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Boom: Über zwei Millionen Telearbeiter in Deutschland

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In keinem anderen Land Europas ist die Zahl der Telearbeiter in den letzten fünf Jahren so stark angestiegen wie in Deutschland. Gab es 1994 erst wenige hundertausend Telearbeiter, so hat sich diese Zahl innerhalb von fünf Jahren auf 2,132 Millionen erhöht, was einer jährlichen Steigerung von 34 Prozent entspricht.

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Damit sind sechs Prozent der Erwerbstätigen bereits Telearbeiter. Insgesamt gibt es in Europa heute schon neun Millionen Telearbeiter. Dies sind Ergebnisse eines pan-europäischen Benchmarking-Projekts des Forschungs- und Beratungsunternehmens Empirica aus Bonn, in dem in zehn Ländern Europas 7.700 Bürger und 4.158 Entscheidungsträger in Betrieben befragt wurden. "Trotz des starken Wachstums liegt Deutschland im europäischen Kontext bei den Verbreitungszahlen allenfalls im europäischen Durchschnitt. Länder wie Finnland und Schweden weisen prozentual gesehen fast dreimal so viele Telearbeiter auf", weiß Norbert Kordey, verantwortlicher Berater für den Telearbeitsteil des Projektes bei Empirica.

Spitzenreiter in Europa sind die skandinavischen Länder und die Niederlande, zum Mittelfeld gehören Großbritannien und Deutschland. Irland, Italien, vor allem aber Spanien und überraschenderweise auch Frankreich hinken der Entwicklung hinterher.

Verbreitung der Telearbeit in Europa 1999 (Absolutzahlen und Anteil an den Erwerbstätigen)


       Absolutzahlen   Prozent
  Dänemark     280.000    10,5
  Deutschland  2.132.000     6,0
  Finnland     355.000    16,8
  Frankreich    635.000     2,9
  Großbritannien 2.027.000     7,6
  Irland      61.000     4,4
  Italien     720.000     3,6
  Niederlande  1.044.000    14,5
  Schweden     594.000    15,2
  Spanien     357.000     2,8
  EU10      8.205.000     6,1
  Total EU15   9.009.000     6,0

In Deutschland betreiben 1.560.000 Erwerbstätige regelmäßig Telearbeit. Hierzu zählen Telearbeiter, die permanent oder alternierend zu Hause am Computer arbeiten, selbstständige Telearbeiter und mobile Telearbeiter. Weitere 570.000 telearbeiten nur gelegentlich. Viele von ihnen dürften jedoch sehr schnell zu "regulären" Telearbeitern werden, da sie bereits Erfahrungen gesammelt haben.

Anders als im "normalen Erwerbsleben" sind in Europa etwa 80 Prozent der Telearbeiter männlich und nur 20 Prozent weiblich. Damit wird die weit verbreitete Meinung widerlegt, dass es sich bei der Telearbeit vorwiegend um eine weibliche Domäne handelt. Telearbeiter sind meistens hoch qualifiziert und nehmen überwiegend Führungsverantwortung wahr. Telearbeit wird nach wie vor hauptsächlich von großen Organisationen praktiziert. Etwa 2/3 aller Betriebe in Europa mit mehr als 500 Beschäftigten bieten bereits Telearbeitsplätze an. Bei den kleineren Betrieben liegt dieser Wert deutlich niedriger.

Deutschland scheint seine Hausaufgaben zwischenzeitlich gemacht zu haben. Mitgeholfen haben dabei möglicherweise auch die Förderprogramme der Bundesregierung und einzelner Landesregierungen zur Telearbeit. Nach wie vor sind es aber die kleinen und mittleren Unternehmen, die offensichtlich längst nicht so schnell Innovationen, wie die Telearbeit sie darstellt, aufgreifen.



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