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Spieletest: Earth 2150 - 3D-Strategie mal anders

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Echtzeitstrategie in 3D heißt die Wunderwaffe mit der Topware Interactive die Konkurrenz ausstechen und dazu ein neues Genre ins Leben rufen möchte.

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Durch einen kosmischen Unfall ist die Erde im Jahre 2150 von ihrer Umlaufbahn abgewichen und befindet sich nun auf Kollisionskurs mit der Sonne. Die in den letzten Kriegen entstandenen Allianzen der Eurasischen Dynastie, die United Civilized States und die Lunar Corporation möchten natürlich ihre Angehörigen evakuieren. Deswegen ist das oberste Ziel des Spiels die Beschaffung von Rohstoffen, um in der ersten Phase eine orbitale Fabrik zu errichten, die in der zweiten Phase eine ausreichend große Flotte zur Evakuierung produzieren soll.


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Dafür gibt es einen strengen Zeitplan von 183 Tagen, der keinesfalls überschritten werden darf. Den Blick immer auf die Zeit gerichtet, heißt es deswegen, sich nicht in lange Gefechte verwickeln zu lassen. Und Gefechte gibt es in den 30 Missionen pro Kampagne jede Menge, denn schließlich ist jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Hier ist wirklich Strategie und Haushaltsplanung gefordert, weil militärische Übermacht nicht den Sieg bedeutet. Es nützt nämlich nichts, wenn nach der Schlacht noch 20 Panzer übrig sind, aber alle Rohstoffe des Gebiets dadurch verbraucht wurden.

Bei strategischen Überlegungen sollten wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Einheiten gewinnen in acht Stufen an Erfahrung, sind teuer, haben lange Produktionszeiten und sollten daher repariert werden. Sie können auch per Hubschrauber von der Mission zur Hauptbasis transportiert werden, um dann in der nächsten Mission wieder zum Einsatz zu kommen. Dort lassen sich die Fahrzeuge durch Forschung errungene Neuerungen upgraden. Es besteht aber auch die Frage, welche Einheiten überhaupt eingesetzt werden sollten. Jede Allianz hat ca. 15 Chassis zur Verfügung, auf die verschiedene Waffensysteme aufgebaut werden können. Da spielt das Terrain und das Wetter eine entscheidende Rolle.


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Das Terrain, welches auch aus Polygonen besteht und damit über unendlich viele Höhenstufen verfügt und außerdem durch den Spieler beeinflusst werden kann - entweder durch Kanonen oder durch Baufahrzeuge, die Schützengräben ausheben oder Tunnel durch unüberwindbare Berge graben. Ebenso wichtig ist der Wechsel zwischen Tag und Nacht, der nicht nur Auswirkungen auf die Sichtverhältnisse und das Wetter hat, sondern vor allem ein realistisches Zeitgefühl vermittelt. Und nicht zuletzt kann das Wetter alle Vorhaben über den Haufen werfen, wenn Stürme Flugzeuge zur Rückkehr zwingen, Schnee Gebirgspässe unpassierbar macht, Solarkraftwerke keinen Strom liefern und Nebel die Sicht des Spielers so extrem einschränkt, dass Navigation und Angriff kaum noch möglich sind. Das Wetter ist aber nicht auf der gesamten Karte gleich; örtliche Schauer und Nebel in Niederungen schaffen einen beachtlichen Realismus.


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Die Grafik in Earth 2150 ist nicht von schlechten Eltern. Durch die frei dreh- und zoombare Kamera reicht sie von detailliert bis übersichtlich. Gebäude und Einheiten bestehen aus mehreren, zum Teil animierten Polygonen, sodass sie realistische Schatten werfen und bei Zerstörung wirklich in sich zusammenzufallen scheinen. Dennoch fehlen einige Details wie Fußböden in Gebäuden, Abgase oder Reifenspuren im Schnee. Aber über solche Kleinigkeiten lässt sich angesichts der tollen Lichteffekte, der Lichtkegel von Fahrzeugen und den farbigen Lichtern der Gebäude, die nachts eine gute Atmosphäre erzeugen, leicht hinwegsehen. Aber Lichter sind nicht nur schön anzusehen. So lässt sich die Basis bei Nacht verdunkeln oder beim Gegner der Eindruck erwecken, die Stromversorgung (und Verteidigungsanlagen!) funktioniere nicht richtig, wobei solche Gedanken wohl eher im Multiplayer-Spiel eine Rolle spielen.

Die Steuerung ist recht gewöhnungsbedürftig, denn Kamera und Einheiten erhalten alle Befehle über die Maus, aber mit etwas Übung sollte man nicht mehr in Konflikt geraten. Außerdem wird dem Spieler durch kleine Details das Leben leicht gemacht. Zum Beispiel muss ein Fahrzeug nicht angeklickt werden, um etwas über dessen Zustand zu erfahren, stattdessen reicht es, mit der Maus nur darauf zu zeigen. So entgeht man einer Klickorgie, die entscheiden soll, welches Fahrzeug Munition benötigt oder zurückgezogen werden soll.


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Wenn Sie vorhaben, Earth bei sich zu installieren: Geben Sie nicht auf, irgendwann läuft es! Ein unfertiges Produkt zu verkaufen, sodass man sich gleich ein 2 MB Update aus dem Netz herunterladen muss, ist nicht gerade die feine englische Art. Und dass man, laut Topware, wegen dem Kopierschutz "Safedisk" unbedingt das Grafiksetup vor dem ersten Spielstart ausführen muss, ist auch neu. Und auch dieses Grafiksetup ist nicht vor Abstürzen sicher - da wird Spiellust schnell zum Spielfrust.

Fazit:
Im Gegensatz zur von uns getesteten Betaversion scheint das fertige Spiel weniger stabil zu laufen. Doch trotz der kleinen Schwächen ist Earth 2150 einer der Top-Titel dieses Jahres, bei dem man durchaus von einem neuen Genre sprechen kann. Schließlich gab es die Komponenten wie Tageszeit, Wetter, Forschung und das alles komplett in 3D noch nicht in dieser Kombination. Daher ist Earth 2150 eine echte Alternative zu Command & Conquer 3, weil sich dieses inhaltlich und grafisch an seine Vorgänger anschließt und im Grunde - ganz im Gegensatz zu Earth 2150 - nichts neues ist. [Alexander Vock]



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