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Yamakawa DVD/MP3-Player AVPhile 715 im Test

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

DVD und MP3: AVPhile 715
DVD und MP3: AVPhile 715
Zum Kampfpreis von 499,- DM gibt es den DVD-Player Yamakawa AVPhile 715 bei Elektronikmarkt-Ketten wie zum Beispiel Media Markt. Für diesen recht günstigen Preis - DVD-Player der namenhafteren Konkurrenz wie Sony, Panasonic oder Yamaha kosten sonst deutlich mehr - bietet der Yamakawa 715 einiges. Neben DVDs spielt er auch Audio-CDs, Video-CDs, Super-Video-CDs und sogar MP3-CDs ab. Grund genug, diesen günstigen "Alleskönner" einem gründlichen Test zu unterziehen.

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Nach dem Auspacken fällt zunächst die üppige Austattung auf. Neben Cinch-Kabel zum Anschluss an die heimische Stereo-Anlage liegen auch Scart-Kabel, VHS-Kabel sowie ein SVHS-Kabel neben der Fernbedienung im Karton. Kabel für die digitalen Schnittstellen, sei es optisch oder koaxial, werden nicht mitgeliefert. Batterien für die Fernbedienung sind jedoch im Lieferumfang enthalten. Das deutschsprachige Handbuch ist äußerst kurz gehalten und erklärt auf 20 Seiten nur das Nötigste. Erfreulicher sind da schon die Ausgänge am Gerät selbst. Neben einem VHS- und einem SVHS-Ausgang stehen auch zwei digitale Ausgänge (koaxial und optisch) sowie zwei analoge Ausgänge zur Verfügung (Cinch). Alle Anschlussbuchsen wurden, dem Klang zuliebe, vergoldet. Auf der Frontseite des DVD-Players sind neben dem An/Ausschalter nur die nötigsten Tasten angebracht. Der niedrige Preis hinterlässt seine Spuren. Die Verarbeitung wirkt stellenweise etwas "klapprig". Schon bei dem Einlegen einer DVD wird deutlich, dass hier Standard-PC-Komponenten im Inneren stecken. Die geöffnete DVD-Lade zeigt durch die beige Farbe unverkennlich die PC-Herkunft des verwendeten DVD-ROMs, lediglich die Frontblende ist im Gehäuse-Antrazit gehalten.

Im DVD-Modus macht der Player eine gute Figur. Alle getesten DVDs spielte der DVD-Player ohne Probleme und in guter Qualität ab. Im Usenet ist jedoch vereinzelt von einem Problem mit dem Film "The Matrix" zu hören, während im Test Starship Troopers erst nach dem Umschalten auf englische Sprache das DVD-Menü anzeigte. Andere als problematisch bekannte DVDs wie zum Beispiel "Der Schakal" spielte der Yamakawa hingegen problemlos ab. Die vorhandenen Probleme sollen laut Hersteller mit der nächsten Firmware-Version behoben sein. Das Upgraden der Firmware ist für registrierte Kunden im ersten Jahr nach dem Kauf kostenlos, macht jedoch das Einschicken des Gerätes unumgänglich. Eine Registrierkarte liegt dem Gerät bei. Auf Wunsch gibt der Player auch AC-3-Sound bzw. Dolby Prologic oder DTS über die Ausgänge aus.

Das Gerät ist ab Werk auf die Wiedergabe von Ländercode 2 DVDs beschränkt, lässt sich jedoch mit einer (nicht im Handbuch beschriebenen) Tastenkombination auf der Fernbedienung schnell Ländercode-frei schalten. Lästiger ist da schon der Macrovison-Kopierschutz. Dieser verhindert den Anschluss eines Videorekorders und lässt sich nicht ohne Weiteres ausschalten. Leider verursacht der Macrovision-Kopierschutz auch mit einigen 100 Hz Fernsehern Probleme. Dies kann man jedoch nicht Yamakawa anlasten, dank einer Auflage des DVD-Konsortiums müssen alle DVD-Player Macrovision einschalten, wenn die im Laufwerk liegende DVD kopiergeschützt ist. Das ist leider hier zu Lande bei den meisten DVDs der Fall. Im DVD-Wiedergabemodus bietet der Player die üblichen Funktionen. Neben dem Abspielen in normaler Geschwindigkeit stehen auch doppelte und vierfache Wiedergabeschwindigkeit zur Auswahl. Das Bild lässt sich zwischen 4:3 und 16:9 umschalten, beides wahlweise in PAL oder NTSC.

Im Video-CD-Modus gibt sich der Yamakawa ebenfalls keine Blößen. Ohne zu murren spielte er Video-CDs aller Versionen ab (1.0, 2.0 und interaktive Video-CDs der Version 3.0), sowohl von gepressten CDs als auch von CD-Rs und sogar CD-RWs. Letzteres können nach unserem Wissen nur sehr wenige neue CD-Player. Auch an der Wiedergabe von Audio CDs gibt es nichts auszusetzen. Der Player bietet die üblichen Funktionen und eine überzeugende Tonqualität.

Nach dem Einlegen einer ISO-9660 konformen MP3-CD liest der Yamakawa alle Verzeichnisse ein und beginnt mit dem Abspielen des ersten Titels. Dabei bereiten weder Joliet-ISO-Erweiterungen noch CD-RWs Probleme. Angeblich soll das auch mit DVD-Rs funktionieren, mangels DVD-R-Brenners konnten wir dies jedoch leider nicht testen. Dennoch zeigten sich im MP3-Modus die ersten Mängel des Yamakawa. So unterlegte der DVD-Player einige der MP3s von unserer Test-CD mit einem störenden Knacksen und Blubbern. Nach einigem Ausprobieren stellte sich heraus, dass der Yamakawa grundsätzlich nicht mit MP3-Dateien klarkommt, die mit dem Xing MP3 Encoder erstellt wurden.

Unabhängig von der Bitrate, ob variabel oder nicht, waren immer die nervigen Störgeräusche zu hören.

In Deutschland hat die Firma Seditec die Abwicklung der Reklamationen und des Supports übernommen. Auch nach mehreren Tagen bekamen wir keine Antwort auf unsere E-Mail, betreffend das Problem mit Xing kodierten MP3s. Im Usenet war dann von einem anscheinend mit dem Testen neuer Firmwareversionen beauftragten User zu hören, das auch die nächste Firmware dieses Problem nicht lösen werde und die Priorität eindeutig auf der Korrektur der im DVD-Modus auftretenden Probleme läge. Nach unseren Recherchen wurde der AVPhile 715 von dem taiwanischen Hersteller Raite entwickelt. Auf dieses Problem angesprochen, forderte der Raite-Techniker ein Xing-kodiertes MP3 an. Nur zwei Tage später erreichte uns eine weitere E-Mail von Raite: Man habe das Problem gelöst und wir sollten uns für ein Firmware-Update an den Verkäufer wenden. Sollte es dabei Probleme geben, so Raite, würden man sich mit dem deutschen Distributor in Verbindung setzen. Das ist Support, wie er sein sollte.

Bis Testende erreichte uns die neue Firmware noch nicht. Wir werden aber darüber berichten, sobald dies geschieht.

Von diesen Problemen abgesehen, gibt es nur kleine Ärgernisse im MP3-Modus. Der AVPhile 715 verwendet den Fernseher, um ein Menü darzustellen, mit dem man komfortabel durch die Verzeichnisse der CD blättern kann. Leider schneidet der Yamakawa alle Zeichen nach den ersten zehn Stellen ab. Hat man ein komplettes Album einer Band in einem Verzeichnis liegen, deren Dateinamen mit dem Namen der Band beginnen, kann man die Titelnamen nicht mehr erkennen. Eine leichte Verbesserung bringt die Verwendung des ISO 2.0 Formates, die Brennprogramme wie zum Beispiel Nero Burning Rom bereits unterstützen. Damit zeigt der Player immerhin die ersten 20 Zeichen an. Hier wäre die Möglichkeit, die Fontgröße zu ändern, sehr nützlich - damit würde man die vollen 32 Zeichen des ISO-2.0-Formates auf den Schirm bekommen, was in den meisten Fällen vollkommen ausreichend sein dürfte.

Dieses Problem soll in einer der nächsten Firmwareversionen behoben werden. Aber auch ohne Fernseher lassen sich MP3s recht komfortabel mit der Fernbedienung abspielen. Positiv fiel die sehr kurze Zeit bei dem Skippen von MP3s auf, sie ist kürzer als bei vielen CD-Playern. Einzig die Möglichkeit, innerhalb eines Stücks spulen zu können, sowie eine Anzeige der Restspieldauer haben wir vermisst.

Unverständlich ist auch, warum sich der MP3-Player nicht programmieren lässt. Im Audio-CD-Modus klappte dies ohne Probleme. So findet man zwar schnell das gewünschte Stück, das Programmieren einer Playliste ist aber nicht möglich. Die Qualität der MP3s, so der Player sie denn abspielt, ist gut. Im Test gab es keinerlei Probleme, MP3s über die digitalen Schnittstellen auf diverse MiniDisc-Player zu überspielen. Auch das an den analogen Cinch-Ausgängen anliegende Signal war von guter Qualität.

Fazit:

Der Yamakawa bietet sehr viel für einen niedrigen Preis. Sollte es Raite/ Yamakawa gelingen, die beschriebenen Probleme mit einigen wenigen DVD's sowie mit Xing-kodierten MP3-Dateien zu beheben, wäre das Gerät zu diesem Preis ungeschlagen. Bis dahin sollten sich eventuelle Käufer aber über die Mängel des Gerätes im Klaren sein. Für knapp 500,- DM - weit weniger als reine DVD-Player oder gute MP3-Player wie zum Beispiel Terratecs MP3O kosten, erhält man einen DVD-Player, an dem es sonst nichts auszusetzen gibt.

Die Möglichkeit CD-RWs zu verwenden, öffnet darüber hinaus neue Anwendungsfelder. Insgesamt stimmen Preis und Leistung jedoch eindeutig.



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