0rbit: Promi-Hacker zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der Hacker 0rbit ist wegen des Ausspähens von Promis und der Veröffentlichung deren Daten verurteilt worden. Offenbar nutzte er den Dienst Weleakinfo.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der Hacker 0rbit hatte die Daten von Politikern im Netz veröffentlicht.
Der Hacker 0rbit hatte die Daten von Politikern im Netz veröffentlicht. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Das Amtsgericht Alsfeld hat einen jungen Hacker, der sich massenhaft Daten von Prominenten und Politikern verschafft hatte, zu neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil sei rechtskräftig, teilte das Gericht am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mit. Der 22-Jährige aus Homberg (Ohm) habe die Vorwürfe in der nicht öffentlichen Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht eingeräumt. Die Bewährungszeit liege bei zwei Jahren. Verurteilt wurde er unter anderem wegen Ausspähens von Daten und Datenhehlerei.

Der Fall hatte Anfang 2019 bundesweit für großes Aufsehen gesorgt. Den Ermittlungen zufolge hatte der heute 22-Jährige aus Ärger über öffentliche Äußerungen seiner Opfer angefangen, private Daten wie Adressen, Telefon- und Kreditkartennummern sowie Korrespondenzen zu sammeln. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte er die Daten schrittweise in einer Art "Adventskalender".

Vor allem durch Fleiß und Ausprobieren soll der Hacker an die sensiblen Daten von mehr als 1.000 Prominenten und Politikern gekommen sein. "Es war offensichtlich so, dass der Angeklagte keine besonderen technischen Kenntnisse hatte und angewendet hat", sagte Oberstaatsanwalt Benjamin Krause von der Frankfurter Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) in der Verhandlung am Mittwoch. .

"Für uns als ZIT ist das ein sehr wichtiges Verfahren", erklärte Krause. Es sei sehr umfangreich, die Akten umfassten mittlerweile über 70 Ordner, über 400 Ermittlungsverfahren aus dem ganzen Bundesgebiet seien zusammengezogen worden. Im Bezug auf die Veröffentlichung der ausgespähten Daten erhoffe man sich zudem eine Rechtsprechung, die auch für ähnliche Fälle Bedeutung habe.

Einem Bericht von Spiegel Online zufolge nutzte der Hacker die Dienste der Webseite Weleakinfo.com. Die Seite spielte eine "wichtige Rolle" für die Angriffe von 0rbit, sagte Staatsanwältin Julia Bussweiler von der ZIT. Die überwiegende Zahl der gehackten Konten sei mithilfe der Informationen von Weleakinfo angegriffen worden. Das sei bei den Vernehmungen herausgekommen, sagte Bussweiler.

Zwölf Milliarden Benutzernamen und Passwörter hatten die Betreiber der Webseite Weleakinfo.com nach eigenen Angaben zum Verkauf angeboten. Am 15. Januar 2020 wurden die beiden mutmaßlichen Betreiber verhaftet. Kurz darauf wurden die Server und die Domain in einer international koordinierten Polizeiaktion beschlagnahmt. An dieser waren neben dem Bundeskriminalamt (BKA) auch die US-Bundespolizei FBI sowie die niederländische, irische und britische Polizei beteiligt.

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