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Erster "Books on Demand"-Verlag gegründet

/ Jens Ihlenfeld
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Der frühere Ullstein-Verleger Wolfram Göbel hat in München den ersten Verlag gegründet, der ausschließlich Bücher über das Libri-Verfahren " Books on Demand(öffnet im neuen Fenster) " (BoD) publizieren will.

Unter der Schirmherrschaft der Vereinigung von 200 deutschen Kriminalautoren, dem Syndikat, ist der Verlag Criminale entstanden, der sich vor allem der Talentförderung und Wiederentdeckung verborgener kriminalistischer Meisterwerke widmen will. Zu dem Syndikat gehören so prominente Autoren wie Ingrid Noll und Felix Huby.

Die ersten 30 Titel sollen auf der Leipziger Buchmesse im März 2000 präsentiert werden. Zur Frankfurter Buchmesse im Herbst plant Göbel einen BoD-Verlag für zeitgenössische Lyrik. Herausgeber soll der Göttinger Literaturkritiker Heinz Ludwig Arnold sein.

Das von dem Hamburger Buchgroßhändler Libri zur Marktreife entwickelte Verfahren "Books on Demand" ermöglicht die wirtschaftliche Produktion von Literatur mit geringer Auflagenerwartung. Wolfram Göbel ist der erste Verleger, der das Verfahren nutzt, um ein vollkommen neues Verhältnis zwischen Verlag und Autor zu schaffen. Er entscheidet über die literarische Auswahl, die Rechte an den Titeln aber bleiben bei den Schriftstellern.

Books on Demand lagern nicht mehr physisch im Regal, sondern werden als elektronische Druckvorlage gespeichert. Erst mit ihrer Bestellung werden die Bücher einzeln produziert und "just in time" über die Libri Logistik ausgeliefert. Jeder BoD-Titel wird in die Libri-Datenbank aufgenommen und kann damit sofort bei mehr als 3.000 Buchhändlern und 500 Internetbuchhandlungen bestellt werden. Damit sind Books on Demand auch weltweit verfügbar.

Bereits heute nutzen, so Libri, zahlreiche Verlage das Verfahren für Vorabveröffentlichungen und Wiederauflagen vergriffener Titel. Rund ein Jahr nach seiner Markteinführung werden bereits 1.000 Titel als Books on Demand verlegt. Sie erreichen ein Druckvolumen von 20.000 Exemplaren oder 3 Millionen Seiten im Monat.


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