1 erste Breitbanddienste für zu Hause anbieten. Diese sollen eine Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s liefern und werden mit 5G-Technik realisiert. Mobile Dienste sollen plangemäß ab Sommer 2023 angeboten werden.