Somm: Surfer sollen Straftatbestände melden
Die deutschen Ermittlungsbehörden sind nach Ansicht des ehemaligen CompuServe-Geschäftsführers Felix Somm auf die neuen Formen des Rechtsbruchs im Internet nicht ausreichend vorbereitet. In einem Interview mit dem tecChannel(öffnet im neuen Fenster) sagte Somm nach seinem Freispruch im Kinderporno-Verfahren: "Die hatten Null- Ahnung, wie sie irgendeine Spur im Internet zurückverfolgen können."
Der Staatsanwalt habe ihm bei der Hausdurchsuchung vor vier Jahren demonstrieren wollen, wie man die illegal eingespeisten Kinderpornos finden kann, doch sei es ihm nicht gelungen. Daraufhin habe Somm den Behörden bei den Ermittlungen geholfen und sei trotzdem angeklagt worden. Bei der ersten Hausdurchsuchung bei CompuServe seien die Ermittlungsbehörden zudem in überzogener Form aufgetreten: "Die standen mit drei Bussen voller Polizisten vor der Tür und dachten wohl, dass da viel abzutransportieren wäre." Dabei hatte CompuServe gar kein eigenes Rechenzentrum in Deutschland.
Somm empfiehlt deshalb allen Internet-Providern bei der Jagd nach strafrechtlich relevanten Inhalten im Internet in Zukunft eng mit ihren Kunden zusammenzuarbeiten. Gegenüber dem tecChannel schlug Somm den Providern vor, "einen Ansprechpartner für verdächtiges Material zu benennen, um so den Einspeisern besser habhaft werden zu können."
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